Samstag, August 30, 2003

Heilige für alle Tage: Bernhard von Clairvaux

Bernhard von ClairvauxEs ist viel klüger, Du entziehst Dich von Zeit zu Zeit Deinen Beschäftigungen, als dass sie Dich ziehen und Dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem Du nicht landen willst. Du fragst: "An welchen Punkt?" An den Punkt, wo das Herz hart wird. ... Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne Dich Dir selbst. Ich sage nicht: "Tu das immer". Ich sage nicht: "Tu das oft". Aber ich sage: "Tu das immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für Dich selbst da oder jedenfalls sei es nach allen anderen."

Freitag, August 29, 2003

Wohnst du noch oder lebst du schon?
Im Herbst eröffnet IKEA, das unmögliche Möbelhaus aus Schweden, eine Filiale in Salzburg. In diesem Zusammenhang zu erwähnen: der Katalog des Möbelriesen wird in mehr Kopien gedruckt als die Bibel. Während diese uns "nur" Gottes Wort zustellt, versorgt uns IKEA mit Lampen, Buchregalen, Stühle, Bilderrahmen und 1001 unverzichtbarer Dinge mehr zum Wohnen. Wohnst du noch oder lebst du schon? Doch sei darin erinnert, dass der Mensch nicht alleine vom Wohnen lebt, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Munde Gottes geht. - [Nettavisen].

"The Passion is a lethal weapon against Jews"
In New York protestierte ein kleine Gruppe jüdischer Demonstranten vor dem Gebäude der Fox News. Corp. gegen Mel Gibson's Film «The Passion». Die Demonstranten trugen Schilder mit der Aufschrift "Die Passion ist eine tödliche Waffe gegen Juden". Kleine Jungs, die Yarmulke (Gebetskäppchen) auf dem Kopf, skandierten lautstark diesen Slogan. Unterstützt wurden sie von einigen Stadtpolitiker. Einer von ihnen, Stadtrat Simcha Felder, warf Gibson vor, eine Passion für das Anstacheln zu Haß und Bigotterie zu haben. Einer der Sprecher der etwa 25 Personen umfassenden Gruppe, Dov Hikind, orthodoxer Jude und Demokrat aus Brooklyn, sieht den Film als möglichen Auslöser von Gewalt gegen die jüdische Gemeinschaft. Mehr noch, er vertritt die Ansicht, der Film könne uns zurückführen in die Dunklen Zeitalter ... die Inquisition, die Kreuzzüge, alles für die, wie Dov Hikind meint, sogenannte Sünde der Kreuzigung Jesu. Weder Hikind noch die anderen Demonstranten haben bislang den Film gesehen. Als Grundlage für ihre Bewertung dient ihnen der siebenminütige Trailer (Quicktime) von «The Passion», den sie des Antisemitismus bezichtigen, da er eine jüdische Menge zeigt, die Jesu Kreuzigung fordert. Eine Demonstrantin, Malka Moskowitz, die sich als Überlebende des Holocaust bezeichnet, deutete an, der Film würde zum Genozid führen: "This ist the way it started." - [The Washington Times].

Tja, da haben wir wirklich ein Problem. Nach den Evangelien forderten Juden den Tod des Juden Jesu. Jeden Karfreitag gedenken wir der Passion, hören in den Evangelien vom Verhör vor dem Hohenpriester Kajaphas, bei dem sich die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt hatten; hören, wie diese riefen:
"Er ist schuldig und muss sterben." Dann spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn. Andere ohrfeigten ihn und riefen: Messias, du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wer hat dich geschlagen?
(Mt 26, 66-68).
Verlangt nun die «political correctness» von uns den Verzicht auf Karfreitag? Müssen die Evangelien umgeschrieben werden? Und was sollen wir bloß mit Kunstwerken anfangen, die derlei Szenen in Bild oder Ton setzen? Muss etwa auch Bach's Matthäus-Passion umgeschrieben werden?

EVANGELIST
Pilatus sprach zu ihnen:

PILATUS
Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus?

EVANGELIST
Sie sprachen alle:

CHOR
Laß ihn kreuzigen!

CHORAL
Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe,
der gute Hirte leidet für die Schafe,
die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte,
für seine Knechte.

EVANGELIST
Der Landpfleger sagte:

PILATUS
Was hat er denn Übels getan?

REZITATIV
Er hat uns allen wohlgetan,
den Blinden gab er das Gesicht,
die Lahmen macht' er gehend,
er sagt' uns seines Vaters Wort,
er trieb die Teufel fort,
Betrübte hat er aufgericht',
er nahm die Sünder auf und an,
sonst hat mein Jesus nichts getan.

ARIE
Aus Liebe will mein Heiland sterben,
von einer Sünde weiß er nichts.
Daß das ewige Verderben
und die Strafe des Gerichts
nicht auf meiner Seele bliebe.

EVANGELIST
Sie schrieen aber noch mehr und sprachen:

CHOR
Laß ihn kreuzigen!

EVANGELIST
Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach:

PILATUS
Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu.

EVANGELIST
Da antwortete das ganze Volk und sprach:

CHOR
Sein Blut komme über uns und unsre Kinder.


Das ist natürlich alles furchtbar peinlich. Was lässt sich da bloß tun? Ließe sich nicht die ganze Sache, die Sache Jesu, einfach totschweigen?

Dienstag, August 26, 2003

christliche Wurzeln
Bekanntlich wünscht Papst Johannes Paul II einen Verweis auf die christlichen Wurzeln Europas in der künftigen EU-Verfassung. Dies wird vom italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ausdrücklich befürwortet. Doch gibt der umstrittene Politiker in einem Interview zu bedenken, dass diese Position bislang nur von Italien, Spanien, Irland und Polen vertreten wird. Laut diplomatischer Kreise in Rom wird dies aber auch noch von zwei anderen Ländern, nämlich Portugal und ... Österreich! vertreten. Das scheint sich aber noch nicht bis ins Land selbst durchgesprochen zu haben. Na, das wird wieder ein rotgrünes Geschrei geben. Joschka Fischer, seines Zeichens deutscher Außenminister, will aber nichts davon wissen, dass am Text der künftigen EU-Verfassung noch etwas verändert wird. Wer den Konsens bricht, meint der grüne Star, müsse auch wissen, wie er ihn wiederherstellen könne. - [Radio Vatikan].

"Das sind die, welche aus der großen Drangsal gekommen sind"
In der Ituri-Region im Norden des Kongo wurde Anfang August der katholische Priester Jean Faustin Mandro Kpanga von Angehörigen der Lendu-Milizen ermordet. Nun liegen Zeugenaussagen über das Verbrechen vor. Nach diesen wurde der 30 Jahre alte Geistliche gezwungen, das von den Milizionären geplünderte Gut zu tragen. Er trug die schwere Last bis zur Erschöpfung. Als er schließlich nicht mehr weiterkonnte und um eine Pause bat, wurde er von den Milizionären exekutiert. Nach den Zeugenaussagen starb Don Jean Faustin Mandro Kpanga, der als freundlicher und frommer Mann beschrieben wurde, mit großer Würde und ohne zu klagen. - [misna].

