Montag, Januar 31, 2005

Weltkirche
Das Päpstliche Jahrbuch 2005 ist erschienen. Das übliche Zahlenwerk: Gläubige, Priester, Ordenmitglieder und anderes mehr. Interessanter ist da schon die globale Betrachtung. Dem Jahrbuch zufolge wuchs die Kirche in Afrika am stärksten, nämlich um 4,5 Prozent. 2,2 Prozent beträgt die Wachstumsrate in Asien, in Amerika 1,2 Prozent. In Europa hingegen stagniert die Zahl der Gläubigen. Rund die Hälfte aller Katholiken lebt in Süd- oder Nordamerika, ein Viertel in Europa.

billiges Gedenken
Am 27. Jänner hielten Poltiker Reden, Reden wider Holocaust, Shoa, Völkermord. Nicht vergessen, stets gedenken, den Anfängen wehren. In der Welt lese ich, dass in Brandenburg ein Halbsatz aus dem Lehrplan für die neunten und zehnten Klassen gestrichen wurde. Der Intervention des türkischen Generalkonsuls fiel ein Verweis auf den Völkermord an den Armenieren, von der türksichen Armee in den Jahren 1915 und 1916 durchgeführt, zum Opfer. Letztlich veranlassten Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) und sein parteiloser Bildungsminister Holger Rupprecht die Streichung. Das Thema Völkermord, ließ der Bildungsminister über seinen Pressesprecher wissen, sei zu wichtig, als dass es "nur in einem Nebensatz anhand eines einzigen Beispiels" abgehandelt werden könne. So wichtig, scheint's, dass man zumindest vorerst selbst noch auf eine rudimentäre Erwähnung verzichtet.

Gedenken? Selbstverständlich. Wenn's nichts kostet.

Erfolgreicher türkischer Einspruch in Brandenburg | Die Entfernung eines Halbsatzes aus dem Lehrplan für die neunten und zehnten Klassen in Brandenburg sorgt derzeit bundesweit für Aufsehen. Die Brisanz liegt zum einen im Inhalt, zum anderen in der Art und Weise, wie die Streichung zustande kam. Denn bei dem Passus handelt es sich um einen Verweis auf den Völkermord an den Armeniern in den Weltkriegsjahren 1915/16 durch die türkische Armee. Aus dem Lehrplan getilgt wurde die Stelle auf Intervention des türkischen Generalkonsuls in Berlin. Der hatte sich dem Vernehmen nach zunächst in einem Brief an Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) gewandt. Einem Treffen des Diplomaten mit dem Politiker, zu dem auch der parteilose Bildungsminister Holger Rupprecht hinzugezogen wurde, folgte die Streichung aus dem Curriculum. ... - [Die Welt].

Sonntag, Januar 30, 2005

I thought that love would last for ever: I was wrong
Stop all the clocks, cut off the telephone,
Prevent the dog from barking with a juicy bone,
Silence the pianos and with muffled drum
Bring out the coffin, let the mourners come.

Let aeroplanes circle moaning overhead
Scribbling on the sky the message He Is Dead,
Put crepe bows round the white necks of the public doves,
Let the traffic policemen wear black cotton gloves.

He was my North, my South, my East and West,
My working week and my Sunday rest,
My noon, my midnight, my talk, my song;
I thought that love would last for ever: I was wrong.

The stars are not wanted now; put out every one:
Pack up the moon and dismantle the sun;
Pour away the ocean and sweep up the woods:
For nothing now can ever come to any good.

W.H. Auden, XX (zum Film '4 Hochzeiten und ein Todesfall', heute 20:15, SAT.1)

Seid stolz auf euren Glauben
Jozef Niewiadomski: Unser aller Umgang mit der Tradition | "... Diesen Menschen geht also endlich ein Licht auf: Scharenweise verlassen sie die Kirchen, weil sie erkannt haben, dass sie diese nicht brauchen. 'Wozu brauchen wir noch Kirche?' - fragt ein prominenter Journalist in einer Diskussionsrunde des ORF. Wie oft ist mit der Frage gleich die Antwort mitgeliefert, und dies 'ex cathedra': auf unfehlbare Art und Weise? Die Kirche sei überflüssig geworden! So lautet halt das Dogma der medialen Meinungsmacher. Die Kirche habe gesellschaftlich ausgedient. ... Für moralische Normen haben wir ja längst den erhobenen Zeigefinger unserer Medien, für die Freizeitgestaltung den Sport, die Theater und die Bäder, für die Organisation von Katastropheneinsätzen zahlreiche Hilfsorganisationen und Psychologen. Wozu also noch die Kirche? Gott braucht sie eh ja nicht. Außerdem: Ein jeder moderner Mensch ist doch sein eigener Gott! ... Das Volk, das also bisher im Dunkel lebte, darf sich freuen: das drückende Joch der Tradition wird zerbrochen und auch das kirchliche Tragholz auf der Schulter. ... Katholische Tradition? Was ist das schon? Ein Lehren in einem Innsbrucker Gymnasium bekam nur noch zur Antwort: Kreuzzüge, Hexenverfolgungen und pädophile Priester. ...

Liebe Schwestern und Brüder. Es ist Faschingszeit. Dies ist nicht nur die Zeit der Bälle. Es ist die Zeit, in der die Ordnung auf den Kopf gestellt wird, damit man sich aufs Neue vom Wert der Ordnung überzeugen kann. Sie können diese Predigt als eine Faschingspredigt begreifen. Und was soll sie auf den Kopf stellen? Eben: die medialen Dogmen im Umgang mit der Kirche! Das Land Österreich und das Land Deutschland leben wohl im Dunkel, doch nicht der Kirche wegen. Sie leben im Dunkel, weil der kulturpolitische Trend der Individualisierung und der Banalisierung von gemeinsamen Traditionen inzwischen einen Grad erreicht hat, der schon groteske, oft gar dämonische Züge beikommt. Das Dunkel besteht also darin, dass uns das gemeinsame Zentrum abhanden gekommen ist. Lange Zeit glaubten wird, dass der Mensch und seine Würde dieses Zentrum bilden können. Doch: Menschsein - das ist ein fragiles Gebilde. ...

Im heutigen Evangelium sagt Jesus: Bekehrt euch! Glaubt! Stellt Gott ins Zentrum eures Lebens. Diese Botschaft richtet sich nicht an das Land Österreich, und auch nicht an Deutschland. Sie richtet sich auch nicht an die Medien. Sie richtet sich an uns, an die Katholikinnen und Katholiken. Bekehrt Euch! Glaubt! Glaubt, dass Gott stärker ist als Banalisierung. Deswegen wehrt auch die Banalisierung der Religion in eurem Alltag ab. Glaubt mit einer Selbstverständlichkeit sondergleichen. Seid stolz auf euren Glauben. Nur auf diese Art und Weise wird das Licht in die Welt gebracht. ..."
- [Innsbrucker Theologischer Leseraum].

