Mittwoch, November 26, 2003

Assisi
Reise nach AssisiMorgen um 6 Uhr früh reisen meine Frau und ich für eine Woche nach Assisi. So kann ich am Samstag die am 29. November 1209 durch Papst Honorius III erfolgte Anerkennung (päpstliche Bulle Sollet annuere) des von Franziskus gegründeten Ordens der Minderbrüder in der Patriarchalbasilika des Heiligen Franziskus feiern. Zudem am Wochenende auch der Advent beginnt: Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab!

In einer Woche also sprechen wir uns wieder. Bis dahin: Alles Gute!

P.S. - trotz des Bildes: wir fahren mit dem Auto.

Beichte online
Eine Website bittet zur Beichte: Group Hug nennt sich der virtuelle Tummelplatz für veröffentlichte Bekenntnisse aller Art.

"In about 4 hours I will be so drunk I hope I piss myself."

"I love my husband but I fucking hate his family! Every last one of them! God this feels good. I HATE THEM!"

"If I had one wish and one wish only it would be to have a big penis."

Group Hug funktioniert ähnlich wie ein Blog mit vollständig freigegebenem Schreibzugriff. Auf der Startseite werden die 10 aktuellsten "Beichten" angeführt. Wer immer möchte, kann sein eigenes Geständnis hinzufügen und für kurze Zeit den Ruhm geniessen, an der Spitze der Bekenner zu stehen. Allerdings währt dieser Ruhm nicht für lange: etwa 700 "Beichten" laufen täglich über die Startseite.

Die meisten Bekenntnisse dürften sich wohl auf sexuelle Handlungen, ausgeführte ebenso wie auch nur erwünschte oder erträumte, beziehen. Nach Gabriel Jeffrey, dem Erfinder von Group Hug, ist "das wahrscheinlich am weitesten verbreitete Wort in den Geständnissen ... masturbieren". Doch werden selbst Straftaten unter dem Mantel der Anonymität einer ebenso anonymen Öffentlichkeit anvertraut: ein Verlobungsring, erworben mit gestohlenem Geld und dem Erlös von Drogendeals, ein Angestellter, der vertrauliche Firmeninformationen der Konkurrenz zuspielt, weil er seinen Chef für einen Idioten hält und davon träumt eines Tages dessen Platz einzunehmen ... . Bislang aber wurde laut Jeffrey weder eine Vergewaltigung noch ein Mord gestanden.

Einmal möchte ich ein Böser sein, eine miese Sau.
Einmal richtig hundsgemein, für einen Tag genau.


Getreu diesem Motto sonnen sich manche "Confessores" im Wohlgefühl ihrer anonym veröffentlichten Bosheiten:

"Wenn ich zu Weihnachten durch große Menschenmengen gehe, laufe ich oft absichtlich junge Kinder nieder, die nicht aufpassen, wo sie hingehen. Sie gehen mir auf die Nerven, und ich finde es lustig, wenn sie manchmal hinfallen und ihre Eltern mir böse Blicke zuwerfen. Sie sind selber schuld, wenn sie nicht aufpassen, wohin sie gehen." - [News ORF: 700 Beichten täglich]

Nach Ansicht der Soziologin E. Doyle McCarthy erfüllt Group Hug ein Bedürfnis der Menschen heutzutage:
"geheime Dinge zu erzählen, verborgene Dinge, böse Dinge. Aber diese Beichtenden brauchen keine Vergebung, und sie wollen auch keine. Sie erfreuen sich einfach an der öffentlichen Zurschaustellung". - [News ORF: Experten orten Exhibitionismus].

EAV - Einmal Möchte Ich Ein Böser Sein
Ich bin ein Niemand, ich bin ein Wicht, bin einer, der stets kroch
Bin zuhause, wo's nach Zwergen riecht, bin das letzte Loch.
Ich kann nackt am Hauptplatz stehen, im hellsten Sonnenschein
Trotzdem werd ich übersehen, nach mir da pfeift kein Schwein.
Doch einmal wird das anders sein, dann kommt mein großer Tag
Ich werde bi-ba-bu-böse sein, superbös, bumm und zack.
Einmal möchte ich ein Böser sein, eine miese Sau
Einmal richtig hundsgemein, für einen Tag genau.
Einmal möchte ich ein Böser sein, grausam und brutal
Und dann zieh ich meine Spur durch dieses Jammertal.
Die Bösen, die Bösen, die Bösen sind nicht gut.
Ich stecke meinen Opapa ins Altersheim, denn bei uns, da fühlt er sich zu wohl
Und statt Schnitzel kriegt er nur mehr Haferschleim, und Kamillentee statt
Alkohol.
Prost! Prost!
Dann vergifte ich den Weihnachtsmann, und das Osterhasi auch
Nur den Krampus, den bösen, rührt mir keiner an, weil ich den als Vorbild
brauch.
Einmal möchte ich ein Böser sein, eine miese Sau
Einmal richtig hundsgemein, für einen Tag genau.
Einmal möchte ich ein Böser sein, grausam und brutal
Und dann zieh ich meine Spur durch dieses Jammertal.
Die Bösen, die Bösen
Die Bösen, die Bösen
Die Bösen, die Bösen
Die Bösen, die Bösen
Die Bösen sind nicht gut.
Ich stecke meinen Hamster in das Tiefkühlfach und fahr ein eisiges Programm
Da ist er dann drei Tage lang der Nager, der aus der Kälte kam.
Ich wünsche der Menschheit einen Super-GAU, daß die Erde auseinanderfällt
Und dann hau ich mir selber meine Augen blau, denn ich hasse mich und diese
Welt!
Einmal möchte ich ein Böser sein, eine miese Sau
Einmal richtig hundsgemein, für einen Tag genau.
Einmal möchte ich ein Böser sein, grausam und brutal
Und dann zieh ich meine Spur durch dieses Jammertal.
Ich wünsche der Menschheit einen Super-GAU, daß die Erde auseinanderfällt
Und dann hau ich mir selber meine Augen blau, denn ich hasse mich und diese
Welt!
Die Bösen, die Bösen, die Bösen sind nicht gut.

Dienstag, November 25, 2003

Im Anfang war das Wort
 Bible moralisée: Gott als WeltenschöpferEinen wahrhaft illuminativen Abschluss zum Jahr der Bibel bildet eine Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek mit dem Titel "Im Anfang war das Wort". Mehr als 50 Bibelhandschriften, darunter die Prager Wenzelsbibel aus dem 14. Jahrhundert, die Admonter Riesenbibel, die Historienbibel des Evert van Soudenbalch, Armenbibeln und die beiden berühmten französischen Bibles moralisées bilden den farbenprächtigen Rahmen der Ausstellung.

"Im Anfang war das Wort - Glanz und Pracht illuminierter Bibeln", Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek, geöffnet vom 27. November bis 6. Jänner 2004, täglich von 10 bis 14 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 5 €.

Die Ausstellung wird inhaltlich von Begleitvorträgen flankiert, der Eintritt ist kostenlos:

Donnerstag, 4. Dezember, 19 Uhr
Prof. Dr. Stephan Füssel: Eine Bibel für das Volk. Zur sprachlichen, künstlerischen und theologischen Bedeutung der
Luther-Bibel von 1534.

Donnerstag, 11. Dezember, 19 Uhr
Dr. Christian Gastgeber: Die Anfänge der illuminierten Bibel in der Ostkirche
Erzbischof Hon.-Prof. Dr. Mesrob K. Krikorian: Glanz und Pracht der Bibel und der christlichen Kunst Armeniens.