Baumeister des Herrn
Justo Gallego Martinez Heute im Fernsehen: ORF, 23:34, Kreuz und Quer. Seit fast 40 Jahren baut Justo Gallego Martinez an einer Kirche. Was anderen Abfall ist, dient ihm als Baumaterial für das Haus Gottes. Mittlerweile ragt das Gerippe der Kuppel des Baus 35 Meter hoch zum Himmel empor. Selbstverständlich ist Martinez für viele ein Narr. Unverdrossen baut der fromme Narr an seiner Kirche weiter. Ad Maiorem Dei Gloriam.

Ist dies ...
Erzbischof George Pell... das Gesicht des Nachfolgers von Kardinal Ratzinger im schwierigen und äußerst übel beleumdeten Amt des Präfekten der vatikanischen Glaubens-Kongregation? Der neue «Großinquisitor» des Vatikans? - [ORF Religion].

Montag, August 25, 2003

Simone Weil
Simone WeilGestern war der 60. Todestag Simone Weils. Wie soll man diese Frau beschreiben? Auf der hinteren Umschlagseite des Buchs «Zeugnis für das Gute», der Ausgabe des Walterverlags aus dem Jahr 1976, wird sie als "eine Antigone mit der Feder Pascals" bezeichnet. Ihr Leben war kaum, was man als «vernünftig» bezeichnen möchte. Aufgewachsen in einem agnostischen jüdischen Elternhaus, hatte sie praktisch keinerlei Kontakt zur Religion. Sie habe, wie sie später schreibt, Gott nie gesucht. Als Studentin liest sie erstmals in der Bibel. In einem ärmlichen portugiesischen Fischerdorf nimmt sie an einem Fest teil. Dort begegnet sie in einer ekstatisch Vision einer anderen Wirklichkeit, der sie später wieder in Assisi und schließlich zu Ostern 1938 beim gregorianischen Chorgesang in der Benediktinerabtei Solesmes begegnet. Sie ist bekehrt. Und weigert sich dennoch, über die Taufe Einlass in die Kirche zu suchen. Sie war überzeugt, dass ihre Berufung jene einer Christin ausserhalb der Kirche sei. An einen Freund schreibt sie, sie wäre für den Augenblick "eher geneigt, für die Kirche zu sterben, als in sie einzutreten - falls sie es nächstens nötig hätte, daß man für sie stirbt. Sterben, das verpflichtet zu nichts, wenn ich so sagen darf; es schließt keine Lüge ein." In einem Brief an Pater Perrin, einen befreundeten Priester, der sie mit dem Eintritt in die Kirche fast in Versuchung führt, schreibt sie: "Wenn ich mein ewiges Heil vor mir auf diesem Tisch liegen hätte und ich nur die Hand auszustrecken bräuchte, um es zu erlangen, dann würde ich die Hand so lange nicht ausstrecken, als ich nicht dächte, den Befehl dazu empfangen zu haben ... Denn ich begehre nichts anderes als den Gehorsam in seiner ganzen Fülle, das heißt: bis zum Kreuz." Erst kurz vor ihrem Tod, fast schon als Sterbende, erbittet sie von einer katholischen Freundin das Geschenk der Taufe.

George Herbert: Love
Love bade me welcome, yet my soul drew back,
Guilty of dust and sin.
But quick-ey'd Love, observing me grow slack
From my first entrance in,
Drew nearer to me, sweetly questioning
If I lack'd anything.


"A guest," I answer'd, "worthy to be here";
Love said, "You shall be he."
"I, the unkind, the ungrateful? ah my dear,
I cannot look on thee."
Love took my hand and smiling did reply,
"Who made the eyes but I?"


"Truth, Lord, but I have marr'd them; let my shame
Go where it doth deserve."
"And know you not," says Love, "who bore the blame?"
"My dear, then I will serve."
"You must sit down," says Love, "and taste my meat."
So I did sit and eat.


Liebe bot mir Willkommen; doch meine Seele schrak zurück,
In Schuld des Staubes, Schuld der Sünde.
Sie aber, Liebe, flinken Auges merksam, wie ich träg
Den Fuß kaum von der Schwelle setzte,
Drang näher an mich, zärtlich fragend,
Ob etwas mir zu mangeln schien.


Ein Gast, gab ich zur Antwort, würdig dieses Orts.
Und Liebe sprach: Du sollst es sein.
Ich, der des Undanks, der Ungüte voll? Ach, lieber Freund,
Der nicht dich anzuschauen vermag.
Liebe ergriff mich bei der Hand und sagte lächelnd:
Wer schuf die Augen, wenn nicht ich?


Zu wahr, Herr, aber ich verdarb sie nur; lass meine Schande
Dort hingehen, wo sie es verdient.
Und weisst Du nicht, spricht Liebe, wer den Tadel auf sich nahm?
Dann will ich, lieber Freund, dir dienen.
Du musst, spricht Liebe, niedersitzen und das Mahl genießen.
So setzte ich mich denn und aß.

Distributor für «The Passion»?
Allmählich interessieren sich die großen Filmdistributoren - Newmarket, Paramount Classics, Sony Classics und Lions Gate - für Mel Gibsons Film. - [Coming soon!].

Samstag, August 23, 2003

Grandlspitz

Grandlspitz Klettersteig Grandlspitz Klettersteig
Seit einiger Zeit juckt uns, meine Frau Andrea und mich, der «Königsjoder». Und damit ist nicht ein Jodler im volksmusikalischen Sinne gemeint, sondern der derzeit schwierigste und längste Klettersteig am Hochkönig: rund 1700 Klettermetern, nie leichter als B/C, einigen Stellen D, gesamt mit C/D bewertet. Aber bevor wir den in Angriff nehmen, wollten wir doch als Test- und Eingehtour den kurzen Steig auf den Grandlspitz absolvieren. Fazit: recht kurzer, aber rassiger Klettersteig, schöne Linienführung, ausgezeichnete Sicherungen. Noch ein Fazit: wir sind bereit zum jodeln.

St. AdolariIm Anschluß daran fuhren wir noch über Saalfelden und Leogang ins Pillerseetal und sprangen in den wirklich kalten Pillersee, den Schweiß runterschwimmen. Vor der Heimfahrt noch ein kurzer Stop beim sehenswerten Kirchlein des Heiligen Adolari nördlich des Sees. Im Heiligenlexikon ist der Heilige Adolari übrigens nicht vertreten, zumindest nicht unter diesem Namen. Leider merkte ich mir nur, dass er in Friesland als Märtyrer starb und - aber da bin ich mir schon nicht mehr so sicher - ein Gefährte des Heiligen Bonifaz war. Weiters ist er Patron des Viehs. ... Das war der entscheidene Hinweis: jetzt habe ich ihn doch noch gefunden, und zwar unter dem Namen Adalar, «edler Adler» im Althochdeutschen.

aufgeschnappt
Man hat das Christentum viel zu sehr zu einem Trost umgearbeitet, vergessen, daß es eine Forderung ist. Wehe, ihr schlappen Schwätzer! Die Folge davon ist, daß es um so furchtbarer über den hergeht, der wieder das Christentum verkünden soll. - [Søren Kierkegaard, Tagebuch].