Seid stolz auf euren Glauben? Wo hört man denn so etwas noch? Stolz sein auf den Glauben? Ist das denn noch zeitgemäß? Ist das nicht ... nun, fast schon verboten? Unökumenisch? Wider den Weltethos? Ach, wer nur diesen Eintrag liest, könnte am Ende gar meinen, meine Worte wären nicht eine ironische Verstärkung des von Niewiadomski Gesagten. Tradition, nicht länger mehr eine Schatztruhe, die enthält, was frühere Zeiten an Kostbarem schufen, ist zum Schimpfwort geworden. Du Traditionalist! Schon ist man in der Defensive, benachbart dem Fundamentalist, und eigentlich schon auf dem Sprung erneut Scheiterhaufen zu schlichten. Übertreibe ich jetzt? Gewiss. Aber wie sehr, frage ich mich ...

Samstag, Januar 29, 2005

Warum ich in der Kirche bleibe?
"Warum ich in der Kirche bleibe? Jedenfalls nicht deshalb, weil ich an irgendeinem Zeiger ablesen könnte, dass die Kirche a) meinen Erwartungen oder b) Gottes Erwartungen entspricht. ... Der Sünderhaufen in ihr, der wir alle sind, hat sich zu allen Kirchenzeiten mehr oder weniger idiotisch benommen, zumal dann, wenn er durch listige Manipulationen ein gegenwärtiges oder künftiges approximatives Reich Gottes auf Erden herbeizaubern zu können behauptete, aber selten idiotischer als heute, wo jeder, seine Nase an die Schalttafel gedrückt, gespannt darauf wartet, ob die Strukturen schon hinreichend geändert sind, damit endlich der Motor des kommenden Reiches anspringt. ... Was die draußen tun, kann uns gleichgültig sein, aber es gibt sehr viele drinnen, die Gott einen Dienst damit zu erweisen meinen, dass sie auf die Kirche losschlagen wie auf eine alte verstaubte Matratze; warum nicht, wenn sie dabei bloß nicht vergässen, sich bei jedem Schlag mit dem Geschlagenen zu identifizieren, wirklich an ihre eigene vermoderte Brust schlügen." - [Hans Urs von Balthasar, Warum bleibe ich in der Kirche? In: Klarstellungen. Zur Prüfung der Geister. Einsiedeln (4) 1978, 183f., zit. nach Jozef Niewiadomski: Warum ich in der Kirche bleibe?].

Es ist eben sehr viel vergnüglicher der Kirche an die Brust zu schlagen, als Schuld und Bedarf an Umkehr bei sich selber zu sehen. Man vergleiche einmal diese beiden Fassungen der Gewissenserforschung:

Ich bekenne, Gott dem Allmächtigen | Ich bekenne, Gott dem Allmächtigen
und allen Brüdern und Schwestern | und allen Brüdern und Schwestern
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe. | dass die Kirche Gutes unterlassen und Böses getan hat.
Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken | Sie hat gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. | durch ihre Schuld, durch ihre Schuld, durch ihre große Schuld.

Mal ehrlich, die zweite Fassung, fühlt man sich da als Mensch nicht gleich sehr, sehr viel besser? Sich an die eigene mehr oder minder schmächtige Brust zu klopfen, was macht denn das her? Hingegen der katholischen Kirche die rechte Meinung zu geigen, ist das nicht wie Musik für mehr oder minder schuldige Ohren ... Hoppala! unschuldige! unschuldige Ohren!, wollte ich selbstverständlich schreiben. Schuldig sind niemals nicht wir.

Jewish Encyclopedia
Es gibt von jüdischer Seite ein bemerkenswertes Gegenstück zur Catholic Encyclopedia: die Jewish Encyclopedia. Beinahe zeitgleich enstanden - die 12 Bände der Jewish Encyclopedia wurden von 1901 bis 1906 publiziert, die 15 Bände der Catholic Encyclopedia von 1907 bis 1913 - unterliegen beide Werke nicht mehr den Copyright-Schutzbestimmungen, sie sind public domain.

Die Enzyklopädie ist zwar annähernd 100 Jahre alt, daher fehlen selbstverständlich die für die jüdische Geschichte und Kultur so bedeutsamen Ereignisse des 20. Jahrhunderts, sei es das Grauen der Shoa oder die Gründung des modernen jüdischen Staates Israel, dennoch enthält sie einen reichen Schatz an Informationen, der über die Jahre keineswegs an Wert verlor. Mich fesselten beim Schmöckern und Suchen die Einblicke auf Geschehnisse und Personen, die für Juden wie Christen besondere Bedeutung haben; gerade die unterschiedliche Interpretation und Wahrnehmung ist interessant, mag man auch dort oder da, insbesondere selbstverständlich was die Person Jesu betrifft, in der Bewertung weit auseinanderfallen.

Donnerstag, Januar 27, 2005

Turiner Grabtuch: älter denn gedacht
Mitte der 80er Jahre von Wissenschaft als Fälschung entlarvt, will Wissenschaft nun wissen, es wäre gar keine, Fälschung nämlich. Radiokarbon-Analysen verbannten das Tuch ins Mittelalter, mit hoher Sicherheit in die Zeit zwischen 1260 und 1390. Im Fachmagazin Thermochimica Acta (Volume 425, Issues 1-2) publizierte dieser Tage Raymond N. Rogers, Chemiker am Los Alamos National Laboratory, eine eingehende chemische Analyse des Tuchs. Dabei wurden sowohl jene Stoffteile untersucht, die der Radiokarbon-Analyse zugrunde lagen, als auch andere Partien. Laut Rogers weisen die Stoffteile, auf denen die Radiokarbon-Analysen beruhen, völlig andere chemische Eigenschaften auf als der Haupteil des Tuches. Bekanntlich erlitt das Grabtuch von Turin im Laufe der Geschichte mehrere Male einigen Brandschaden, der immer wieder von Nonnen durch Einweben und Aufnähen von Flicken repariert wurde. Daraus erklärt sich, so Rogers, die fehlgeleitete Datierung auf das Mittelalter: datiert wurde einer dieser Flicken. Im Gegensatz zu diesen Teilen konnte bei der chemischen Analyse des unversehrten Hauptteils des Tuches kein Vanillin festgestellt werden. Vanillin entsteht bei der Zersetzung des Holzstoffes Lignin. Im Laufe der Zeit geht auch das Vanillin im Gewebe verloren.

"The fact that vanillin cannot be detected in the lignin on shroud fibres, Dead Sea scrolls linen and other very old linens indicates that the shroud is quite old. A determination of the kinetics of vanillin loss suggests the shroud is between 1,300 and 3,000 years old."

Turin shroud 'older than thought' | The Shroud of Turin is much older than suggested by radiocarbon dating carried out in the 1980s, according to a new study in a peer-reviewed journal.A research paper published in Thermochimica Acta suggests the shroud is between 1,300 and 3,000 years old. The author dismisses 1988 carbon-14 dating tests which concluded that the linen sheet was a medieval fake. The shroud, which bears the faint image of a blood-covered man, is believed by some to be Christ's burial cloth. ... - [BBC News].

