Diskreditierte Ökumene
Der EKD-Ratsvorsitzende hofft auch auf Fortschritte in der Frage des gemeinsamen Abendmahls. Bisher lehnt Rom dies ab, während die Protestanten die Katholiken dazu einladen. Dabei respektiere man ausdrücklich die Gewissensbindung der Katholiken an die Ordnung ihrer Kirche - "aber verschweigen können wir diese Einladung nicht", sagte Huber. "Ich setze Hoffnungen hierbei auch auf den neuen Papst, aber als evangelischer Christ möchte ich die katholischen Schwestern und Brüder dazu ermutigen, nicht alles nur vom Papst zu erwarten." Manchmal würden die Erwartungen so sehr auf eine Person konzentriert, "dass man gar nicht mehr fragt, was man selbst tun kann". Das Miteinander der Kirchen entscheide sich vor allem vor Ort, in den Gemeinden, im gemeinsamen Leben. "Und das wird auch ein wichtiges Element dafür sein, dass die Bischöfe und der künftige Papst sehen, wie dringlich eine Klärung der Frage eines gemeinsamen Abendmahls ist."
Mag sein, ich verstehe es falsch, vielleicht hat Huber es ganz anders gemeint, aber wie wäre denn diese Aussage des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland anders zu deuten, als ein Aufruf an die Katholiken sich gegen das Lehramt der katholischen Kirche zu stellen? Man kann eben nicht behaupten die Gewissensbindung der Katholiken an die katholische Lehre - nicht Kirchenordnung!, Herr Huber - zu respektieren, lüde aber dennoch ein. Wo liegt da der Respekt? Wo liegt der Respekt, wenn etwa die Katholiken bereits jetzt aufgefordert werden, wider den erst noch zu wählenden Papst zu handeln, auch ohne Einverständnis der katholischen Kirche gemeinsam mit den Protestanten Abendmahl zu feiern, um derart die Kirche auf einen solchen Kurs zu zwingen? Huber müsste doch wissen, dass Abendmahl und Eucharistie, das jeweilige Verständnis, in Glaube, Theologie und Praxis nicht deckungsgleich sind, und zwar weit über die Frage der Ämter hinaus. Meine erste emotionale Reaktion, die ersten Gedanken, als ich diese Äusserungen des Herrn Ratsvorsitzenden der EKD las: eine Unverschämtheit. So wird Ökumene diskreditiert.
Evangelischer Bischof Huber gegen Papst als "Sprecher der Weltchristenheit" | Ein künftiger Papst kann nach Ansicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, nicht "Sprecher der gesamten Weltchristenheit" werden. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa wandte sich Bischof Huber am Donnerstag gegen eine solche ökumenische Vision, die seit längerem in Kirchenkreisen kontrovers diskutiert wird. "Natürlich konkretisiert sich eine kirchliche Gemeinschaft auch in bestimmten Personen, die dann auch medial wahrgenommen werden", sagte Huber. "Aber warum die Gemeinschaft der Weltchristenheit mit ihren unterschiedlichen christlichen Traditionen sich in einem Sprecher konkretisieren soll, das hat man mir noch nicht plausibel gemacht. ... - [ORF Religion].


0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home