Galileo's Mistake
Galileo's MistakeGalileo Galilei, für viele Begründer des wissenschaftlichen Denkens, abgetrotzt einer wissenschaftsfeindlichen Kirche, ist wieder im Gespräch. Zwei neue Bücher über ihn - Galileo's Mistake: A New Look at the Epic Confrontation between Galileo and the Church von Wade Rowlands sowie Galileo in Rome: A Chronicle of 500 Days» von William R. Shea und Mariano Artigas - scheinen dieses schöne Bild in Schwarz und Weiss in Frage zu stellen. Weder war die Kirche so schurkisch schwarz, noch Galilei so heldenhaft weiss, wie die moderne Fama zu wissen meint. Vielmehr schildern die beiden Bücher, die großes Lob bei Literatur- und Wissenschaftskritik einheimsten, nicht die Vertreter der Kirche, sondern den Helden der Wissenschaft als verbissenen, unduldsamen Dogmatiker. Nicht seine wissenschaftliche Arbeit trieb Galilei in den Konflikt mit der Kirche, wie schon Arthur Koestler in «The Sleepwalkers», seiner Geschichte des menschlichen Geistes, schrieb, sondern seine Persönlichkeit. Galilei sei ein schamloser Plagiator gewesen, ein außerordentlich arroganter Rechthaber, der für seine These, dass sich die Erde um die Sonne drehe, keinerlei Beweis vorlegen konnte (das gelang erst wesentlich später, nämlich 1838, durch die erstmalige Messung der Parallaxenbewegung einiger Sterne). Galileo allerdings bestand darauf, dass seine These nicht einfach eine Theorie sei, sondern eine nicht zu bezweiflende Wahrheit. Im Gegensatz zu dem, was unser «vorurteilsfreies» und «aufgeklärtes» Zeitalter meint, war die Kirche jener Tage nicht wissenschaftsfeindlich eingestellt, eher im Gegenteil. Viele ihrer bedeutendsten Vertreter traten als Förder der Wissenschaften hervor. Einige der bedeutendsten Astronomen jener Tage waren Kleriker. Es war Galileis Geltungssucht, die den Konflikt inszenierte. In seinem «Dialog über die Weltsysteme» führte er die Existenz von Ebbe und Flut, die Gezeiten, als Beweis für die Bewegung der Erde um die Sonne an. Eine falsche Annahme, daher waren auch seine daran anknüpfenden «Beweise» widersprüchlich und ohne wissenschaftliche Substanz. In diesem Dialog vertritt «Simplicio», der wie ein Trottel argumentiert, die kirchliche Weltsicht. Galileo legte ihm Aussprüche des Papstes Urban VIII in den Mund, vor dem am Ende alle in Ehrfurcht verstummen. Mit anderen Worten: Galilei stellt den Papst, der ihn seinen Freund genannt hatte, der ihm eine üppige kirchliche Pension auf Lebenszeit zugesprochen hatte, damit er sein wissenschaftliches Werk ohne Sorgen fortführen könne, als Schwätzer und Hohlkopf dar. Nicht der Wissenschaftler trieb also Galileo in den Konflikt mit der Kirche, sondern der geltungssüchtige Polemiker. Im Kern war es sogar die Kirche, die nach heutigen Maßstäben wissenschaftlicher - erkenntnistheoretisch korrekter - argumentierte als Galilei, denn sie bestand darauf, dass eine wissenschaftliche Aussage solange nur hypothetischen Charakter habe, als sie nicht bewiesen sei. Solange aber diese Beweise fehlten, fand die Kirche, sei es richtig und angemessen an Aussagen der Heiligen Schrift festzuhalten. Galileo Galilei wurde verurteilt und widerrief. Am Ende widerrief auch die Kirche in Person von Johannes Paul II. Galilei ist ein Held. Die Kirche der Schuft. Schwarz ist schwarz. Weiss muss weiss bleiben. In der New York Times ein guter Essay zum Thema: Contrarian's Contrarian: Galileo's Science Polemics.

Freitag, August 22, 2003

Salve Regina
Ave, Regina del Cielo! Heute ist ein Gedenktag zu Ehren Mariens, Mutter Jesu, der wundersamen, bezaubenden Königin des Himmels. Salve Regina.

Salve Regina

Die Passion der «Passion»
Weiterhin heftig branden die Wogen der medialen Aufmerksamkeit um Mel Gibson's Film «The Passion». Zwar ist es hierzulande noch relativ ruhig, doch vor allem in den USA vergeht kaum ein Tag, an dem nicht in einer Zeitung, einer Talk Show, einem Magazin ... über den Film berichtet wird. Heftige Angriffe kontrastieren scharf mit begeisteter Zustimmung.

The Gospel according to Braveheart
Last week Mel Gibson launched an interfaith initiative following accusations that his film about Christ is anti-Semitic. Deal W. Hudson says that the star has been wrongly accused, and that the film is a great work of art. - [The Spectator].

Divided over "The Passion"
The furor over Mel Gibson's film is threatening the fledgling pro-Israel alliance between evangelical Christians and key Jewish groups. - [Salon.com].

A case of premature passion?
It is a once-in-a-lifetime story: A prominent Catholic filmmaker decides to make a highly personal film about Jesus of Nazareth. Controversy swirls around the project almost from the beginning. Critics are damning it, accusations of anti-Semitism are tossed about, people are taking sides, and that's before anyone's seen even a scrap of celluloid. - [The Dallas Morning News].

Mel Gibson, we have a problem
So much passion about The Passion. Mel Gibson's movie doesn't appear until next year but is already being accused of anti-Semitism and defended against the same. - [National Post].

The dolorous Passion of Mad Max
So here's me thinking I had not a scrap of religious sensibility left to be outraged. Then Mel Gibson comes along, delicately excavates the last few crumbs of Catholicism embedded beneath my couch, and proceeds to soak them in a fine spittle of hubristic Hollywood derision. Well, I may not be officially of the faith any more, but I still have that in my life that I consider sacred, and this is one thing I know for sure: I'd rather Mad Max didn't make a movie about it. - [The Globe and Mail].
(Diesen Artikel fand ich besonders bemerkenswert, eine ungewollte Persiflage. Zwar glaubt Lynn Coady, die Autorin, gar nicht an Jesus, aber dass der Film eine Blasphemie sei, das glaubt sie doch. Wie blöde kann der Zeitgeist noch sein, der sich als tolerant missversteht?)

Gibson and the cross
On the face of it, Mel Gibson's new film, The Passion, appears to be little more than a work of celluloid self-indulgence by a Hollywood veteran. Portraying the final 12 hours of the life of Jesus Christ, it has no distributor, no big stars and the dialogue is in Latin and Aramaic . It's not even certain if the movie will have subtitles. Yet the film, directed and co-produced by Gibson, who has outlaid $38 million on the project, has already attracted lavish praise from evangelicals and stern criticism from Jewish and Catholic scholars, with one warning it could provoke "one of the great crises in Christian-Jewish relations" in the US. - [The Sun-Herald].