Donnerstag, 18. Dezember, 19 Uhr
Mag. Maria Theissen: "Eisvogel - König - Bademagd". Emblematische Randminiaturen in der Bibel König Wenzels IV.
Dr. Karl-Georg Pfändtner: Bibel und Gelehrsamkeit - Mittelalterliche Bibelillustrationen im Umkreis der Universitäten.

Montag, November 24, 2003

aufgelesen
"Der Überfluss der Reichen ist das Lebensnotwendige der Armen. Fremdes besitzt man, wenn man Überflüssiges besitzt." (Aurelius Augustinus, Auslegungen der Psalmen 147,12).

Das ist ein ziemlich unangenehmer Satz. Den würde man am liebsten schnell wieder vergessen ...

Buch der Rekorde
In der katholischen Pfarrkirche von Leuggern in der Schweiz versuchte Stefan Essig, seines Zeichens Pfarrer und damit geistlicher Hirte seiner Gemeinde, mit einigen Mitstreitern einen Weltrekord im Bibel-Lesen aufzustellen. Ohne Unterbrechung, bei Tag und bei Nacht, lasen 250 Personen in 109 Stunden die gesamte Bibel laut vor. Hochwürden strebt nun einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde an. - [Wir haben es geschafft!].

Vor diesem Ehrgeiz, dem Eintrag ins Buch der Rekorde, ziehe ich mich geschlagen auf diesen Kanon für 3 Stimmen zurück:

Alles ist eitel, du aber bleibst,
Und wen du ins Buch des Lebens schreibst.
Du aber bleibst, du aber bleibst;
Alles ist eitel, du aber bleibst.
Du aber bleibst, du aber bleibst,
Und wen du ins Buch des Lebens schreibst.


Hier die Melodie dazu (audio/midi-Objekt).

was bleibt
"In terms of how he's affected the kids of my generation and the rest, I have a feeling that C.S. Lewis may have affected them more than John Kennedy," Summers said, citing the popularity of Lewis' Chronicles of Narnia series among preteens and teens. - [The Courier Journal].

Fast hätte ich gestern etwas ähnliches geschrieben, doch schien's mir allzu verwegen. Jetzt kann ich es zumindest zitieren.

Sonntag, November 23, 2003

Christkönigsonntag: Evangelium nach Johannes, Kapitel 18, Verse 33b-37

Erstes Verhör
33"Bist du der König der Juden?"
34 Jesus antwortete: "Sagst du das aus dir selbst, oder haben es dir andere von mir berichtet?"
35 Pilatus entgegnete: "Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir übergeben. Was hast du getan?"
36 Jesus erwiderte: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so würden meine Diener dafür kämpfen, daß ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun ist aber mein Reich nicht von hier."
37 Da sagte Pilatus zu ihm: "Du bist also doch ein König?" Jesus antwortete: "Ja, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme."



Günther Schiwy, Weg ins Neue Testament, Bd. 2

33-35 Wahrscheinlich haben die Juden nun dem Pilatus eine Anklageschrift überreicht, so daß dieser Jesus daraufhin im Prätorium verhört: Du bist also der Anklage nach der König der Juden, im Verständnis des Römers der politische Befreier deines Volkes, also mein Erzwidersacher? Jesu Zwischenfrage bringt dem Pilatus zum Bewußtsein, wie harmlos oder wie tückisch Jesus zu Werke gegangen sein muß, liegt doch von Seiten der römischen Sicherheitspolizei bisher kein belastendes Material gegen Jesus vor. Pilatus' Antwort zeigt, daß er die Unhaltbarkeit der jüdischen Anklage längst durchschaut hat: Weißt du nicht, daß nicht wir Römer, sondern dein Volk und die Hohenpriester dich angeklagt haben! In dem Ausruf: Bin ich denn ein Jude! liegt alle Verachtung des Römers über die Juden im allgemeinen und über den gerade vorliegenden Fall, in dem die Juden sich nicht scheuen, ihren Befreier - wenigstens dem Namen und der Anklage nach - der Besatzungsmacht auszuliefern. Weil Pilatus zu erkennen gibt, daß er die Sache mit dem Königsanspruch Jesu nur für einen Vorwand der Anklage ihm gegenüber hält, will er nun aber wissen: Was hast du in Wirklichkeit getan, daß sie dich töten wollen?

36-38 Da sich Pilatus als verständiger Mann gibt, antwortet ihm Jesus ebenso sachlich: Warum man mich verurteilt hat, ist tatsächlich mein Königsanspruch, nur ist er eigener Art: Meine Königsherrschaft (basileia) ist zwar in dieser Welt, aber nicht aus dieser Welt, keine rein politische, innerweltliche Angelegenheit; wenn meine Königsherrschaft aus dieser Welt wäre, hätten meine Diener gekämpft, daß ich den Juden nicht überliefert werde. Jetzt aber, daraus, daß ich als Verurteilter vor dir stehe, kannst du entnehmen, daß meine Königsherrschaft nicht von hier aus ist, weltlichen Ursprungs und nach der Art irdischer Könige. Pilatus meint, ihn verstanden zu haben: Nicht wahr, ein König bist du also? Und Jesus erwidert: Du sagst es: Ich bin ein König. Ich bin für das geboren und für das in die Welt gekommen, daß ich zeuge (Martyrium) für die Offenbarung (Wahrheit) Gottes, den Willen Gottes schlechthin erfülle und verkünde. Und jeder, der aus der Wahrheit ist, in Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters lebt, hört (johanneisch) meine Stimme (johanneisch) und gehorcht mir und gehört zu meiner Königsherrschaft.

Top Ten
Sie sind wohl unvermeidlich, die Spekulationen über den Nachfolger in den Schuhen des Fischers; und ich selber, ich selber beteilige mich auch daran, zumindest soweit, als ich über John Allens Spekulationen in seinem letzten Word of Rome (21. November 2003) berichte.

Ein altes Sprichwort, schreibt Allen, sage zwar, dass als Kardinal herauskomme, wer das Konklave als Papst betrete. Die letzten 5 Wahlen zeigten aber, dass dies durchaus nicht immer zutrifft. Kardinal Eugenio Pacelli ging als Favorit ins Konklave von 1939. Und trat als Pius XII daraus hervor. Ähnlich auch 1963, als - wie allgemein erwartet - Kardinal Giovanni Battista Montini zum Papst - Paul VI - gewählt wurde. Die Kardinäle Angelo Roncalli - Johannes XXIII - und Albino Luciani - Johannes Paul I - zählten zumindest zum erweiterten Kandidatenkreis. Einzig die Erwählung Johannes Paul II für die Nachfolge Petri kam völlig unerwartet.

John Allen erstellte nun seine eigene Favoritenliste. Diese basiert auf Gesprächen und Interviews, die er mit zahlreichen Kardinälen führte, inbesondere über die Art von Führung, derer die Kirche angesichts der anstehenden Probleme bedürfe; auf seiner Kenntnis der Kardinäle, sei es persönlich, sei es über veröffentlichtes Material; und schließlich auf den Beobachtungen und Schlüssen anderer Vatikanauguren.