Raymond N. Rogers: Studies on the radiocarbon sample from the shroud of turin | Abstract: In 1988, radiocarbon laboratories at Arizona, Cambridge, and Zurich determined the age of a sample from the Shroud of Turin. They reported that the date of the cloth's production lay between A.D. 1260 and 1390 with 95% confidence. This came as a surprise in view of the technology used to produce the cloth, its chemical composition, and the lack of vanillin in its lignin. The results prompted questions about the validity of the sample. Preliminary estimates of the kinetics constants for the loss of vanillin from lignin indicate a much older age for the cloth than the radiocarbon analyses. The radiocarbon sampling area is uniquely coated with a yellow–brown plant gum containing dye lakes. Pyrolysis-mass-spectrometry results from the sample area coupled with microscopic and microchemical observations prove that the radiocarbon sample was not part of the original cloth of the Shroud of Turin. The radiocarbon date was thus not valid for determining the true age of the shroud. ... - [Thermochimica Acta].

Unter genauer Beobachtung: das Neokatechumenat
Auf chiesa berichtet Sandro Magister über kritische Anfragen an das Neokatechumenat, insbesondere in Hinblick auf die liturgische Praxis und die deutliche Absonderung von der Ortskirche. Ich kenne das Neokatechumenat nur vom Hörensagen, doch in Hinblick auf die Kritik will mir ganz generell scheinen, eine solche wäre noch jeder neuen Bewegung von einiger Statur in der Kirche zuteil worden.

Bad History, Bad Guide. The Strange Liturgy of the Neocatechumenals | Among the new movements that have arisen within the Catholic Church in recent decades – on the "dangers" of which an editorial in "La Civiltà Cattolica" sounded the alarm on August 19, 2004 – there is one that is under closer observation than the rest: the Neocatechumenal Way. ... - [chiesa].

Lifestyle Keuschheit
Vielleicht eine andere Seite der Privatisierung von Religion: das Wiederaufleben sehr alter Formen frühchristlicher Lebensweisen. Laut dem ORF Kärnten entschieden sich zwei Frau in Kärnten die Jungfrauenweihe anzunehmen. Der Bischof der Diözese, Alois Schwarz, erteilte ihnen hiezu die Weihe. Eine Lebensform gegen den Zeittrend, sagt der Bischof. Der ORF Kärnten hingegen präsentiert seinen Bericht unter dem Titel Keuschheit liegt wieder im Trend in der Rubrik Lifestyle. Da klaffen die Wahrnehmungen weit auseinander. Und was dem einen wider den Zeitgeist ist, ist dem anderen voll im Trend. Ich meines, Du Deines, ich Katholik, Du Hedonist: Lifestyle.'s treibt eben jeder so, wie er will.

Keuschheit liegt wieder im Trend | Eine frühchristliche Berufung gewinnt wieder an Bedeutung: die Jungfrauenweihe. Die Frauen üben keine kirchliche Funktion aus, verpflichten sich aber, keusch zu leben. Zwei Kärntnerinnen haben sich jüngst für diese Lebensform entschieden. ... - [ORF Kärnten].

Mittwoch, Januar 26, 2005

The Death Clock
294.821.916 Sekunden. So lange habe ich noch zu leben, will mir The Death Clock prognostizieren. Mein Todestag soll der 2. Juni des Jahres 2014 sein, ein Montag, Arbeitstag. Ich schätze, da werde ich dann wohl blau machen. 2014, da wäre ich 58. Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass meine Selbsteinschätzung als Pessimist auch gerechtfertigt ist. Unter der Annahme, dass ich wider eigener Wahrnehmung das Leben durch eine optimistische Brille betrachte, dehnen sich vor mir noch 1.285.138.394 Lebenssekunden aus; ich stürbe im fast schon biblischen Alter von 89, fett und satt an Lebensjahren. Mein Großvater väterlicherseits kündigte schon ab seinem 50. Lebensjahr sein alsbaldiges Ableben an. Rund 40 Jahre später ist er dann tatsächlich gestorben. So habe ich durchaus Grund voller Pessimismus optimistisch in die Zukunft zu schauen, zumindest, was meine Lebenserwartung anbelangt. Was aber die Welt betrifft, "da wird einem halt Angst und Bang, die Welt steht auf kein´ Fall mehr lang".

Zuflucht im Christbaum: eine kleine Weihnachtsgeschichte
Wir befinden uns im Jahre 2005 nach Christus. Ganz Salzburg ist frei von Christbäumen. Ganz Salzburg? Nein! Ein unbeugsamer Baum vor dem Hotel Sacher in Salzburg überstand den Kehraus nach den Weihnachtsfeiertagen. Ungeachtet kritischer Anfragen was denn der struppelige Baum noch länger hier tue, gab die Chefin des Hotels, Frau Kammerhofer, Anweisung den Baum vorerst stehen zu lassen. Denn über die Weihnachtstage suchte dort ein Amselpaar Quartier, baute ein Nest und hat mittlerweile 4 Eier ausgebrütet. So haust nun eine kleine Amselfamilie, die Eltern und 4 Junge, im Baum. Ein Oberkellner wurde als Vogelbetreuer abgestellt, des Baumes weihnachtliche Beleuchtung wird weiterhin eingeschaltet, um den Vögeln über Kälte, Schnee und Eis hinweg zu helfen. 's ist immer noch Weihnacht, zumindest vor dem Hotel Sacher, zumindest beim Weihnachtsbaum.

Warum die Juden Jesus zurückwiesen. Und was, wenn nicht?
Why the Jews Rejected JesusEr kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf (Joh 1,11). Die Juden wiesen Jesus als Messias zurück. Der letzte Satz gibt in etwa den Titel und eine der Aussagen des Buches von David Klinghoffer Why the Jews Rejected Jesus : The Turning Point in Western History wieder. Ja, möchte man meinen, selbstverständlich haben sie das. Haben sie das? Richard John Neuhaus schrieb für First Things eine kritische Würdigung dieses Buches. Dabei äussert er in einer Passage auch eine Überlegung, stellt eine Frage, die ich zuvor noch nie vernahm. Was, wenn nicht? Was, wenn die Mehrheit der Juden in der späten Antike Jesus nicht zurückwies? Im ersten Jahrhundert lebten etwa 1 Million Juden im Gebiet des alten Israels, verteilt über das römische Imperium hingegen weitere 5 Millionen. Im 4. und 5. Jahrhundert nach Christus soll es, wie Neuhaus mit Verweis auf "some scholars" schreibt, im gesamten römischen Imperium nur mehr einige Hundertausend Juden gegeben haben. Was geschah mit den anderen Millionen? Wurden sie ... Christen? Was, wenn die Mehrzahl der Juden "did not reject Jesus?" Es wäre interessant zu wissen, ob es zu dieser Frage historische Arbeiten gibt.

Why The Jews Did or Did Not Reject Jesus | ... The very title of the book, Why the Jews Rejected Jesus, is highly problematic. Scholars generally agree that in the first century there were approximately six million Jews in the Roman Empire (for some reason, Klinghoffer says five million). That was about one tenth of the entire population. About one million were in Palestine, including today’s State of Israel, while those in the diaspora were very much part of the establishment in cities such as Alexandria and Constantinople. At one point Klinghoffer acknowledges that, during the life of Jesus, only a minuscule minority of Jews either accepted or rejected Jesus, for the simple reason that most Jews had not heard of him. Some scholars have noted that, by the fourth or fifth century, there were only a few hundred thousand, at most a million, people who identified themselves as Jews. What happened to the millions of others? The most likely answer, it is suggested, is that they became Christians. What if the great majority of Jews did not reject Jesus? ... - [First Things].