Passion Play
THE NICENE CREED, recited by the world's more than two billion Christians every Sunday, declares that Jesus Christ "suffered under Pontius Pilate, was crucified, died, and was buried." More than anything else, these ten words are the theme of "The Passion," Mel Gibson's new movie. Although not scheduled to be released to theaters until Ash Wednesday, "The Passion" generated this spring more discussion than any film in recent memory: endless op-eds, press releases, debates, and denunciations--all about a movie, in Aramaic and Latin, that none of the commentators had seen. - [the weekly STANDARD].

The killing of Christ
Who killed Jesus? For centuries Christians and Jews have debated this question. And it still hasn't been laid to rest. Most recently Mel Gibson is resurrecting it with his upcoming movie, "The Passion," which some critics, who have heard about it or read the script, say could be anti-Semitic. But what do the Gospels -- the only significant, historical record of Jesus' last hours -- say about who killed him? And why? - [The Kansas City Star].

Defusing the fury over Gibson's `Passion'
A lot of people are talking about Mel Gibson's movie The Passion, but few have seen it. I am fortunate to be one of those who has viewed it. I was the organizer and host of the Houston screening, and with the permission of Icon Productions, Gibson's production company, I have some thoughts to share. - [Houston Chronicle].

Mittwoch, August 20, 2003

Bernhard von Clairvaux
Heute ist der Gedenktag des Heiligen Bernhard von Clairvaux. Er starb vor 850 Jahren in der Abtei Clairvaux. In unseren Tagen erinnert man sich an ihn zumeist nur als jenes Mannes, der den Kreuzzug predigte. In einem Brief an Goethe schrieb Schiller "dass es schwer möchte sein, in der Geschichte einen zweiten so weltklugen geistlichen Schuften aufzutreiben". Bernhard von Clairvaux, das war ihm und einer Legion wesentlich weniger geistreicher Epigonen ein finsterer Reaktionär, der sich dem «Fortschritt» seiner Zeit entgegen stemmte. Eine Zeitgenossin, Hildegard von Bingen, urteilte gänzlich anders. "Du bist der Adler, der in die Sonne schaut", schrieb sie in einem Brief an Bernhard. Der Abscheu, der Bernhard von «aufgeklärter Seite» entgegenschlägt, ist letztlich in dessen geistlicher Orientierung zu suchen, die in Sätzen wie "Glühen ist mehr als Wissen" kulminiert. Das trieb ihn auch in den Konflikt mit Peter Abaelard, den «Startheologen» seiner Zeit. Bernhard kannte in dieser Auseinandersetzung keine Duldsamkeit. Für ihn war es ein Kampf um die Zukunft der Kirche und des Glaubens: "Wer wird es aushalten in solcher Kälte? Von dieser Kälte gefriert die Liebe" ruft er alarmiert aus. Bernhard gewann diesen Kampf, Peter Abaelard aber siegte - wenngleich auch vielleicht nur in dieser Welt. Spätestens auf der anderen Seite der Pforte wird unser Wissen um diese Welt wenig wiegen.

Das Tor des Himmels
«La porta del cielo». Vittorio de Sica und Giovanni Battista Montini, der Jahre später unter dem Namen Paul VI Gott und der Kirche als Papst diente, versteckten während des 2. Weltkriegs 300 Juden und andere Verfolgte vor den Nazis. Für seinen Film «La porta del cielo» warb der Regisseur einige hundert Menschen als Komparsen an. Bei diesen handelte es sich aber in Wirklichkeit um Juden und politisch Verfolgte. Während der Dreharbeiten suchten sie in der exterritorialen römischen Basilika San Paolo fuori le Mura Asyl. Auf Geheiß der katholischen Kirche zögerte der Regisseur die Fertigstellung des Films hinaus, um die «Komparsen» dem Zugriff der Nazis zu entziehen. In der Nacht zum 4. Februar 1944 stürmte die SS unter dem Kommando des berüchtigten Folterers Koch das Gelände und nahm 60 Verdächtige fest. Dabei kam zu einem Schusswechsel zwischen den faschistischen und den vatikanischen Truppen. Der Vatikan protestierte scharf gegen das völkerrechtswidrige Vorgehen der deutschen Besatzungsmacht. Von diesem Zeitpunkt an glich die Basilika bis zur Ankunft der Befreier am 5. Juni 1944 einer belagerten Festung. - [ORF Religion; FAZ].

«La porta del cielo» handelt, der Vollständigkeit halber angeführt, von der Wallfahrt einer Gruppe Kranker, die nach Loreto, der «Santa Casa», dem Haus der Mutter Gottes, pilgern und auf ein Wunder hoffen.

Sonntag, August 17, 2003

Adiuva Passionem!
Aliud est pelliculam facere, aliud eam "distribuere", vel eam ubique in theatra inferre . Nihil dubii est quin Passio in aliquot theatris ostensa sit, sed talia theatra fortasse erunt pauciora proculque ab invicem remota, ut iter plus quam unius horae requiri potuerit ut ad tale "theatrum elegans" perveneris. Quam ob rem illa "distributio" maximi momenti est: debemus demonstrare societati ad pelliculas distribuendas conductae homines revera ad pelliculam videndam ituros esse. ...
«The Passion», Mel Gibson's Film über die letzte Stunden Jesu und seinen Leidensweg, hat nun eine eigene Homepage. In verschiedenen Sprachen, darunter auch Latein, werden die Besucher der Website zur Unterstützung des Films aufgefordert. Oder, wie es auf der Website heisst: einen Film drehen, ist eine Sache. Ihn über "den Vertrieb" verbreitet in die Kinos zu bekommen, eine andere. Wenn nun viele Menschen auf der Website bestätigen, dass sie Interesse daran haben, den Film zu sehen, wird der kommerzielle Vertrieb leichter davon zu überzeugen sein einen Film in die Kinos zu bringen, der bereits jetzt heiß umstritten ist. - [via Fonolog].

aufgelesen
Ein wunderbar sonniger Tag. Vom Quartier weg bin ich mir nicht sicher, ob ich am richtigen Weg bin und so fragte ich eine Joggerin, die mich gerade überholt: "Wohin führt dieser Weg?" - Ihre Antwort: "Wohin man will!" - [Gerhards Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela].

Freitag, August 15, 2003

"Das sind die, welche aus der großen Drangsal gekommen sind"
Heute wurden in Uganda zwei Comboni-Missionare von Karimojong-Kriegern ermordet. Die beiden Missionare sollen in blutige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Stämmen geraten sein. - [Radio Vatikan].

Think about it

Donnerstag, August 14, 2003

im übrigen: es ist einfach zu heiss zum Bloggen! Morgen soll ja endlich die große Abkühlung kommen ... wenn's nur wahr ist!