Nun aber zu seiner Liste der "Top Ten" (in alphabetischer Reihenfolgen):

Francis Arinze (Nigeria, 71), Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung
Jorge Mario Bergoglio (Argentinien, 66), Erzbischof von Buenos Aires
Godfried Danneels (Belgien, 70), Erzbischof von Mechelen-Brüssel
Ivan Dias (Indien, 67), Erzbischof von Bombay
Cláudio Hummes (Brasilien, 69), Erzbischof von Sao Paulo
Walter Kasper (Deutschland, 70), Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen
Norberto Rivera Carrera (Mexiko, 61): Erzbischof von Mexico Stadt
Oscar Andrés Rodriguez Maradiaga (Honduras, 60): Erzbischof von Tegucigalpa
Christoph Schönborn (Österreich, 58), Erzbischof von Wien
Dionigi Tettamanzi (Italien, 69), Erzbischof von Mailand

Weder Kasper noch Schönborn kann ich mir so recht als Nachfolger Johannes Paul II vorstellen (wenngleich aus ganz unterschiedlichen Gründen). Das würde die Liste auf 8 Namen zusammenschrumpfen lassen. 10 Kardinäle, die gingen ins Konklave, der eine war zu jung ... da waren's nur mehr neune ...
Und wen kann man noch von der Liste streichen, weil zu jung, zu alt, zu konservativ, zu progressiv, zu "was auch immer"?

"Saint Jacks" Gedenktag
Gestern schrieb ich über die Verfilmung der Narnia-Chroniken von C.S. Lewis. Worüber ich nicht schrieb: gestern war auch sein Todestag. Clive Staples Lewis, von seinen Freunden "Jack" genannt, geboren am 29. November 1898, gestorben am 22. November 1963. Am gleichen Tag wurde in Dallas J. F. Kennedy erschossen. Bis zu seinem 30. Lebensjahr war Lewis Atheist gewesen, ein Umstand, der ihm später in seinem Werk als Schriftsteller, das vornehmlich der Apologie des christlichen Glaubens gewidmet war, zugute kam.

"Seit meiner Bekehrung zum Christentum schien mir der beste und vermutlich einzige Dienst für meine nichtgläubigen Mitmenschen der zu sein den Glauben, der fast allen Christen zu allen Zeiten gemeinsam war, zu erläutern und zu verteidigen. Der Frontabschnitt an dem ich, wie mir schien, meinen Mann am besten stehen konnte, war offensichtlich zugleich der am dünnsten besetzte. Und dorthin zog es mich".

Samstag, November 22, 2003

"Das sind die, welche aus der großen Drangsal gekommen sind"
In Kolumbien wurde heute die Leiche des Priesters José Rubín Rodríguez aufgefunden. Der Priester, einer Gemeinde in der ölreichen Region von Cananare zugeteilt, war vor 8 Tagen von bewaffneten Männern, vermutlich Angehörigen der FARC, der "Bewaffneten revolutionären Front Kolumbiens", entführt und später ermordet worden. Das Motiv für die Entführung und die Ermordung sind zur Zeit nicht bekannt. - [misna].

Da fragte mich einer der Ältesten: "Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen?" Ich erwiderte ihm: "Mein Herr, das musst du wissen." Und er sagte zu mir: "Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht. Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel; und der, der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt über ihnen aufschlagen. Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze wird auf ihnen lasten. Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen." (Offb 7, 13-17 ).

The Chronicles of Narnia
Der König von NarniaVor etlichen Jahren fiel mir ein Kinderbuch in die Hände, Der König von Narnia, geschrieben von einem gewissen Clive Staples Lewis, der, wie mir eine Bibliothekarin der Salzburger Stadtbücherei sagte, ein Freund von J. R. R. Tolkien, dem Autor von Der kleine Hobbit und der drei Bände von Der Herr der Ringe, gewesen sei. Das war mir Grund genug das Buch zu lesen. In Folge las ich alle seine Bücher über Narnia, Der Ritt nach Narnia, Prinz Kaspian von Narnia, Der silberne Sessel, Die Reise auf der Morgenröte, Das Wunder von Narnia, Der letzte Kampf. Der christliche Mutterboden, aus dem diese Bücher keimten, war mir damals kaum ein Begriff, dem Zauber ihrer Poesie konnte ich mich allerdings nicht entziehen.

Kann diese Poesie die Transplantation in das gänzlich andere Medium des Films überleben? In etwa einem Jahr werde ich es wissen: Andrew Adamson, der Regisseur von Shrenk, soll sich an C.S. Lewis Narnia-Chroniken versuchen. Im Dezember 2005 wird die Verfilmung von "Der König von Narnia" in die Kinos kommen. Auch die anderen Bücher der Narnia-Saga sollen im Laufe der Zeit den Weg in die Kinos finden. In der Branche wird das Projekt mit dem "Herrn der Ringe" von Tolkien verglichen. Man darf gespannt sein. - [moviefans].

Evangelium vom Tag: Matthäus, Kapitel 25, Verse 1-13

Die zehn Jungfrauen
1 Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
2 Fünf von ihnen waren töricht, fünf klug.
3 Die törichten hatten zwar ihre Lampen mitgenommen, aber keinen Ölvorrat,
4 die klugen dagegen hatten außer den Lampen in Krügen noch Öl mitgebracht.
5 Als nun der Bräutigam länger ausblieb, wurden alle schläfrig und schliefen ein.
6 Um Mitternacht erhob sich Geschrei: >Der Bräutigam! Kommt heraus, ihm entgegen!<
7 Da erhoben sich die Jungfrauen und richteten ihre Lampen her.
8 Die törichten aber sagten zu den klugen: >Gebt uns von eurem Öl! Unsere Lampen sind am Erlöschen.<
9 Die klugen erwiderten: >Dann würde es nicht für uns und auch nicht für euch reichen. Geht doch lieber zu den Händlern und kauft es euch.<
10 Während sie hingingen, um zu kaufen, kam der Bräutigam. Die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür ward verschlossen.
11 Endlich kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: >Herr, Herr, mache uns auf!<
12 Er aber erwiderte: >Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht!<
13 Seid also wachsam; denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde!



Günther Schiwy, Weg ins Neue Testament, Bd. 1, S 167

Daß der Messias mit einem Bräutigam verglichen wird, ist den Juden neu: für sie ist nur Gott selbst der Bräutigam Israels: »Da kam ich wieder an dir vorüber und sah dich und siehe, die Zeit der Liebe war für dich gekommen. Da breitete ich meinen Gewandzipfel über dich und bedeckte deine Blöße. Ich leistete dir den Schwur und ging einen Bund mit dir ein - Spruch des Herrn Jahwe. So wurdest du mein« (Ez 16, 8-9). - Jesu messianisches Bewußtsein offenbart sich hier indirekt als göttlich, er ist Gottes menschgewordene Liebe zur Welt.

1-11 Der Einleitungssatz des Matthäus müßte sinngemäß so lauten: Dann, bei Jesu Wiederkunft, wird es mit der sich vollendenden Königsherrschaft der Himmel sein wie mit einer Hochzeit, auf der leider nicht alle Brautjungfern den Bräutigam, der nach der Verlobungszeit seine Braut heimführen will (s. zu Mt 1,18 A), gebührend vorbereitet empfangen, um ihn in das Haus der Braut zu geleiten, wo das Hochzeitsmahl stattfindet. Die Zehnzahl, wenn hier überhaupt Zahlensymbolik am Platz ist (s. zu Mt 1,17), könnte die Gesamtheit der Menschen andeuten. Das Reich Gottes auf Erden umfaßt also Toren und Kluge. Die einen rüsten sich auf die Wiederkunft Jesu, die anderen nicht. Und was im Laufe eines Lebens versäumt worden ist, läßt sich nicht kurzfristig ausborgen. Die weiteren Einzelzüge der Erzählung haben wohl keine tiefere Bedeutung.