Dienstag, Januar 25, 2005

alter Sünder
"At least we know for certain
that we are three old sinners,
that this journey is much too long,
that we want our dinners,
And miss our wives, our books, our dogs,
But have only the vaguest idea why we are what we are.
To discover how to be human now
is the reason we follow this star."

W.H.Auden, "For The Time Being".

Montag, Januar 24, 2005

Walter Ernsting / Clark Darlton tot
Walter Ernstings erster Perry RhodanLetzten Freitag wurde auf dem Salzburger Friedhof Maxglan Walter Ernsting, vielen Menschen wohl eher unter seinem Pseudonym Clark Darlton bekannt, zu Grabe getragen. Clark Darlton und sein Freund K.H. Scheer begründeten zusammen 1961 die Science Fiction Serie Perry Rhodan. Mein älterer Bruder brachte Mitte der 60er Jahre die ersten Hefte der Serie nach Hause, die ich als kleiner "Knopf" von 8 oder 9 Jahren mit Begeisterung las. Gemeinsam mit Rhodan und dem Mausbiber Gucky, mit Rhodans Freund Reginald Bull, mit Icho Tolot und anderen Gefährten durchstreifte ich im Kampf gegen die Meister der Insel die Galaxis Andromeda. Auch nach M 87 begleitete ich die edlen Helden, und weiter bis in die ferne Galaxis Gruelfin im Kampf für Ovaron, den Ganjo der Ganjasen. Beim Kampf gegen den Schwarm war ich schon nur mehr von Zeit zu Zeit dabei, die Altmutanten sahen mich nur mehr sporadisch, beim Kosmischen Schachspiel schließlich war Game over für mich. Ich ging sozusagen von Bord. Aber als Kind und Jugendlicher fieberte ich von Woche zu Woche dem Erscheinen des nächsten Heftes entgegen. 66 Seiten Flucht in die Weite des Alls. Und jetzt ist einer meiner damaligen Lieblingsautoren verstorben. Aus dem Leben teleportiert. Möge ihm die Erde leicht sein, möge er das Licht sehen, das noch kein irdisches Auge sah.

Elementar, mein lieber Watson, elementar!
Für hartgesottene und englischtaugliche Sherlock Holmes-Fans: Five unusual new cases zum Lesen und Hören auf BBC Cult.

The Spy's Retirement by Jon Courtenay Grimwood
How did Holmes and Watson meet?
zum Lesen | zum Hören

The Lost World by Dominic Green
Holmes investigates a series of gruesome trombonist murders.
zum Lesen | zum Hören

The Lady Downstairs by Christopher Fowler
Holmes' landlady has picked up a few tricks over the years.
zum Lesen | zum Hören

A Shambles in Belgravia by Kim Newman
Professor Moriarty helps out a lady.
zum Lesen | zum Hören

The Deer Stalker by Paul Cornell
Holmes finds a most unusual weapon.
zum Lesen | zum Hören

Opus Dei, a mysterious arm of the Catholic Church
Sie erhält vom Werk spirituelle Führung, sagt sie. Die Rede ist von Ruth Kelly, Erziehungsministerin im Kabinett Tony Blairs, seine Kronprinzessin, wie die Welt schreibt. Grund genug, dass sich in England viele Augen auf die mehr oder minder geheimnisumwitterte Organisation richten, und die BBC in ihrem Magazin das Werk als Titelstory listet.

The Dei today | Opus Dei, a mysterious arm of the Catholic Church, has come under the spotlight after the new education secretary in the UK government, Ruth Kelly, revealed she receives spiritual guidance from it. The best-selling novel The Da Vinci Code puts the sect at the heart of an international battle for control of the Holy Grail. So what is known about the group? ... - [BBC News].

Achtung! Heute ist der mieseste Tag des Jahres!
Zumindest behauptet das Cliff Arnalls von der britischen Universität Cardiff. Er muss es wissen, er hat's berechnet: 1/8W+(D-d) 3/8xTQ MxNA

W steht für Wetter; D für Schulden; d für das Jänner-Gehalt; T für die Zeit seit Weihnachten; Q für die Zeit, die vergangen ist, seit man daran gescheitert ist eine schlechte Gewohnheit abzulegen; M für das Motivationsniveau; NA für die Notwendigkeit, aktiv zu werden und etwas gegen das ganze Elend zu tun.

Übrigens: heute hat das Diskussionsforum "Kreuzgang" wegen unüberwindbarer Differenzen zwischen Gründern und gegenwärtigen Betreibern seine Pforten geschlossen. Morgen mittag soll es vollständig offline gehen.

Aber auch über den heutigen Tag lässt sich etwas Gutes berichten: in knapp 4 Stunden ist er vorbei.

Always look on the bright side? | Bad weather, debt, seasonal blues and failed resolutions mean today is miserable Monday, says one scientist.Cardiff University tutor Cliff Arnalls says his formula proves 24 January is the grimmest day of the year. And many of your emails agreed. ... - [BBC News].

Achtung! Heute ist der mieseste Tag des Jahres | Von nun an geht's aufwärts: Ein britischer "Experte" will errechnet haben, dass der 24. Jänner der mieseste Tag des Jahres ist. Wie britische Zeitungen am Montag berichteten, erstellte Cliff Arnalls, Teilzeit-Dozent an der Universität Cardiff, - allerdings mehr als Witz - dafür die Formel 1/8W+(D-d)3/8xTQ MxNA. ... - [Der Standard].

Sonntag, Januar 23, 2005

Rome Eyes A Hard-Liner
Schon seit einiger Zeit köchelt das Gerücht, jetzt ist es auch an das Ohr des ORF gedrungen: Ratzinger gilt zur Zeit als Favorit für die Schuhe des Fischers, sollte Johannes Paul II von seinem Amt abberufen werden. Der Grund für Ratzingers Aufstieg zur Nummer Eins: die Scheu vor nicht kalkulierbaren Experimenten. Zudem sei man gegenwärtig nach über 25 Jahren Karol Woytila langer Pontifikate ein wenig überdrüssig. Und Ratzinger ist zwar dem Anschein nach zwar kerngesund und recht rüstig, mit 77 Lebensjahren jedoch nicht unbedingt mehr der jüngste. Sollte der Fall tatsächlich eintreten, für diese Prognose bedarf es keiner prophetischen Gabe, wird es etlichen liberalen Katholiken in Deutschland quasi die Schuhe ausziehen.

"Zwischenpapst" aus Altersgründen? | Die Spekulationen um die Papst-Nachfolge verdichten sich. Als erste Zeitung von Rang stieg das amerikanische "Time Magazine" kürzlich in das Thema ein. Jahrelang sei der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger als möglicher Papst-Nachfolger tabu gewesen. Das sei jetzt vorbei. "Die Ratzinger-Lösung ist in der Tat möglich." Dann griff der bekannte italienische Vatikan-Experte Marco Politi zur Feder: Der Gottesmann aus Bayern sei nicht nur Kandidat, Ratzinger sei "Kandidat Nummer Eins". ... - [ORF].