Jerusalem bekommt einen Weihbischof jüdischer Herkunft
Laut einer Meldung von Radio Vatikan (Tagesmeldung vom 14.8.2003) ernannte Papst Johannes Paul II Jean Baptiste Gourion zum Weihbischof für Jerusalem. Jean Baptiste Gourion, geboren in der algerischen Hafenstadt Oran, ist jüdischer Herkunft und konvertierte 1958 zum katholischen Glauben. 1967 folgte er einer Berufung zum Mönch (Benediktiner); zuletzt war er Abt des Klosters Abu-Gosh. Katholiken jüdischer Abstammung sind selten in Israel, einige Konvertiten, dazu Einwanderer aus dem ehemaligen Ostblock; demgegenüber zehntausende arabisch-palästinensische Katholiken, die den Jerusalemer Patriarch, Michel Sabbah, der seinerseits der erste Palästinenser im Patriarchenamt ist, zum Hirten haben. John Allen vom National Catholic Reporter schrieb bereits am 16. Mai in seiner Kolumne The Word From Rome, dass die Ernennung eines Weihbischofs jüdischer Abstammung für Jerusalem innerhalb der katholischen Welt des heutigen Israels nicht unumstritten ist. So soll schließlich die Ernennung Jean Baptiste Gourions gegen den Wunsch des Jerusalemer Patriarchen erfolgt sein.

Wer wird Kardinal?
Laut einer Meldung der italienischen Tageszeitung La Stampa plant Papst Johannes Paul II. schon bald, nämlich im Herbst dieses Jahres, die Ernennung neuer Kardinäle, darunter sieben Italienern. Zu den Kandidaten für den Kardinalspurpur zählen Tarcisio Bertone, Erzbischof von Genua, Ennio Antonelli, Erzbischof von Florenz sowie Angelo Scola, Patriarch von Venedig. Weiters werden der Groß-Pönitentiar Luigi De Magistris, der Chef der vatikanischen Kulturgüter, Francesco Marchisano, der Leiter der päpstlichen Güterverwaltung, Attilio Nicora, sowie der Präsident des Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Renato Martino, genannt. Chancen werden auch den Erzbischöfen von Lyon, Toledo, Algier, Sidney, Hongkong, Rio de Janeiro, Boston und Philadelphia. Der Salzburger Oberhirte, Alois Kothgasser, wird nicht genannt. - [ORF Religion].

Rumänen vertrauen am meisten der Kirche
Gab es da nicht vor einiger Zeit eine Umfrage, in der festgestellt wurde, die Deutschen würden der Kirche wenig vertrauen? Die Rumänen sehen das völlig anders. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CURS vertrauen rund 74 Prozent der Kirche, der orthodoxen Landeskirche. Fast 67 Prozent vertrauen der Armee, über 58 Prozent den Medien, nur mehr 24 Prozent finden die Regierung vertrauenswürdig, schlechter noch schnitten die Parteien (11,3%), das Parlament (16,6%), die Gewerkschaften (11,3%) und die Justiz (22,2%) ab. - [ORF Religion].

Dienstag, August 12, 2003

The Passion
Ein weiterhin hohes Maß an Aufmerksamkeit erntet Mel Gibson's «The Passion» in den amerikanischen Medien:

Group sees anti-Semitism in Gibson film
The Anti-Defamation League Monday called on Mel Gibson to modify his controversial film on the last 12 hours in the life of Jesus Christ to make it "free of any anti-Semitic message." - [
Houston Chronicle].

Mel Gibson's 'Passion' Raises Ire of ADL
The Anti-Defamation League expressed concern on Monday that Mel Gibson "The Passion" will fuel anti-Semitism by reinforcing a belief that Jews were guilty for Jesus' death. - [Yahoo! News].

Jewish Group Says Gibson's 'Passion' Will Fuel Hate
The Anti-Defamation League said on Monday an upcoming religious film from actor and director Mel Gibson would lead to hatred of Jews if it is released in its current form. - [Yahoo! News].

Gibson film ignites passion, irony
This has got to be one of the strangest controversies in a long time. A movie that won't be released for months is being denounced by people who haven't seen it. Why? Because they claim the film assigns blame for a crime to a handful of people who have been dead for 2,000 years. - [Town Hall].

Gibson's 'Passion' hearing whispers of anti-Semitism
Mel Gibson brought his latest project, a graphic depiction of the final 12 hours of the life of Jesus Christ, to an invitation-only crowd at the Museum of Fine Arts, Houston on Friday. But if he was hoping to leave with assurances that Jewish leaders will drop their concerns about anti-Semitism, he may have been disappointed. - [Houston Chronicle].

Gibson Gives Select 'Passion' Screenings
Those who have seen Mel Gibson (news)'s film about the final hours of Jesus Christ have called it beautiful, magical, a great and important work. - [Yahoo! News].

Mel Gibson screens 'Passion' for Houston group
Mel Gibson's appearance at an invitation-only crowd today at the Museum of Fine Arts, Houston appears to have done little to quell concerns that his controversial latest project, a graphic depiction of the final 12 hours of the life of Jesus Christ, will incite anti-Semitism. - [Houston Chronicle].

Stadium Stirred by 'Passion' Preview
Excerpts of Mel Gibson's gritty cinematic depiction of Christ's crucifixion — unfinished, but already much debated in religious and movie circles — got a first public screening before a massive audience Friday night: a stadium full of evangelical Christians attending the first night of Orange County's annual Harvest Crusade. - [Los Angeles Times].

land of the free, home of the brave
Jene 20 US-Amerikaner, die vor dem Krieg in den Irak reisten, um dort als "Menschliche Schutzschilde" gegen den Krieg zu protestieren, müssen jeweils 10.000 US-Dollar Strafe zahlen. Amerika, "land of the free, home of the brave".

Ansturm auf asiatisches katholisches Jugendtreffen
Mehr als 100.000 junge Leute nehmen im südindischen Bangalore, der Hauptstadt des Bundesstaates Karnataka, am asiatischen katholischen Jugendtreffen teil. "Die Teilnehmerzahlen haben alle Erwartungen übertroffen", sagte der Pressesprecher des asiatischen Jugendtreffens, P. Benedict Jaikumar. - [ORF Religion].