12 Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht: so wird Jesus beim Gericht sagen.

13 V.13 wiederholt Mt 24, 42 ). Wachbleiben hat dem Gleichnis nach den Sinn von Klugheit (V.2): sich auf die Gemeinschaft mit Gott durch Erfüllung seines Willens vorbereiten, die aktuelle Situation richtig deuten, die Geister unterscheiden, den eigenen Tod und die Wiederkunft des Herrn vor Augen haben: »Unsere Tage zu zählen, das lehre uns, daß wir weisen Sinn erlangen« (Ps 90, 12).

Freitag, November 21, 2003

Evangelium vom Tag: Matthäus, Kapitel 12, Verse 46-50

Jesu wahre Familie
46 Während Jesus noch zum Volk redete, standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wollten ihn sprechen. *
47 Jemand sagte zu ihm: "Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wünschen, dich zu sprechen."
48 Er aber erwiderte dem, der es ihm gesagt hatte: "Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?"
49 Und er streckte seine Hand über seine Jünger aus und sagte: "Da sind meine Mutter und meine Brüder! **
50 Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter."


* Jesus stellt die geistige Verwandtschaft über die leibliche (vgl. Lk 11, 27f). Auch in ihr nimmt seine Mutter den ersten Platz ein, weil sie in allem Gottes Willen befolgte.
** Die "Brüder Jesu" waren nicht leibliche Kinder Marias. Vom "Bruder Jesu" Jakobus (vgl. Gal 1, 19) wird als dessen Vater Alphäus (Mt 10, 3), als seine Mutter Maria genannt, die von Maria, der Mutter Jesu, unterschieden wird (Mt 27, 56) und wohl mit der in Joh 19, 25 genannten Maria des Klopas, der Schwester der Mutter des Herrn, identisch ist. Es handelt sich also um Brüder im weiteren Sinn, um nahe Verwandte, Vettern. Auch im Alten Testament (Gen 13, 8; Gen 14, 16; 1Chr 23, 22) und im hellenistischen Sprachgebrauch wird das Wort "Bruder" oft im weiteren Sinn verwendet.


Günther Schiwy, Weg ins Neue Testament, Bd. 1, S 124

Matthäus ist abhängig von Markus.

46 Während er noch zu den Leuten redete ist bloße Verknüpfung mit dem Vorhergehenden.

47 V.47 fehlt in manchen Handschriften, entweder ist er beim Abschreiben übergangen worden, da er am Ende mit V.46 gleichlautet, oder die anderen Handschriften haben ihn aus Mk 3, 32 eingeschoben.

49 Matthäus hebt hervor: Jesus streckte seine Hand aus über seine Jünger.

50 Mein Vater im Himmel statt »Gott« (Mk 3, 35) ist typisch für Matthäus.

Donnerstag, November 20, 2003

Das Kardinalskollegium der katholischen Kirche
Aktuelle Liste der Kardinäle samt biographischer Notizen auf den Webseiten des vatikanischen Pressebüros. Eine deutsche Kurzfassung auf Kathweb.

besser spät als nie: alles Gute zum Geburtstag
Sr EmmanuelleLetzten Sonntag feierte eine bemerkenswerte Frau ihren 95. Geburtstag: Schwester Emmanuelle, die "Mutter der Müllmenschen" von Kairo. Wenn es eine Frau gibt, die in vielerlei Hinsicht mit Mutter Teresa verglichen werden kann, ist es sie. Auch sie war im kirchlichen Schuldienst tätig, 40 Jahre lang dienten sie im Orden Unserer Lieben Frau von Sion. Und dann, zu einer Zeit, in der andere Menschen sich auf den Ruhestand vorbereiten, ein Wendepunkt. Mit einer Maturaklasse fährt sie zum "Hammelfest" in Kairo. Dabei sehen sie viele Kinder, die den Abfall nach Nahrung durchwühlen. Schwester Emmanuelle schlägt ihren Schülerinnen vor, jede möge ein wenig Geld spenden, um diesen Kindern eine warme Mahlzeit zu kaufen. Sie reicht eine kleine Schachtel herum. Die Mädchen wurden, wie Schwester Emmanuelle weiß, für diesen Ausflug von den Eltern großzügig mit Geld ausgestattet. Als die Schachtel wieder zu ihr zurückgereicht wird, liegen nur einige Piaster darin, keine 50 Cent nach unserem Geld. Das war der Auslöser. Sie verlässt den Schuldienst, ihr Aufgabe liegt nicht mehr, wie sie erkennt, in der Erziehung "höherer Töchter", sondern bei den Ärmsten. Sie sprang, wie sie später selber sagte, über die Mauer. In einem gemieteten Ziegenstall begann sie ihr Werk, erwarb sich über Jahre hinweg diesen ehrenden Namen: "Mutter der Müllmenschen". Eine großartige Frau, nun 95 Jahre auf dieser Erde. missio Austria bringt ein ausführliches Porträt: Alles Gute Emmanuelle.

Evangelium vom Tag: Lukas, Kapitel 4, Verse 24-30

24 Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
25 Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
26 Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
27 Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
28 Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.
29 Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
30 Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.



Günther Schiwy, Weg ins Neue Testament, Bd. 1, S 315-316

24 Darum gibt es bei ihm nichts zu korrigieren, und seine Antwort auf die Forderung seiner Landsleute ist ablehnend. Obwohl er nichts von dem zurücknimmt, was zu sein er beansprucht (der Messias), sieht er aber auch keine Notwendigkeit, erneut ein Zeichen zu setzen. Denn der Grund, warum man ihn nicht ernstnimmt, ist nicht echte religiöse Kritik, sondern sind Neid und Mißtrauen. Wem die Zeichen, die er bereits anderswo gewirkt hat, nicht hinreichen, dem helfen auch keine weiteren. Denn wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet wird in seiner Vaterstadt anerkannt!

25-26 Die Beispiele (der Wahrheit gemäß) deuten an, daß die Boten Gottes durchaus nicht immer ihre Heimat bevorzugt haben, ja daß Gottes Heilswirken sich sogar vom auserwählten Volk, wenn sich dieses verschließt, abwenden kann zugunsten der weiten Welt. So wurde Elija zu keiner Witwe in Israel geschickt - während der langen (drei, sechs: Zahlensymbolik) Trockenzeit, sondern nach Sarepta, damals eine Stadt am Mittelmeer zwischen Sidon und Tyrus im heidnischen Phönizien. Die Geschichte wird in 1 Kön 17 erzählt,

27 die folgende in 2 Kön 5. Elischa (»Gott ist Großmut«) folgte um etwa 860 v.Chr. Elija im Prophetenamt. Naaman (»Lieblichkeit«), vom Aussatz bedroht, war ein Heerführer König Ben-Hadads II. von Syrien, also auch ein Heide.

28-30 Die Reaktion der Heimat ist ohnmächtige Wut, wie ohnmächtig, soll sich gleich zeigen. Von der Synagoge führen sie Jesus aus der Stadt Nazaret hinaus auf ihren Berg. Von einem Befreiungswunder Jesu ist nicht die Rede. Man führte den Plan also nicht aus, schreckt vor dem Letzten zurück; Gott hindert sie, indem er sie von innen her lähmt. Denn Jesu Stunde war noch nicht gekommen.