The Next Pope: Rome Eyes A Hard-Liner | Joseph Cardinal Ratzinger, the chief architect of Pope John Paul II's traditionalist moral policy, has long been a bugaboo for liberal Catholics. But they had stopped worrying that the German might one day ascend to St. Peter's throne. His hard-line views and blunt approach had earned him the epithet of panzerkardinal and too many enemies. Well, their worrying may now resume. Sources in Rome tell TIME that Ratzinger has re-emerged as the top papal candidate within the Vatican hierarchy, joining other front runners such as Dionigi Tettamanzi of Milan and Claudio Hummes of Sao Paolo. "The Ratzinger solution is definitely on," said a well-placed Vatican insider. ... - [Time Magazine].

"Rückholaktion" der Kirche: wie wir den Ausgetretenen einheizen wollen
Wie berichtet musste die Erzdiözese Salzburg einen starken Anstieg der Austrittszahlen hinnehmen. 4.267 Menschen verabschiedeten sich 2004 offziell aus der katholischen Kirche des Landes. Um diese und andere Ausgetretene will man sich mit einer Rückholaktion besonders bemühen. "Wir werden versuchen, eine niederschwellige Möglichkeit für den Wiedereintritt zu schaffen", erklärt Erzbischof Kothgasser. Nicht nur, dass dafür eine eigene, leicht zu erreichende Anlaufstelle geschaffen werden soll, bei der ein Wiedereintritt unbürokratisch erfolgen kann, will die Diözese auch die Öffentlichkeitsarbeit verstärken. Man will zukünftig die öffentliche Aufmerksamkeit stärker auf die vielen regionalen Aktivitäten der Kirche lenken; Kirche, so das Kalkül, ist nicht (nur) Diskussion um strittige Themen wie Empfängnisverhütung und Abtreibung, auf jeden Fall aber mehr als Affären wie zuletzt in St.Pölten.

Auch die Arbeit an der Basis, was - oder vielmehr wer - immer mit Basis gemeint sein mag, soll gestärkt werden, gerade in Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Gemeinschaften. Laut der lutherischen Superintendentin Luise Müller versuchen die christlichen Kirchen "gemeinsam einen Menschendienst zu tun". Zu den Arbeitsthemen, wie es in dem Bericht heisst, zählt auch das Problem des umweltschonenden Heizens.

Irgendwie bezweifle ich, dass wegen solcher Themen die Menschen zurück in die Kirche finde. Kirche, hat das nicht etwas mit Glaube zu tun? Dem Glauben an Jesus Christus?


"Rückholaktion" der Kirche
| Erzbischof Alois Kothgasser will Salzburger, die aus der Kirche ausgetreten sind, dazubringen, wieder einzutreten. Zu diesem Zweck will Kothgasser in Salzburg eine eigene Anlaufstelle einrichten. "Wir werden versuchen, eine niederschwellige Möglichkeit für den Wiedereintritt zu schaffen", sagt Kothgasser. Das müsse ein leicht erreichbarer Ort sein, wo der Wiedereintritt unbürokratisch erfolgen kann.... - [Salzburger Nachrichten].

Donnerstag, Januar 20, 2005

[aufgelesen]
Ein paar Jahre nach Bedas Tod ereignete sich ein sonderbarer Fall. Ein irischer Geistlicher namens Fergil oder Virgil, der als Abt in Salzburg lebte, bekam Streit mit seinem Vorgesetzten Bonifaz, und der verklagte ihn bei Papst Zacharias. Der Ire lehre "das Vorhandensein einer anderen Welt und anderer Menschen unter der Erde" - womit er die Antipoden meinte. Der Papst erwiderte, Bonifaz solle ein Konzil einberufen und Virgil wegen seiner Ärgernis erregenden Lehren aus der Kirche ausstoßen. Doch nichts geschah; vielmehr wurde Virgil in angemessener Zeit Bischof von Salzburg und verwaltete dieses Amt bis zu seinem Tode. Der Zwischenfall erinnert an die wirkungslose Denunziation Kleanthes' gegen Aristarchos und dürfte darauf hindeuten, dass selbst in dieser Zeit geistiger Blindheit die Orthodoxie in Dingen der Naturphilosophie (anders als in Dingen der Theologie) sich weniger durch Drohungen als durch inneren Zwang erhielt. - [Arthur Koestler: Die Nachtwandler. Das Bild des Universums im Wandel der Zeit.]

Mittwoch, Januar 19, 2005

Verlorene Deutungsmacht
Ein Kommentar im Standard über die verlorene Deutungsmacht der Kirche. Die Sex-Skandale haben nach Meinung des Kommentators jene zum Austritt motiviert, die diesen Austritt innerlich längst vollzogen. Der jeweils gerade aktuelle Skandal bietet nur ein gelegenes Sprungbrett für den finalen Absprung.

Verlorene Deutungsmacht | ... Teufel? Verdammnis? Himmel und Hölle? Es fällt schwer, heute solche Begriffe überhaupt ernst zu nehmen. Oder sich gar den Herrgott vorzustellen, wie er sitzt, "zu richten die Lebenden und die Toten". Allenfalls als kirchliches Kunstwerk ist das anschaulich - aber hat noch jemand eine Vorstellung davon, was eigentlich "Sünde" ist, was eine Strafe jenseits des Strafrechts sein könnte? ... Die Sex-Skandale haben dann für viele so genannte Taufschein-Katholiken bloß den letzten Anstoß dafür gegeben, eine Bindung zu lösen, die im Herzen schon längst nicht mehr bestanden hat. Geschweige denn in der Seele, an die (und an deren ewiges Leben) zu glauben man irgendwann im Lauf der Jahre aufgehört hat. Da liegt das eigentliche Problem der Kirchen - nicht nur, aber eben vor allem der römisch-katholischen Kirche: Die Menschen haben den Glauben verloren. Den Glauben aber verliert man nicht wegen der so genannten "Bubenstreiche" in einem Priesterseminar, auch nicht wegen der dümmlichen Verharmlosung der Zustände dort. ... - [Der Standard].

Dienstag, Januar 18, 2005

Alle Jahre wieder!
Kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch kurz nach Neujahr die Bekanntgabe der neuesten Zahlen zum Mitgliederstand der katholischen Kirche in Österreich. Und jedes Jahr ist es ein Bericht über Austritte. Sind es nur vergleichsweise wenige, ist es fast schon ein Sieg. Dieses Jahr, falls nicht irgendwo wieder eine Skandalbombe tickt, werden es vermutlich weniger sein als 2004. Es wäre zum Staunen, würde uns das dann nicht als Erfolg verkauft. Austritt ist "trendy", wer noch drinnen bleibt, selber schuld. So oder so ähnlich wiehert die Zeit, die alte Schindmähre, die unter Jubel und Gejohle verludert, was sie nicht versteht, die Beifall klatscht, weil das Kirchenschiff sinkt. Und dabei zu dumm ist eines zu bemerken: sie ist auch an Bord.

Jozef Niewiadomski vergleicht die religiösen Sehnsüchte in unserer Gesellschaft mit einem Garten. Wird dieser "Garten" nicht gepflegt, kommt es zum Wildwuchs. Eine Gesellschaft, die sich nicht um die Pflege von Religiosität bemüht, wird mit einer wild gewordenen Religiosität konfrontiert.