Montag, August 11, 2003

Ioannes Paulus PP. II - Enzykliken
Noch etwas Lesestoff - die Enzykliken des Papstes als IntraText Editionen:
Centesimus annus
Dives in misericordia
Dominum et vivificantem
Ecclesia de Eucharistia
Evangelium vitae
Fides et ratio
Laborem exercens
Redemptor hominis
Redemptoris Mater
Redemptoris missio
Slavorum apostoli
Sollicitudo rei socialis
Ut unum sint
Veritatis splendor

Intratext Editionen: Schriften von Tertullianus, Augustinus, Benedictus
Klassiker:
Quintus Septimius Florens Tertullianus
An Scapula Ad Scapulam
Apologetikum oder Verteidigung der christlichen Religion und ihrer Anhänger Apologeticum
Das Zeugnis der Seele De testimonio animae
Die Prozesseinreden gegen die Häretiker De praescriptione haereticorum
Die zwei Bücher an seine Frau Ad uxorem libri duo
Gegen die Juden Adversus Iudaeos
Über das Fasten. Gegen die Psychiker
Über das Gebet De oratione
Über den Götzendienst De idololatria
Über den weiblichen Putz De cultu feminarum
Über die Aufforderung zur Keuschheit De exhortatione castitatis
Über die Busse De paenitentia
Über die Ehrbarkeit De pudicitia
Über die einmalige Ehe De monogamia
Über die Geduld De patientia
Über die Schauspiele De spectaculis
Über die Taufe De baptismo
Vom Kranze des Soldaten De corona militis

Aurelius Augustinus
Bekenntnisse Confessiones
Regel Regula

Benedictus Nursianus
Benediktusregel S. Benedicti Regula

Sonntag, August 10, 2003

Mander, s'ischt Zeit
Geographisch bedingt liegt fast ganz Tirol unmittelbar an der Autobahn. Und, wie wohl auch ausserhalb Österreichs dort und da bekannt sein dürfte, stöhnt das Land der hohen Berge und tiefen Täler inmitten Europas unter der Last des europäischen Transitverkehrs. Jetzt solidarisierte sich der Abt des Stiftes Fiecht in Tirol, Anselm Zeller, mit der murrenden Bevölkerung, die drauf und dran ist gegen die angeblich unvermeidlichen Zwänge des freien Waren- und Personenverkehrs in der EU zu rebellieren. "Als Christen", so Abt Zeller, "sind wir verpflichtet, uns für die Menschen einzusetzen. Sie sind der höchste Wert, nicht der Profit oder die Wirtschaft."
Im Herbst wollen die Tiroler die Autobahn blockieren. Abt Zeller ist dann auf jeden Fall dabei. Sein Kloster gehört zu den Geschädigten - es liegt keine Hundert Meter von der Autobahn entfernt. Die Mönche könnten, bei genügend Zeit und Lust, jährlich 19 Millionen Fahrzeuge von ihren Fenstern aus zählen. Im Leitartikel der Kirchenzeitung der Diözese Innsbruck werden alle Christen, auch jene außerhalb Tirols, zum Widerstand gegen die Transitpolitik der EU aufgerufen: "Jetzt ist entschiedenes Handeln angesagt, Handeln in Notwehr." Das Vorrecht menschlichen Lebens gegenüber wirtschaftlichen Interessen immer wieder einzufordern, sei "eine der ersten Pflichten eines Christen. Da kann auch einmal die Teilnahme an einer Demonstration fällig werden." - [kathpress].

Katastrophensommer
Im Sommer vorigen Jahres die Flutkatastrophe. Auch die Altstadt von Salzburg entging damals nur knapp einer Überflutung (auch wenn die Politik das inzwischen schon fast wieder vergessen zu haben scheint). Heuer ein Sommer, der ebenfalls eine Katastrophe ist. Auf dem Land vertrocknen Felder und Ernten, im Wasser sterben Fische wortwörtlich den Hitzetod. Der Papst rief heute nach dem Angelus die katholische Christenheit auf zum Gebet für Regen - und damit zu einer Abkühlung: "Es ist eine besorgniserregende Not, die durch die andauernde Trockenheit und menschliche Verantwortung gefördert wird. Sie bedroht die Umwelt, die für die gesamte Menschheit ein wertvolles Gut darstellt." Weder die diesjährige Hitzewelle, noch die vorjährige Flutwelle sind «Schicksal», sondern «hausgemacht», Folge einer strukturellen Sünde, an der wir (fast) alle Anteil haben. Übrigens: heuer ist das Internationale Jahr des Süßwassers. Vielleicht macht es sich deshalb so rar?

Großer Donnerkogel
Lang, lang ist's her, da stieg ich den heimischen Bergen noch kletternd auf's Haupt. Jetzt bin ich schon froh, mitunter mit Hilfe eines Klettersteigs die Hände an den Fels zu legen. Gestern war es der Klettersteig auf den Großen Donnerkogel im Gosaukamm, der - dank Seilbahn - einen kurzen Zustieg und luftige Routenführung versprach - und diese Versprechen auch hielt. Anbei einige fotographische Impressionen, dem Internet "entliehen".

Klettersteig, oberer Abschnitt, NW-Grad Klettersteig, oberer Abschnitt, Donnermandl

Der Weg hinauf impliziert stets einen Weg hinab. Und dieser, der Normalweg auf den Großen Donnerkogel, ist eher lästig und unangenehm. Dafür bringt einem die Seilbahn rasch wieder hinunter ins Tal, wo der Gosausee als Belohnung winkt.

Gosausee21 Grad Wassertemperatur sind eine angenehme Alternative zu einer Lufttemperatur deutlich jenseits der 30°. Mir wurde sogar, man will es kaum glauben, nach Sonnenuntergang etwas zu kühl! - sodass ich rasch in wärmende! Kleidung schlüpfte. Was bin ich doch verfroren! Hoffentlich wird's wieder wärmer ;-).


Freitag, August 08, 2003

Ein römischer Meilenstein
Heute fuhr ich von Kärnten kommend mit dem Auto über den Radstädter Tauernpaß. Auf der Pongauer Seite der Paßhöhe bedrängte mich ein besonders eiliger Gast aus Deutschland, sodass ich es vorzog auf einen kleinen Parkplatz auszuweichen. Dort lenkte eine niedrige Säule meinen Blick auf sich: ein römischer Meilenstein. Über den Radstädter Tauern verlief eine Römerstraße, die von Aquileia über Gemona, Plöckenpaß, St. Peter im Holz (Teurnia), Katschberg und eben den Radstädter Tauern nach Juvavum, meiner Heimatstadt Salzburg, führte. Aufgestellt wurde der Stein unter der Herrschaft des Septimius Severus, der im Jahr 193 nach Christus den Thron bestieg. Ave Caesar. Severus, geboren in Afrika, herrschte über ein Imperium, dessen Sprache, Latein, er sein Lebtag lang niemals richtig zu sprechen erlernte.

Nebenbei bemerkt las ich heute morgen in der Zeitung, die Steirische Eiche, the Styrian Oak, mein Landsmann Arnold Schwarzenegger, will sich um den Posten des Governeurs von Kalifornien bewerben. Und seine Chancen stehen, wenn man der Zeitung glauben darf, gar nicht schlecht. Ave Arnold. Schwarzenegger ist mit einer schönen Frau, Maria Shriver, verheiratet.