Mittwoch, November 19, 2003

Evangelium vom Tag: Lukas, Kapitel 6, Verse 27-38

Die Feldrede
27 Euch aber, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen,
28 segnet, die euch fluchen und betet für die, die euch mißhandeln.
29 Schlägt dich jemand auf die eine Wange, so halte ihm auch die andere hin. Nimmt dir jemand den Mantel, so laß ihm auch das Hemd.
30 Wer dich bittet, dem gib. Wer dir etwas wegnimmt, von dem fordere es nicht zurück.
31 Wie ihr von den Menschen behandelt sein wollt, so behandelt auch sie.
32 Wenn ihr nur jene liebt, die euch lieben, welcher Lohn steht euch zu? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.
33 Wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welcher Lohn steht euch zu? Dasselbe tun ja auch die Sünder.
34 Wenn ihr nur denen leiht, von denen ihr hofft, es zurückzuerhalten, welcher Lohn steht euch zu? Auch die Sünder leihen einander, um das Gleiche dafür wiederzuerhalten.
35 Liebt vielmehr eure Feinde, tut Gutes und leiht, ohne etwas zurückzuerwarten. Und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
36 Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.
Warnung vor freventlichem Urteil
37 Richtet nicht, dann werdet ihr nicht gerichtet. Verurteilt nicht, dann werdet ihr nicht verurteilt. Vergebt, so wird euch vergeben.
38 Gebt, so wird euch gegeben: ein gutes, volles, gerütteltes und überfließendes Maß wird man euch in den Schoß schütten. Denn mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird euch wieder zugemessen werden."



Günther Schiwy, Weg ins Neue Testament, Bd. 1, S 319-320

Matthäus und Lukas schöpfen aus der gleichen Redequelle, die den Verzicht auf Wiedervergeltung und die Feindesliebe einschärft. Matthäus stellt die Forderung Jesu gern dem Alten Testament gegenüber, was für den lukanischen Leserkreis nicht die Bedeutung hätte.

27-30 Dreifach entfaltet sich die Aktivität des Feindes und dementsprechend die Gegenliebe: Wohltun denen, die uns in Gedanken feind sind (hassen); segnen (s. zu Lk 1,21-22), die uns mit Worten fluchen, schließlich beten für solche, die uns in der Tat mißhandeln.

32-36 Lukas ist ausführlicher und nimmt in der Wortwahl auf seine Leser Rücksicht: Dank (charis) statt »Lohn«; Sünder anstelle von »Zöllner« (Mt 5, 46) und »Heiden« (Mt 5, 47); Wohltun für »Grüßen« (Mt 5, 46); Söhne des Höchsten statt »des Vaters« (Mt 5, 45); barmherzig für »vollkommen« (Mt 5, 48).

Matthäus und Lukas haben die gleiche Quelle, die bei Lukas erweitert erscheint. Der Sinn ist der gleiche: wir sollen nicht über das Innere anderer richten,

37 sondern barmherzig sein, freisprechen.

38 Was uns (von Gott) gegeben wird, steht dennoch weit über dem, was wir geleistet haben, ist Übermaß und letzte Fülle (nämlich Gott selbst), ist wie ein vollgepreßtes, gerütteltes, überfließendes Getreidemaß, dessen Inhalt man im geschürzten Gewand nach Hause trug: »Siehe, es liegt aufgeschrieben vor mir: ich werde nicht schweigen, bis ich heimgezahlt habe eure Schulden und die Schulden eurer Väter insgesamt, spricht Jahwe, die auf den Bergen geräuchert und auf den Hügeln mich geschmäht haben. So messe ich den Lohn ihnen zu und zahle heim in ihren Schoß« (Jes 65, 6-7).


Als kleine persönliche Anmerkung angefügt: die von mir zitierte Fassung des Neuen Testaments ist die von Konstantin Rösch O.M.Cap. geschaffene und von Kapistran Bott O.M.Cap überarbeite Übersetzung, die mir in manchen Details wesentlich getreuer und dadurch bildhafter zu sein scheint, als die mitunter abstrakt formulierende Einheitsübersetzung. Ein gutes Beispiel dafür ist der letzte Vers des heutigen Tagesevangeliums:

Rösch & Capistran: "Gebt, so wird euch gegeben: ein gutes, volles, gerütteltes und überfließendes Maß wird man euch in den Schoß schütten. Denn mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird euch wieder zugemessen werden."

Einheitsübersetzung: "Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden."

Bei Rösch & Capistran sieht man das Bild vor Augen, ein Gewand, eine aufgehaltene Schürze, in die sich aus einem Maß, einem Gefäß, ein Strom an Getreide ergießt. In der Einheitsübersetzung allerdings ist dieser Strom fließender Körner, Gottes Gnade, zu einem bloßen ethischen Prinzip versiegt, das Gefäß der Gnade zum knickrigen Lineal verkümmert . Keine Frage, welche Übersetzung ich vorziehe.

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(via Jürgen im Kreuzgang).

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Die Passion der 'Passion Of Christ'
Ist der Film 'The Passion Of Christ' antisemitisch? Somit die heftigen Proteste richtig und angebracht? In der Zeitschrift Jewsweek geht Rabbi Daniel Lapin in einem längeren Essay - Counterpoint: Stop bothering Mel Gibson - dieser Frage nach. Sein Urteil, in einem Satz zusammengefasst: "These protests against The Passion are not only morally indefensible, but they are also stupid." Er kritisiert vor allem Irrationalität und Heuchelei, die mit den Protesten gegen Mel Gibsons Film einhergehen.

"Finally I believe the attacks on Mel Gibson are a mistake because while they may be in the interests of Jewish organizations who raise money with the specter of anti-Semitism, and while they may be in the interests of Jewish journalists at the New York Times and elsewhere who are trying to boost their careers, they are most decidedly not in the interests of most American Jews who go about their daily lives in comfortable harmony with their Christian fellow citizens. You see, many Christians see all this as attacks not just on Mel Gibson alone or as mere critiques of a movie, but with some justification in my view, they see them as attacks against all Christians. This is not so different from the way most people react to attack. We Jews usually feel that we have all been attacked even when only a few of us suffer assault on account of our faith. "

Lapins Sicht auf das Europa der Gegenwart und die katholische Kirche der Vergangenheit ist allerdings schrecklich; was nicht heisst, sie wäre falsch. Aber schmerzlich ist sie.

Dienstag, November 18, 2003

Die Passion der 'Passion Of Christ'
Die amerikanische Tageszeitung New York Post führte 5 verschiedenen Personen Mel Gibsons Film «The Passion Of Christ» vor und gab ihnen im Anschluss daran Gelegenheit ihre Eindrücke zu schildern.

Robert Levine - Rabbi
One-word review: "Appalling"
Portrayal of Jews: "Painful"
Recommendation: "I hope no one goes to see it."
Message to Gibson: "If he was trying to help people understand Christ's Passion, his movie doesn't succeed - there's too much violence and no real examination of the meaning of Christ's suffering, death and resurrection." - [Fortsetzung].

Lou Lumenick - New York Post film critic
One word review: "Incomplete"
Portrayal of Jews: "Deeply troubling that they're being portrayed as bloodthirsty zealots. Could fuel anti-Semitic feelings."
Recommendation: "I can't say whether I recommend the movie until it's finished."
Message to Gibson: "Add more explanation and historical context." - [Fortsetzung].

Joan Wilson - Post reader
One-word review: "Riveting"
Portrayal of Jews: "Fair - I think every group [depicted] had good people and evil people."
Recommendation: "It's a must-see movie."
Message to Gibson: "You need to tighten it up by cutting 10 to 15 minutes of violence. We got the message." - [Fortsetzung].