Kirchenaustritt - wann fangen wir an unsere Religion zu pflegen? | Alle Jahre wieder! Alle Jahre wieder kommt die Statistik der Kirchenaustrittszahlen. Alle Jahre wieder können wir auch dieselben Schlagzeilen lesen. Dem Durchschnittszeitgenossen legen sie nur eindeutige Urteile nahe: Kirchenaustritt liegt im Trend der Zeit. Jeder, der zukunftsträchtig ist, muss schon längst der Kirche den Rücken gekehrt haben. ... - [Innsbrucker Theologischer Leseraum].

"Wir lassen uns das Jammern nicht verbieten"
Ab morgen teilt "Dirty Harry", bürgerlich Harald Schmidt genannt, der deutschen Öffentlichkeit (und österreichischen Zaungästen) wieder mit, was er denkt: von ihr, der Welt, dem Leben und allen anderen Kleinigkeiten unseres Seins. Zwei mal pro Woche, Mittwochs und Donnerstags ab 23 Uhr, bietet ihm der (oder das?) ARD die Bühne, von der er den Konfetti seiner Weltsicht wirft. In der Welt am Sonntag ein längeres Interview mit ihm. Schmidt, meine ich, meint, was er sagt. Er sagt es, und zieht eine Grimasse oder zwinkert mit den Augen. Und schon meint man, es wäre im Spaß gesagt. In gewisser Weise ist er der Hofnarr unserer Zeit und Gesellschaft. Als Hofnarr darf er den König, mag dieser nun Publikum, Deutschland, Europa, Kohl, Schröder, Fischer, Merkel (in dem Falle darf er's mit einer Königin)oder sonst wie heissen, beleidigen ... soferne er nur den Insult als Witz verpackt. Und der König (oder die Königin) lacht und applaudiert.

"Es herrscht der Wunsch nach Vernichtung meiner Person" | ...
Schmidt: ... Ich stelle mir für einen Politiker das als Ziel sehr reizvoll vor. Ich finde, man müßte alle Politiker abstrafen, die sagen: "Macht interessiert mich nicht!", "Macht ist auf Zeit verliehen, um zu gestalten!". Das ist kompletter Quatsch. Sie sollen sagen: "Ich finde Macht an sich geil!" und "Der Machtverlust wäre für mich der persönliche Horror. Ich nehme lieber gescheiterte Ehen, kaputte Familien und Verbannung in Kauf."
Welt am Sonntag: Ist das der einzig realistische Blick auf Politik?
Schmidt: Ja.
...
Welt am Sonntag: Gehen Sie wählen?
Schmidt: Ja, ich würde Ihnen sogar sagen, was ich wähle. Aber als Moderator einer Show wie meiner darf ich mich politisch nicht festlegen lassen. Wobei ich der felsenfesten Meinung bin, daß Ihnen dieses Wissen gar nichts bringen würde. Denn es macht komplett keinen Unterschied, welche der im Bundestag vertretenen Parteien Sie wählen.

Schmidt, wie gesagt, meint, was er sagt. Aber auch für den Hofnarr gibt es Themen, die zu heiss für ihn sind. Dazu zählt jedoch nichts, was in der katholischen Kirche geschieht. Hier kann man, das ist an sich ja nichts Neues, lästern und beleidigen so gut man's eben vermag. Islam und Judentum aber, das sind Themen, von denen ein Hofnarr mit Vernunft die Finger lässt.

Welt am Sonntag: Was heißt das für Sie ganz konkret: Würden Sie Witze über radikale Muslime in Deutschland machen?
Schmidt: Nein. Denn das Problem hierbei ist ja: Sie wissen ja gar nicht, womit Sie diese Leute reizen. Stört es Sie schon, wenn ich sage: "Ich trinke lieber Kaffee als Tee"? Das beste Gegenbeispiel für ein geklärtes Feld dagegen ist die Katholische Kirche. Über die können Sie als Kabarettist alles sagen. Es gibt dann immer zwei niedere Chargen, die sich pflichtgemäß aufregen, im Grunde aber passiert: nichts. Über das Judentum sagen Sie dagegen in Deutschland am besten gar nichts. ...
- [Welt am Sonntag].

Montag, Januar 17, 2005

neuer Rekord
'Flucht aus der Kirche'

Ein neuer Rekord, aber kein Grund für ein Freudenfest. Noch liegen die Zahlen für die Diözese St. Pölten nicht vor, auch fehlen für die Erzdiözese Wien die Austritte des Monats Dezember. Aber auch ohne dies sind die Zahlen deprimierend: 44.856 Menschen suchen ihr Heil, so sie noch an so etwas wie ein Heil glauben, abseits der katholischen Kirche. Noch nie seit es entsprechene Aufzeichnungen gibt hat die katholische Kirche in Österreich innerhalb eines Jahres so viele Menschen verloren. Bislang war das Jahr 1995, das Jahr des Skandals um Kardinal Groër, mit rund 44.300 Austritten Spitzenreiter. Nun wird es vom Jahr 2004 abgelöst. Von 1995 bis 2004, vom Wiener Erzbischof Hans Hermann Kardinal Groër bis zum St. Pöltener Bischof Dr. Kurt Krenn: 10 Jahre Kirche in Österreich. Und eine halbe Million Katholiken weniger. Keine Erfolgsgeschichte.

Aber ist diese Rechnung, das Öffnen der Klammer zwischen Groër und Krenn, von Skandal zu Skandal, nicht zu simpel? Der Wind kann vom Baum nur welke Blätter pflücken. Meist, scheint mir, wird verlassen und nicht mehr geglaubt, was man nicht (mehr) kennt. Im Sommer besichtigte ich in Rom die Kirche Il Gesù, Roms erste Jesuitenkirche, ein Barockjuwel, dessen Programm der Gegenreformation verpflichtet ist. Der Grundriß der Kirche, ein lateinisches Kreuz, kam dem Bestreben der Jesuiten entgegen, dem Volk durch Predigten die Wahrheiten des katholischen Glaubens und der Liturgie nahezubringen. Darum gibt es auch nur ein einziges helles Kirchenschiff mit ausgezeichneter Akustik. Die Vermittlung der Inhalte katholischen Glaubens. Wie oft hört man heute eine Predigt, die dem gewidmet ist? Oft genug geht es um Moral oder allgemeine Lebensberatung mit spiritueller Verbrämung. Nach dem schulischen Religionsunterricht wird kaum ein Katholik seitens der Kirche mit den Inhalten seiner Religion "belästigt". Warum sich dann nicht von etwas trennen, das man ohnehin kaum kennt? Warum sich dann nicht den Kirchenbeitrag, die 70 Euro, die im Durchschnitt der austrittswillige Österreicher zahlt, einfach sparen?

Flucht aus der Kirche | Der Sexskandal im Priesterseminar von St. Pölten, der im vergangenen Herbst zum Rücktritt von Bischof Kurt Krenn geführt hat, hinterlässt deutliche Spuren in der katholischen Kirche Österreichs: Es gab im Vorjahr einen absoluten Rekord an Kirchenaustritten. Aus St. Pölten selbst liegen noch keine Austrittszahlen vor. Allein die vorläufigen Zahlen aus den anderen Diözesen ergeben aber bereits ein eindeutiges Bild: 44.856 Menschen kehrten der Kirche im Vorjahr den Rücken. ... - [ORF].