Severus, um auf den Caesar zurückzukommen, ehelichte Julia Domna, die als eine der schönsten Frauen der Weltgeschichte gilt. Zudem war sie klug und gebildet, stolz und reich, versammelte in Rom einen Kreis von Gelehrten um sich und übte großen Einfluß auf die Regierungsgeschäfte aus. Schieres Glück haben ihr allerdings weder Schönheit, noch Bildung, noch Reichtum, noch Macht gebracht. Sie gebar dem Kaiser 2 Söhne, Geta und Bassian, der Caracalla genannt wurde. Nach dem Tod des Vaters stritten die beiden erbittert um die Macht. Die Mutter versuchte zu vermitteln, Friede zwischen den Brüdern zu stiften. Bassian gab schließlich vor, er wolle sich mit dem Bruder aussöhnen. Als ihm Geta entgegentrat, fiel er mit einigen Gefährten trotz des Beiseins der Mutter über ihn her und erdolchte den Jüngling. Dabei durchbohrte er mit seinem Dolch die Hand der Mutter, die den Bruder vor dem Bruder zu schützen suchte. Geta brach mit dem Ruf "Mutter, ich werde getötet!" in den Armen der Mutter zusammen und starb. Dies geschah im Jahr 211 nach Christus. Julia Domna zog sich daraufhin nach Antiochia zurück, wo sie 217 Selbstmord beging.

Der eilige Gast aus Deutschland war mittlerweile etliche Kurven weiter gebraust, sodass mir die Straße wieder einigermaßen sicher erschien. Ich verabschiedete mich von Septimius Severus, seiner klugen Gemahlin und dem Meilenstein und setzte meine Reise nach Salzburg fort. Wo ich nun bin und diese Zeilen schreibe.

Montag, August 04, 2003

Berufsbedingt bin ich bis Freitag offline. Wir sprechen uns Freitag abend wieder!

Wie katholisch darf ein hoher Justizbeamter der Vereinigten Staaten sein?
Mit dieser Frage leitet Regina Einig in der Tagespost einen Artikel ein, der dem Problem nachgeht, wie katholisch man sein darf, um noch in ein hohes Amt im amerikanischen Rechtssystem berufen werden zu können. Präsident George W. Bush nominierte den Generalstaatsanwalt von Alabama, William H. Pryor, für einen Richterstuhl im 11. Appellationsgerichtshof (zuständig für Alabama, Georgia und Florida). Pryor muss sich nunmehr der üblichen Anhörung vor dem amerikanischen Senat stellen, um im Amt bestätigt zu werden - oder auch nicht! Denn in der Anhörung wird ihm nichts geschenkt, im Gegenteil. Ihm weht ein rauher Wind ins Gesicht, angefacht unter anderem von Organisationen zur Befürwortung des Schwangerschaftsabruchs wie Planned Parenthood, die «Nationale Abtreibungsvereinigung» oder der «Nationale Rat der Jüdischen Frauen». Für diese ist Pryor ein extremer Ideologe vom rechten Rand. Dazu mag auch beigetragen haben, dass er mit deutlichen Worten zu seinen Überzeugungen steht, sich selbst vor dem Ausschuss nicht mit diplomatischen Floskeln windet. So bekannte er sich unmissverständlich zu einem Zitat aus einer früheren Rede, Abtreibung sei Mord und das entsprechende Urteil des Obersten Gerichtshofs "die größte Abscheulichkeit des Rechts in der amerikanischen Geschichte. Es hat zum Abschlachten Millionen unschuldiger Ungeborener geführt. – Das ist meine Überzeugung." Dabei ist Pryor nicht einfach ein typischer «Rechter». Aus seinen Überzeugungen heraus setzte er sich für die Streichung des noch immer bestehenden gesetzlichen Heiratsverbots zwischen Weißen und Schwarzen im Bundesstaat Alabama ein. Darf - kann - ein gläubige Katholik, der seinem Gewissen verpflichtet ist, ein hohes Amt im Justizsystem einnehmen? Die Vereinigung der Orthodoxen Jüdischen Gemeinden beantwortet diese Frage so: "Diejenigen, die davon ausgehen, dass ein gläubiger Mensch nicht für einen hohen Regierungsposten in Frage kommt, erregen unsere Besorgnis." - [Die Tagespost].

Ich räumte dem Fall Pryor, wiewohl scheinbar weit entfernt von uns, aus einem Grunde Platz in meinem Blog ein, nämlich in der Übertragung der Frage auf die Zustände hier bei uns. Wie katholisch darf man hierzulande heutzutage sein, um nicht im politischen System zu scheitern? Natürlich bekennen sich auch in Österreich, in Deutschland oder der Schweiz Politiker zu ihrem Glauben. Aber würde es einer von ihnen wagen im Rahmen einer politischen Anhörung zu erklären, Abtreibung sei Mord, ein Abschlachten Millionen unschuldiger Ungeborener? Solche Aussagen sind längst tabuisiert, nicht dagegen anzugehen eine Sache weltkluger politischer Vernunft. Es geht mir nicht darum zu bewerten, ob diese Aussagen richtig sind oder nicht, sondern um den Umstand, dass sie nicht mehr getätigt werden dürfen; es geht mir um eine Art stillschweigender Zensur, der wir uns kaum mehr bewusst sind, und der wir uns willig unterwerfen.

Der Wiener Philosoph Rudolf Burger erregte vor einigen Jahren mit seinem «Plädoyer für das Vergessen», in dem er sich strikt gegen die heutige «Gedenkpolitik» wendete, die moralinsaure mediale, kulturelle und politische Öffentlichkeit. Burger, berufsbedingter Skeptiker, äusserte in einem Interview in der Zeitung Der Standard im Rückblick auf die damalige aufgeregte Diskussion einige Sätze, die über den konkreten Anlass hinaus gut zu dem von mir angesprochenen Problem der Zensur des politischen Wohlverhaltens passen.
"Ich denke aber, dass ... eine ungeheure moralische Heuchelei zu einem großen Atout der Politik geworden ist. Abgesehen davon, dass ich nach einem halben Jahrhundert niemandem die Authentizität des Entsetzens abnehme, wurde es zu einer billigen Spielmarke der Politik, mit der dogmatisch über die Pathetisierung der Geschichte Politik gemacht wurde. Dagegen habe ich mich gewendet. Darin besteht die politische Rolle des Skeptikers ... sich gegen eine bestimmte Aufgeregtheit zu stellen, die verlogen und gefährlich ist, mit der billiges Geschäft gemacht wird, andere Sachen verschüttet werden, aus der Debatte weggeschoben werden." - [Der Standard].

Würde ein katholischer Politiker Aussagen wagen, wie es Pryor ohne zu zögern vor dem amerikanischen Senat tat, gäbe es ohne Zweifel einen Aufschrei im Lande. Medien, Meinungsmacher, Politiker - sie alle würden vor dem Rückfall in die Barbarei, in das finsterste Mittelalter, warnen. Es herrschte eine bestimmte Aufgeregtheit, die ... siehe Burger. Nur über jenes Problem, dass den derart gescholtenen katholischen Politiker zu seiner Aussage trieb, würde nicht viel geredet werden, vielleicht gar nicht; vielleicht würde sie verschüttet und aus der Debatte weggeschoben werden. Ist es nicht ein Glück, dass uns derart zu ihren Überzeugungen stehende katholische Politiker in ÖVP, SPÖ, SPD, CSU, CDU, FDP, SVP usw. usf. erspart bleiben? So herrscht moralinsaure Ruhe im Lande. Etwas riecht ranzig hier.