Elizabeth Castelli - Professor
One-word review: "Violent"
Portrayal of Jews: "Unfair" - they're based on "medieval stereotypes . . . that have a history of inspiring violence against Jews."
Recommendation: "No - nor would I recommend censoring it."
Message to Gibson: "He had an opportunity to reflect on the long history of the theology of suffering, and he missed that opportunity by producing just a picture of brutality." - [Fortsetzung].

Mark Hallinan - Priest
One-word review: "Unhelpful"
Portrayal of Jews: "Very bad ... I don't think the intent was anti-Semitic, but Jews are unfairly portrayed."
Recommendation: "Don't go to see it."
Message to Gibson: "I'm disappointed that he didn't use the resources he had to do a balanced portrayal of the life and death of Jesus." - [Fortsetzung].

Damit stehen einer Empfehlung - "a must see" - drei eindeutige Ablehnungen und eine Stimmenthaltung gegenüber. Und ist der Film nun wirklich direkt oder indirekt "antisemitisch"? Dazu später einmal mehr.

Evangelium vom Tag: Lukas, Kapitel 19, Verse 1-10

Der Zöllner Zachäus

1 Er kam nach Jericho und zog durch den Ort.
2 Da war ein Mann mit Namen Zachäus. Er war Oberzöllner, und er war reich.
3 Gern hätte er Jesus von Angesicht gesehen, aber wegen der Volksmenge konnte er es nicht; denn er war klein von Gestalt.
4 So lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn sehen zu können; denn dort mußte er vorbeikommen.
5 Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: "Zachäus, steig schnell herab, denn heute muß ich in deinem Haus bleiben."
6 Eilends stieg er herab und nahm ihn mit Freuden auf.
7 Alle, die das sahen, murrten und sagten: "Um zu rasten, ist er bei einem Sünder eingekehrt!"
8 Zachäus aber trat herzu und sagte zum Herrn: "Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen; und wenn ich jemand betrogen habe, so erstatte ich es vierfach."
9 Jesus sagte zu ihm: "Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist.
10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren war."



Günther Schiwy, Weg ins Neue Testament, Bd. 1, S 364-365
Lukas berichtet von Jesu Einkehr beim Oberzöllner Zachäus: aus doppeltem Grund ist er Jesus teuer: Weil er ein reuiger Sünder ist und zugleich ein Sohn des auserwählten Volkes.

1-7 Der reiche (betont Lk), aber klein geratene Oberzöllner Jerichos, Zachäus (Kurzform von Zacharias = »der Reine«), mußte schon auf einen Maulbeerfeigenbaum steigen, um Jesus sehen zu können, denn von den »Frommen« hätte niemand den Verachteten auf das Dach seines Hauses steigen lassen oder ihm im Gedränge Platz gemacht. Um so größer ist seine Freude (betont Lukas), als Jesus ihn erkennt und das Murren der anderen, daß der Herr diesen Sünder eines Blickes würdigt.

8 Zachäus ist begeistert und verspricht dem Herrn, mehr zu tun, als alttestamentlich vorgeschrieben war: Den Armen gab man ein Fünftel des Vermögens und Einkommens, und wenn jemand »veruntreutes Gut vor Jahwe verheimlicht..., soll er das unrechte Gut
in seinem vollen Wert zurückerstatten, noch ein Fünftel dazulegen und es dem geben, dem er es schuldet« (Num 5,6-7).

9 Jesus wendet sich wohl an alle und begründet seine Selbsteinladung bei dem jüdischen Zöllner damit, daß auch er ein Sohn Abrahams, Glied des auserwählten Volkes ist und somit auch seinem Hause das Heil, Jesu Gegenwart und Frohbotschaft, zuteil geworden ist.


10 Lukas schließt die Szene mit einem (vermutlich) Einzelwort Jesu, das die letzte Begründung für Jesu Verhalten gibt: Der Menschensohn will das Verlorene suchen und retten (soter), uns alle.

Montag, November 17, 2003

Pontifex Maximus, oberster Brückenbauer
Vergangenen Sonntag, beim Angelusgebet, warnte Johannes Paul II davor, auf die jüngste Welle von Terroranschlägen mit Vergeltung zu reagieren.

"Niemand darf sich der Versuchung der Mutlosigkeit oder der Rache hingeben: Der Respekt vor dem Leben, die internationale Solidarität und die Beachtung des Gesetzes müssen stärker sein als Hass und Gewalt."

In Hinblick auf die scheinbar ausweglose Spirale der Gewalt zwischen dem Staat Israel und dem palästinensischen Volk warnte er vor dem Bau der Mauer, die derzeit von Israel größtenteils auf palästinensischem Gebiet errichtet wird.

"An diesen Orten scheint der Friedensprozess zum Stehen gekommen zu sein. Der Bau einer Mauer zwischen dem israelischen und dem palästinensischen Volk wird von vielen als neues Hindernis auf dem Weg zu einem friedlichen Zusammenleben gesehen. Das Heilige Land braucht keine Mauern sondern Brücken! Ohne Versöhnung der Seelen kann es keinen Frieden geben."

Brücken zu bauen steht dem Pontifex gut zu Gesicht.

Israel allerdings attackiert ungewöhnlich direkt und recht scharf den obersten Brückenbauer.

Israel reagiert scharf auf Papst-Kritik an Sperrwall | Mit seiner Kritik am Bau des israelischen Sperrwalls hat Papst Johannes Paul II. scharfe Reaktionen Israels ausgelöst. Der Papst habe "offenbar dem aktuellen Klima in Europa nachgegeben, das vorschreibt, dass man Israel verurteilen muss, wenn man den Terrorismus verurteilt", sagte in Rom ein ranghoher israelischer Beamter - [Yahoo! Nachrichten Deutschland].

Scharon weist Kritik des Papstes an Sperrwall zurück | Zum Auftakt seines dreitägigen Italien-Besuchs hat der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon die Kritik von Papst Johannes Paul II. am Bau des Sperrwalls zum Westjordanland zurückgewiesen. "Die Mauer ist nur ein Mittel der Verteidigung gegen die Terroristen" - [Yahoo! Nachrichten Deutschland].

Elie Wiesel kritisiert Papst-Worte zu Nahost | Kritik an den Äußerungen des Papstes zur Trennungsmauer zwischen Israel und dem Westjordanland hat der jüdische Nobelpreisträger Elie Wiesel geübt. "Von dem geistlichen Führer einer der größten und wichtigsten Religionen der Welt hätte ich mir etwas anderes erwartet" - [Frankfurter Rundschau].

Ob wir's noch erleben werden, dass die israelischen Behörden den Papst offen des Antisemitismus zeihen? Traurig finde ich, dass selbst eine Persönlichkeit wie Elie Wiesel, geht es um Israel, nur mehr mit Stereotypen zu argumentieren weiss.

Sonntag, November 16, 2003

33. Sonntag im Jahreskreis: Evangelium nach Markus, Kapitel 13, Verse 24-32

24 In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen;
25 die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
26 Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen.
27 Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
28 Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wißt ihr, daß der Sommer nahe ist.
29 Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr (all) das geschehen seht, daß das Ende vor der Tür steht.
30 Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft.
31 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
32 Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.


Günther Schiwy, Weg ins Neue Testament, Bd. 1, S 264-266
Nach jener in Mk 13, 14-23 geschilderten großen Drangsal (thlipsis) und letzten Versuchung der Auserwählten wird jene Endkatastrophe eintreten, die mit der Wiederkunft Jesu und der endgültigen Sammlung seiner Getreuen verbunden ist.