Samstag, Januar 15, 2005

Rekorde, auf die man lieber verzichten würde
4.267 Menschen kehrten im Vorjahr der katholischen Kirche im Bundesland Salzburg den Rücken zu: sie traten aus. Ein Rekord, auf den die Ortskirche nur zu gerne verzichtet hätte. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Austritte um 39 Prozent, ein Anstieg, der seitens der Diözese den Geschehnissen in St. Pölten angelastet wird. Auch die Diözese Feldkirch hat eine vergleichbare hohe Rate an Austritten zu verzeichnen. Für die anderen Diözesen Österreichs liegen die Zahlen noch nicht vor; Montag werden sie für das Bistum Linz, Donnerstag für Graz-Seckau bekanntgegeben. Falls auch hier ähnlich hohe Zahlen zu verzeichnen waren, dürfte die katholische Kirche in Österreich innerhalb eines Jahres etwa 55.000 Austritte zu verzeichnen haben. Damit würde der bisherige Rekord aus dem Jahr 1995 (44.304 Austritte) deutlich überboten werden. 1995, das war das Jahr des Skandals um den damaligen Wiener Erzbischof, Kardinal Hans Hermann Groer. Hinter jedem Austritt steht ein Mensch. In manchen Fällen in einem doppelten Sinne.

Diözese verzeichnet Rekord bei Kirchenaustritten | Die Erzdiözese Salzburg musste 2004 einen neuen Rekord an Kirchenaustritten hinnehmen: Waren es 2003 "nur" 3.074 Katholiken, die der Kirche den Rücken gekehrt hatten, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 4.267. "Das ist die höchste Anzahl in der Geschichte der Erzdiözese überhaupt", wie Pressesprecher Karl Roithinger auf Anfrage der APA feststellte. ... - [Salzburger Nachrichten].

The Book Game
Man übernimmt vom Vorgänger eine Liste mit 10 Autoren, und ersetzt die Namen derer, die nicht in der eigenen Sammlung stehen in Fettschrift durch eigene Autoren.

1. Arthur Koestler
2. Jacques Loew
3. Paul Feyerabend
4. Adalbert Stifter

5. John Irving
6. J.W. Goethe
7. C.S. Lewis
8. J.R.R. Tolkien
9. Augustinus
10. Hans Urs von Balthasar"

Aus meiner Liste fielen Sten Nadolny, Stanislaw Lem, Thomas von Kempen und William Shakespeare. Von den vieren habe ich nur von Nadonly noch gar nichts gelesen, wenngleich mir sein Name bekannt ist. Aber das Thema seines bekanntesten Buches, Die Entdeckung der Langsamkeit, gewidmet dem Leben des englischen Kapitäns und Polarforschers John Franklin, hielten mich in Hinblick auf das Schicksal, das Franklin im Widersinn zu Titel und Inhalt des Buches letztendlich ereilt, von der Lektüre zurück. Von Lem habe ich einige seiner Science-Fiction-Werke gelesen, wurde aber nicht recht warm damit, so dass keines seiner Bücher auf Dauer Eingang in meine Regale fand. Auch De Imitatione Christi von Thomas von Kempen ist mir nicht fremd, doch besitze ich kein Expemplar des kleinen Büchleins. Bleibt noch Shakespeare. Die meisten seiner Dramen kenne ich, entweder von der Bühne, oder aus eigener Lektüre, insbesondere seine Komödien, die ich den Tragödien vorziehe. Aber, und fast (nein, tatsächlich) schäme ich mich dafür: keines seiner Werke beansprucht Platz zwischen meinen anderen Büchern. Oder kann man die Librettos von Macbeth und Otello gelten lassen? Nein, wohl eher nicht. Nun, dann muss ich vorerst mit dieser Schande leben. Ich werd's überleben.

Als Ersatz füge ich 4 Autoren hinzu, die ich im letzten Jahr las. Allesamt zu empfehlen.

Freitag, Januar 14, 2005

Was ist der Unterschied zwischen Casanova und Jesus?
Frosch-KruzifixRegensburg will 2010 Europäische Kulturhauptstadt werden. Zu diesem Zweck schien es der Stadt angeraten einen knallgrünen Laubfrosch ans Kreuz zu nageln. So geschehen und gesichtet auf der Veranstaltung "kultuRklub 2010", bei der Veit Loers, im Autrag der Stadt Promoter der Bewerbung, dieses Zeichen von kultureller Gesinnung präsentierte. Der Frosch am Kreuz ist geistiges Kind des Künstlers Martin Kippenberger. Bereits im Dezember sorgte eine ähnliche Darstellung, die gleichfalls ihre Inspiration von Kippenberger bezog, für Unruhe im Kulturbereich. Das Münchener Volkstheater hatte mit einer Plakatdarstellung des Motivs für ein Theaterstück geworben. Nachdem es Proteste hagelte, zog das Theater das Plakat mit der Erklärung, es wäre nicht beabsichtigt gewesen religiöse Gefühle zu verletzen, wieder zurück. Und nun also Regensburg, das mit dem Frosch seine Bewerbung bewirbt. Und - oh Überraschung! - wieder hagelt es Proteste. Das wäre für die Stadt vielleicht zu verschmerzen gewesen, wenn nicht, ja, wenn nicht die Regensburger Domspatzen als singende Kulturhauptstadt-Botschafter hätten dienen sollen. Die katholische Kirche gab der Stadt bekannt die Bewerbung unter diesen Umständen nicht weiter unterstützen zu können, die Regensburger Domspatzen wären verstummt. Dass die Kirche noch so viel Selbstachtung aufbringen würde, sich nicht unter diesen Umständen still und bescheiden verhielte, kam unerwartet. Also entschuldigte sich der Bürgermeister, auch Loers entschuldigte sich. Jetzt zeigt sich die Kirche versöhnlich, und die Spatzen reissen wieder die Schnäbel für Regensburg auf. Aber was ist von einer solchen Entschuldigung zu halten, die nur unter Druck zustande kam. Und was ist von einer Gesellschaft zu halten, die solchen Drucks bedarf, um zu begreifen, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist - oder sein sollte?

Bleibt noch die einleitende Frage, wie sie Martin Kippenberger formulierte: "Was ist der Unterschied zwischen Casanova und Jesus?" Kippenbergs Antwort: "Der Gesichtsausdruck beim Nageln." Das dürfte in etwa den Stellenwert skizzieren, den Christus und der Glaube an ihn bei einem großen Teil der Gesellschaft heute hat. Und so begreift man nicht, was an einer solchen Darstellung anstößig und verletzend sein soll.

Frosch-Kruzifix: Spatzen trällern wieder | Regensburg setzt alles daran, 2010 Europäische Kulturhauptstadt zu werden. Doch zwischen den Jahren schwammen die Felle davon. Der Streit um ein provokatives Frosch-Kruzifix hatte ungeahnte Folgen: Die Domspatzen waren plötzlich keine Kulturhauptstadt-Botschafter mehr. Doch jetzt singen die Spatzen wieder für Regensburg. Ein klärendes Gespräch zwischen Stadt und Kirche konnte die Wogen glätten. ... - [br-online].