24-25 In schon von den Propheten vorgetragenen und das antike Weltbild voraussetzenden Bildern wird gesagt, daß die gesamte Schöpfungsordnung erschüttert wird: »Siehe, der Tag Jahwes kommt, grausam, mit Grimm und Zornesglut, um die Erde zur Wüste zu machen und die Sünder auf ihr hinwegzutilgen. Denn die Sterne des Himmels und seine Sternbilder lassen ihr Licht nicht mehr schimmern. Die Sonne verfinstert sich bei ihrem Aufgang, und der Mond läßt nicht mehr sein Licht leuchten« (Jes 13, 9|10). »Der Himmel rollt sich zusammen wie ein Buch, und all sein Heer welkt ab, wie Laub vom Weinstock verwelkt, wie welke Blätter vom Feigenbaum« (Jes 34, 4).

26 Dann wird sich die Menschensohn-Vision des Daniel erfüllen,

27 und die Engel werden die Auserwählten, »dich (sein Volk) wieder aus all den Völkern sammeln, unter die dich der Herr, dein Gott, zerstreut hat. Hätte er dich auch ans Ende des Himmels (und der Erde) versprengt, der Herr, dein Gott, sammelt dich wieder und holt dich von dort zurück« (Dtn 30, 3 | 4), »denn nach den vier Winden (Richtungen) des Himmels habe ich euch zerstreut« (Sach 2, 10).

28-29 Markus bringt zuerst das Gleichnis vom Feigenbaum: es behält nur seinen Sinn, wenn man es auf die Drangsale durch den Antichrist, also auf Mk 13, 14-23, bezieht.

30-32 Die folgenden drei Sätze müssen als Einzelworte Jesu aufgefaßt werden, von denen die beiden ersten anscheinend durch Stichwortzusammenhang (nicht vergehen) beieinanderstehen, das dritte als wohl entscheidende Aussage Jesu zum Thema »Wann?« den ersten Satz und alles Vorhergehende wieder in Frage stellt oder wenigstens ins rechte Licht rückt. Man hat hier besonders den Eindruck, den die ganze »Rede vom Ende« macht: Die Gemeindepredigt hat einzelne Sätze Jesu zu dem überall diskutierten Thema zusammengetragen und nach ihrer Auffassung von der baldigen Wiederkunft des Herrn redigiert, ohne daß sie gewagt hätte, den ursprünglichen Wortlaut der Einzelsprüche anzutasten, auch wenn er (wie in V.32) nicht gut ins Konzept paßte.

30 Wahrlich.... Da wir den ursprünglichen Zusammenhang dieses Satzes nicht kennen, können wir weder für dieses Geschlecht noch für dies alles entscheiden, worauf es Jesus bezogen hat. Die Urkirche freilich sah darin ausgesprochen, daß sie selbst noch Zeuge des Endes dieser Welt sein werde.

31 So groß ist diese ihre Gewißheit, daß sie ein allgemeingültiges Wort Jesu dafür in Anspruch nimmt: Himmel und Erde (= alles Geschaffene) werden vergehen. Aber Jesu Worte (logos) haben eine so unerschütterliche Geltung und ihre Erfüllung ist so gewiß, wie Gott selbst unerschütterlich ist und seine Worte sich erfüllen.

32 Wenn die Engel im Himmel, ja selbst der Sohn nichts über jenen Tag oder jene Stunde (Prophetensprache für den Gerichtstag) wissen, sondern nur der Vater, dann lehnt Jesus jede menschliche Spekulation über diese Frage als töricht, wenn nicht gar als frevelhaft ab: hinter die Pläne Gottes vermag niemand zu schauen. Ein Wort, das gerade wegen seiner Unerhörtheit (einmal, indem es gegen den Zeitgeist auch in der Urkirche gesagt ist; zum anderen, indem selbst der Sohn Gottes sich hier als unwissend bezeichnet) ersten Anspruch darauf erheben darf, echt zu sein, aus dem Munde Jesu selbst zu stammen.

Wenn das Neue Testament auch keinen Zweifel darüber läßt, daß Jesus als das menschgewordene ewige WORT Gottes, als der Offenbarer des Vaters auch das Wissen des Vaters besitzt, also teilhat an der göttlichen Allwissenheit, wenn Jesu Kardiognosie (griechisch: Herzenskunde) immer wieder bezeugt wird, und zwar nicht nur als ein ihm besonders geschenktes Charisma (Gnadengabe), sondern als Zeichen seiner göttlichen Natur, wenn schließlich selbstverständlich an Jesu Wissen über die zukünftigen Dinge geglaubt wird - so berichtet das Neue Testament andererseits ebenso unbefangen (Matthäus und Lukas etwa ausgenommen, die Markus häufig mit Rücksichtnahme auf Mißverständnis und falsche Ausdeutung von seiten der Gläubigen »korrigieren«) von einem menschlichen Wissen Jesu, der echte Fragen stellt (Mk 6, 38; Mk 9, 21; Mk 11, 13; Joh 6, 6), echte Verwunderung zeigt (Mt 8, 10; Mk 6, 6), zunimmt an Erkenntnis (Lk 2, 40 | 52), ja sogar etwas nicht zu wissen scheint (Mk 13, 32; Mt 24, 36). Die Struktur des Wissens Christi entspricht also - so die Schrift - der Struktur dessen, was er ist: Jesus als Gott-Mensch hat auch ein gott-menschliches Wissen. - Das bedeutet einerseits: Sein menschliches Selbst wird sich notwendig von Anfang an bewußt als unmittelbar geeint mit dem WORT Gottes, als gott-menschliches Selbstbewußtsein. Sein menschliches Sein wird durchsichtig als das Sein Gottes, ohne daß eines von beiden aufhörte, es selbst, menschliches bzw. göttliches Sein zu sein. In der Sprache der Theologie: Jesus lebt in der unmittelbaren Anschauung Gottes. Andererseits, da Jesus dieses einzigartige Bewußtsein als menschliches Wissen, auf menschliche Weise besitzt, muß und kann Jesus (trotz und innerhalb dieser so verstandenen Anschauung Gottes) Erfahrungen machen, eine geistige Entwicklung haben, ja muß er sein göttliches Wissen durchaus nicht immer notwendig auch begrifflich-gegenständlich in menschliche Einzelerkenntnisse ausmünzen und so sich und anderen vorsagen können. Schon jeder gewöhnliche Mensch weiß im Grunde seines Herzens immer mehr, als er nach außen hin kundtun kann. So konnte auch Jesus im menschlichen Dunkel stehen, so unerschütterlich auch sein Selbstbewußtsein in der Tiefe das Gottes selbst gewesen ist.

Freitag, November 14, 2003

The Flaming Fire Illustrated Bible Project
Graue Tage, Tage voll herbstlicher Tristesse. Da tut Farbe gut. Davon ist auf den Seiten des Flaming Fire Illustrated Bible Project viel zu finden. 36665 Verse enthält die englische «King James»-Bibel. Und jeder einzelne Vers soll, geht es nach Patrick Hambrecht, dem Lead-Sänger der Band Flaming Fire, mit einem Bild illustriert werden. Das Projekt, das 2002 seinen Anfang nahm, umfasst mit heutigem Datum 1313 Bilder. Es fehlen also "nur" mehr 35352 zu seiner Vollendung.

Luke 23,45: And the sun was darkened, and the veil of the temple was rent in the midst.Psalms 89,13: Thou hast a mighty arm: strong is thy hand, and high is thy right hand.

Hier zwei von den 1313 Bildern. Das erste illustriert Lukas 23,45; das zweite Psalm 89,13 (nach "unserer" Zählung: Vers 14). Wer sich zum Künstler berufen fühlt, kann sich an dem Projekt beteiligen und "seinen" Versen Form und Farbe geben.

Donnerstag, November 13, 2003

The Gospel of John
Einige Besprechungen des Films in diversen amerikanischen Zeitungen:

"Thought-provoking entertainment."- [Los Angeles Times].

"Dramatically powerful, surprising ... and bold. ... Not a watered down compromised version designed to offend no one; there is no hint of Sunday School blandness in it." - [Variety Magazine].

"The Gospel of John combines the resources and experience of hard-driving theatrical and movie producer Garth Drabinsky (Kiss of the Spider Woman and Ragtime on Broadway) with the vision of a Christian media company." - [USA Today].

"Rabbi Eugene Korn, director of interfaith affairs for the Anti-Defamation League ... pronounced 'The Gospel of John' a 'responsible' treatment of the text." - [The New York Times].

"Jesus Christ Movie Star." - [Atlanta Journal-Constitution].

"Looks like someone has the jump on Mel Gibson’s ... much-debated and much-unseen movie. ... And the original writer for this newest effort is a marquee name --- St. John. ... A sprawling, visually stunning work [that] faithfully adapts, word-for-word the fourth Gospel." - [Religion News Service].

"A spectacular, well-directed, well-acted, word for word version of the Gospel of John. It brings John’s Gospel alive in an incredible way. Bravo!" (4 out of 4 stars) - [Movieguide].

The Gospel of John
The Gospel of John
Fast unbemerkt im Windschatten von Mel Gibsons «The Passion of Christ» gelangte ein anderer Film über Jesus Christus in die amerikanischen Kinos: «The Gospel of John», eine wortgetreue Verfilmung des Evangeliums nach Johannes.

In den USA lief der Film bereits an, ob er sich auch einmal auf diese Seite des Atlantiks "verirren" wird?

Nähere Informationen zum Film auf der Webseite The Gospel of John. Ein Trailer (Windows Media Player) gewährt einen flüchtigen Eindruck in seine "Sprache". Andere kurze Filmsequenzen informieren über seinen Background - Behind the Scenes - sowie über den geschichtlichen Hintergrund der Zeit Jesu - Time of Jesus.

Ein Film, den ich gern sehen würde.

Geographie der Apartheid
Der französische Kurienkardinal Roger Etchegaray, der als Vertreter des Papstes an der Weihe von Jean-Baptiste Gourion zum Weihbischof von Jerusalem teilnahm, kritisierte die durch die israelische Regierung vorangetriebene Errichtung des Grenzzauns. Dieser Zaun würde eher dazu führen Gewalt zu provozieren als einzudämmen. Er schaffe eine «Geographie der Apartheid». - [Radio Vatikan].

Mittwoch, November 12, 2003

aufblasbar
Grandmaster BDie Evangelische Landeskirche in Württemberg setzt auf Gummi: eine aufblasbare Kirche, die 50 Menschen Platz bietet, soll Menschen unter anderem auf dem Golfplatz, einer Autobahnraststätte, einem Supermarkt sowie in einer Eissporthalle erreichen. Die Aktion gehört zur Kampagne «Kirche. Mehr als man glaubt». An Buswartehäuschen wird im Rahmen der Kampagne der Satz plakatiert: «Wir lassen dich nicht im Regen stehen.»
Ich selber schaue allerdings ein wenig dumm aus der Wäsche. Aus welchen Gründen auch immer: ich musste, als ich die Nachricht las, an Grandmaster B - vulgo Bud Bundy - denken, der Trost bei dem Surrogat einer aufblasbaren Puppe suchte und fand. In der Serie ein beständiger Lacher, eben weil es auf anrührende Weise ziemlich jämmerlich war. - [Yahoo Nachrichten Deutschland: Erste aufblasbare Kirche Deutschlands auf Tournee].

Dienstag, November 11, 2003

"Das sind die, welche aus der großen Drangsal gekommen sind"
Vor einer Woche, am 3. November, wurde der Prieser Paulo Carreno, Pfarrer von Saravena, einer Ortschaft in Kolumbien, in seinem Auto erschossen. Mit ihm starb eine Angestellten des örtlichen Krankenhauses. Am selben Tag, nur wenige Stunden später, wurde Don Henry Humberto Lopez Cruz, Pfarrer in Villavicencio, der Hauptstadt der Region Meta in Zentralkolumbien, erstochen.

In den letzten 10 Jahren starben in Kolumbien etwa 60 Bischöfe, Priester, Brüder, Schwestern, Seminaristen und katholische Laien durch Mord, darunter auch der Erzbischof von Cali, Isaias Duarte Cancino. - [Fides].

Da fragte mich einer der Ältesten: "Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen?" Ich erwiderte ihm: "Mein Herr, das musst du wissen." Und er sagte zu mir: "Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht. Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel; und der, der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt über ihnen aufschlagen. Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze wird auf ihnen lasten. Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen." (Offb 7, 13-17).

Ihre Meinung ist mir zwar widerlich ...
Wir hier im «freien» Westen sind wirklich auf dem Weg in eine interessante Zukunft. Rede- und Meinungsfreiheit, das sind kostbare Güter, wichtige Errungenschaften einer offenen Gesellschaft, die den einst Mächtigen abgetrotzt werden mussten. Und jetzt wird gerade von denen, die sich gerne als die politischen und intellektuellen Eliten sehen, fleissig daran gearbeitet diese Rechte zu unterminieren. Rede- und Meinungsfreiheit, gewiss, aber nur, wenn Deine Rede und Meinung «passt». Wem passt? Das eben ist die Frage. Vermutlich jenen, die zur Zeit die «Lufthoheit» über die öffentliche Meinung haben.

Der anglikanische Bischof Peter Forster erklärte in einem Interview, dass er dem Chester Chronicle, einer englischen Lokalzeitung, gab: "Some people who are primarily homosexual can reorientate themselves. I would encourage them to consider that as an option, but I would not set myself up as a medical specialist on the subject—that's in the area of psychiatric health. We want to help them, but I don't offer it as a panacea. I am about giving honor to marriage." Ob man nun diese Meinung teilt oder nicht, ob man sie für richtig oder närrisch hält, die Frage ist: darf der Mann dies denken und öffentlich sagen?

Anscheinend nicht. Gegen den Bischof wird von der Polizei ermittelt. Er steht durch seine Äusserungen im Verdacht die Straftat eines «hate crime» begangen zu haben. Der örtliche Polizeichef erklärte als Begründung die Aussagen des Bischofs, seien in einer zivilisierten Gesellschaft "totally unacceptable." - [BBC].

Mag sein, mag sein. Aber für eine Demokratie vollkommen unakzeptabel und auf lange Sicht sehr gefährlich ist es, wenn Meinungen, seien sie nun richtig oder falsch, dumm oder klug, derart unter Zensur, Meinungs- und Denkverbote gestellt werden. Und jene, die sich darob freuen, sollten bedenken, dass Lufthoheiten wechseln können. Hoffen wir, dass es auch dann noch diese Grundrechte einer offenen Gesellschaft gibt: Meinungs- und Redefreiheit.

Wie sagte einst Voltaire? "Ihre Meinung ist mir zwar widerlich, aber ich werde mich dafür totschlagen lassen, daß sie sie sagen dürfen." Eine Einstellung, die irgendwie aus der Mode kam.

Matrix, Teil III
Wisst Ihr es jetzt? Was sie ist? Die Matrix? "What is the Meatrix" (Flash-Animation).