Donnerstag, Januar 13, 2005

Lang lebe der König!
Die Jerusalem Post berichtet von einem krönenden Ereignis, das nahe bevorzustehen scheint. Vergangenen Sonntag berieten 71 jüdische Gelehrte, die sich letzten Oktober aus eigener Befugnis zum neuen Sanhedrin kürten, über die Wiedereinführung der Monarchie im modernen Staat Israel. Und da König in Israel nur sein kann, wer seine Abstammung auf König David zurückzuführen weiss, wurden die Ergebnisse mehrjähriger Suche nach einem solchen Erben mit der Bekanntgabe eines solchen Sproßes des davidischen Hauses abgeschlossen. Rabbi Yosef Dayan aus Psagot soll väterlicherseits seine Abstammung über 3000 Jahre hinweg bis zu König David zurückführen können. Kein Wunder also, dass sich Rabby Dayan besonders um die Wiedereinführung der Monarchie bemüht, sogar unter dem Titel Throne and Crown eigens ein Buch zu diesem Thema schrieb. Rabbi Dayan, schreibt die Jerusalem Post, ist aber auch so in Israel nicht ganz unbekannt. In letzter Zeit schuf er sich einen Ruf durch die Drohung, er würde über den israelischen Premierminister Ariel Sharon wegen Verrats an den Siedlern einen Todesfluch verhängen.

Der neue Sanhedrin diskutierte auch noch einige andere Fragen, etwa die Errichtung eines Altars auf dem Tempelberg, auf dem getreu den biblischen Vorschriften zum Passahfest das Passahlamm geopfert werden soll. Die Errichtung eines solchen Altars auf dem Tempelberg, praktisch neben der Al-Aksa-Moschee, ist nicht gestattet, da der Tempelberg von staatlicher israelischer Seite der religiösen Oberhoheit des muslimischen Waqf (einer Art muslimisch-religiöser Treuhandgesellschaft) untersteht. Was also tun, um wider das Verbot den Altar errichten zu können? Baruch Ben-Yosef, führendes Mitglied des Sanhedrin, also wohl so etwas wie der neue Hohepriester, regte an für ein Unglück in der Art des Tsunamis im Pazifik zu beten. "In one second, God wiped out 150,000 people. Who knows? Maybe he'll help us if we show him we are ready."

Hear ye, hear ye: Sanhedrin seeks David's scion as king
| Will Jews begin proclaiming "Long live the king" in the near future? According to a group of 71 Jewish scholars who met this week in the Old City of Jerusalem in the form of a modern-day Sanhedrin – a duplicate of the religious tribunal which convened during the time of the Second Temple – a coronation day is growing closer. As one member of the group put it, "We would have liked it to happen yesterday. But we are willing to wait until tomorrow." ... - [Jerusalem Post].

Dienstag, Januar 11, 2005

2004: was ich las
A. Koestler: Die Nachtwandler
T. Williams: Sea of Silver Light (Otherland, Volume 4)
T. Williams: River of Blue Fire (Otherland, Volume 2)
A. Hamman & A. Fürst: Kleine Geschichte der Kirchenväter
T. Williams: City of Golden Shadow (Otherland, Volume 1)
H. Sienkiewicz: Quo Vadis?; R. Hupka: Michelangelo. Pietà
Die großen Künstler Italiens. Maler der Renaissance
P. Dinzelbacher: Bernhard v. Clairvaux
W. Durant: Das frühe Mittelalter (Kulturgeschichte der Menschheit, Bd.6)
J.M. Roberts: Im Namen Caesars
J.M. Roberts: Die Schiffe der Kleopatra
W. Durant: Weltreiche des Glaubens (Kulturgeschichte der Menschheit, Bd.5)
B. Marshall: Keiner kommt zu kurz oder Der Stundenlohn Gottes
J. Dobraczynski: Briefe des Nikodemus
A. Stifter: Witiko
W. Durant: Das hohe Mittelalter und die Frührenaissance (Kulturgeschichte der Menschheit, Bd.7)
W. Durant: Glanz und Zerfall der italienischen Renaissance (Kulturgeschichte der Menschheit, Bd.8)
E. Boshof u.a. (Hrsg): grenzenlos. Geschichte der Menschen am Inn.
C. Reemts: Origenes. Eine Einführung in Leben und Denken
A. Frossard: Gott existiert. Ich bin ihm begegnet
P. Feyerabend: Zeitverschwendung
F. Derwahl: Eremiten. Die Abenteuer der Einsamkeit
C.S. Lewis: Überrascht von Freude
C.S. Lewis: Die große Scheidung
G. Kroll: Auf den Spuren Jesu
J. Loew: Ihr sollt meine Jünger sein. Schule des Glaubens
J. Loew: Er gab mir ein Zeichen. Meine Glaubensgeschichte
Die großen Künstler Italiens. Von der Gotik bis zur Renaissance
D. Watkin: Geschichte der abendländischen Architektur
B. McGinn (Hrsg.): Geschichte der christlichen Spiritualität. Von den Anfängen bis zum 12. Jahrhundert

Dienstag, Januar 04, 2005

"Das sind die, welche aus der großen Drangsal gekommen sind"
6. Februar 2004: Ignacio Garcia Alonso
31. März 2004: Luciano Fulvi
2. Mai 2004: Javed Anjum
28. Mai 2004: Samuel Maish
7. Juni 2004: Ramon Navarrete Islas
24. Juli 2004: Faustino Gazziero
31. Juli 2004: Eusebio Manuel Sazo
19. August 2004: Nasir Masih
28. August 2004: Job Chittilappilly
2. Oktober 2004: Gerard Fitzsimons
18. Oktober 2004: Macrino Najera Cisneros
19. Oktober 2004: Gerard Nzeyimana
17. November 2004: Kazimir Viseticki
24. November 2004: John Hannon
26. Dezember 2004: Christiane Philippon

Da fragte mich einer der Ältesten: "Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen?" Ich erwiderte ihm: "Mein Herr, das musst du wissen." Und er sagte zu mir: "Das sind die, welche aus der großen Drangsal gekommen sind; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht. Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel; und der, der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt über ihnen aufschlagen. Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze wird auf ihnen lasten. Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen." (Offb 7, 13-17 ).

Montag, Januar 03, 2005

Bildnis eines Knaben
Jesus als KnabeJesus aber wuchs heran und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen (Lk 1,80).

Experten der italienischen Polizei wandten ihre Softwarewerkzeuge zur Erstellung von Phantombildern auf jenes Antlitz an, das sich auf dem Grabtuch von Turin abzeichnet: das Abbild eines Mannes, der entsprechend den Berichten in den Evangelien gegeisselt, mit Dornen gekrönt und schließlich gekreuzigt wurde. Ausgehend von dem Gesicht dieses Menschen berechnete der Computer ein Phantombild, das ihn im Alter von 12 Jahren zeigt. In jenem Alter, in dem der junge Jesus nach dem Bericht des Evangelisten Lukas inmitten der Gelehrten im Tempel saß, Fragen stellte und seinerseits Rede und Antwort stand.