Catholic Webradio that will ROCK Your World
Omega Rock - Catholic Web Radio for College and High School Youth Worldwide

Sonntag, August 03, 2003

aufgelesen
"Man darf diese Suche nach dem Menschlichen in Jesus nicht unterschätzen. Es ist kein Rückfall in Historie, Archäologie, Folklore oder Poesie, sondern Ausdruck des Willens, Jesus in seiner irdischen Verwurzelung kennenzulernen, Jesus, das Kind seiner Zeit, den Sohn Marias, ihn, der wahrhaft dem Geschlecht Adams entstammt. Und das ist kostbar und von größter Bedeutung. Das sichert uns vor vielen Pseudotheologen und Pseudoexegesen, die ihre Argumente wie ein Computer ausspucken." - [Jacques Loew, Christusmeditationen].

Wer nicht dem Menschen Jesus begegnet, wird Gott verlieren. Hasenhüttl ist ein warnendes Beispiel. Sein Name allerdings steht für «Legion».

aufgeschoben, doch nicht aufgehoben
aufgeschoben oder aufgehoben? fragte ich vor etwa einem Monat. Nun sieht es so aus, als wäre die Reise des Papstes in die Mongolei tatsächlich nur aufgeschoben, nicht aber aufgehoben worden. Die Vorbereitungen für den Besuch laufen nämlich weiter. Ursprünglich für Ende August vorgesehen, soll nunmehr der Frühsommer oder Frühherbst kommenden Jahres als Termin vorgesehen sein. Aus Italien sei bereits der Fahrstuhl herbeigeschafft worden, der dem Papst in der neuen Kathedrale der Hauptstadt Ulan-Bator das Treppensteigen ersparen soll. Die katholische Gemeinde Ulan-Bators, soll die vermutlich höchste prozentuelle katholische Zuwachsrate der Welt aufweisen. Dazu muss man allerdings sagen, dass die Mission in der Mongolei nach dem Zusammenbruch des Kommunismus im Jahr 1992 praktisch bei Null begann. Vor einem Monat gab es nur etwa 150 Katholiken im Lande; zwischenzeitlich mögen es schon einige mehr geworden sein. - [kathweb].

Hasenhüttls Kontrahent: Reinhard Marx, Bischof von Trier - ein Porträt
"Kirchen sind keine Parteien, die mit ihren Programmen Kompromisse schließen können." - Reinhard Marx, vor wenigen Monaten noch selbst von Kritikern der katholischen Kirche als "vernünftiger Bischof" geschätzt, mit dem man reden könne, ist heute Buhmann unserer aufgeklärten Zeitgenossen. Seine Kritik am Irakkrieg, an wilden Börsenspekulationen und knallharten Bankengeschäften, ließ ihn Wohlgefallen und Lob von jenen ernten, die wissen, wo's lang geht. Seine Kritik an Hasenhüttl, seine Bereitschaft, es nicht bei Worten zu lassen, sondern auch Taten zu setzen, brachte ihm von diesem das Verdikt eines Scharfmachers ein, dass unsere aufgeklärten Zeitgenossen, jene, die wissen, wo's lang geht, mit großem Eifer übernahmen. Die Welt bringt ein ausgewogenes Porträt über Marx, Reinhard, nicht Karl. - [Die Welt].

Moblogging
The next Big Thing?

"Moblogging", so steht es bei Telepolis, dem Magazin der Netzkultur, "heißt das Buzzword der Stunde". Mal abgesehen davon, dass «Buzzword» auch nichts anderes meint als «Schlagwort», aber wesentlich «cooler» klingt, ist dies tatsächlich die Zukunft: das Füttern von Weblogs mit webfähigen Mobilfunkgeräten, also Handys? Mobiles Publizieren im Internet. Du kommst an einem blutigen Autounfall vorbei? Mach einen Schnappschnuss mit deinem Handy, übertrage es auf Dein Weblog, zeig der Welt die blutigen Details. Vielleicht willst Du auch nur in (fast) nullkommanichts den blanken Busen einer Schönheit am Meeresstrand der staunenden Welt vorführen, untermalt vom Rauschen des Meeres? Dann los: zück Dein Handy, schick Bild und Ton vom Strand auf Dein Weblog. Keine große und kleine Sensation, vor allem aber keine Trivialität ist mehr sicher vor dem Mob-logger. Ist Moblogging das berühmte «next Big Thing»? Anfang Juli fand in Tokio die erste Konferenz zum Moblogging statt, bei der sich der neue Trend, das erhoffte «next Big Thing» gebührend feiern ließ. Etwas ernüchternd allerdings die Einschätzung eines Konferenzteilnehmers: "One thing became apparent. Moblogging as it is, is a great feature of mobile phones and web publishing. It isn't however the next big thing. It's not gonna make you millions and its not going to change the world. One of the things I kept overhearing was «..and this is my day job»." - [Telepolis].

Samstag, August 02, 2003

This is a fight the Vatican can't win
Is homosexuality Christianity's next Darwinism? And is it likely to come off just as badly from picking a battle it cannot win? The Vatican published a document yesterday which described any proposal for state recognition of homosexual relationships as the "legalisation of evil". That shocking and cruel language tried to commit the Catholic church to total opposition to a social trend that increasingly looks irresistible. It is a classic example of how to embarrass your friends and motivate your enemies. ... - [The Guardian ].

Soweit The Guardian - und er hat leider nicht unrecht. Dabei geht es primär gar nicht um die Frage, ob die Lehre der Kirche in der Sache richtig oder falsch ist, sondern einfach um das Verständnis des Staates und der Gesellschaft in der heutigen Zeit. Europa ist nicht mehr christlich, oder im besten Falle gerade eben noch an seinem kulturellen Rand. Aus diesem Grunde unterblieb nach dem Entwurf des Europäischen Konvents in der Präambel der EU-Verfassung nicht nur der Verweis auf Gott, sondern selbst noch die Erwähnung einer einfachen geschichtlichen und kulturellen Tatsache, nämlich der christliche Vergangenheit, aus der heraus Europa sich überhaupt erst gestalten konnte. Aus diesem Grunde ist es auch vollkommen nutzlos, ja, sogar kontraproduktiv, an die Politik oder die Gesellschaft zu appellieren. Das wird von jenen Kräften, die heute die Lande beherrschen, im besten Falle ignoriert, liefert gar noch Munition im Kampf gegen das christliche Erbe. Besser wäre es gewesen, den Gläubigen unmißverständlich die Lehre der Kirche in dieser Frage vorzulegen.

Kongregation für die Glaubenslehre: Erwägungen zu den Entwürfen einer Rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen Homosexuellen Personen
Verschiedene Fragen bezüglich der Homosexualität sind in letzter Zeit mehrmals von Papst Johannes Paul II. und den zuständigen Dikasterien des Heiligen Stuhls erörtert worden. Es handelt sich nämlich um ein beunruhigendes moralisches und soziales Phänomen, auch in jenen Ländern, in denen es in der Rechtsordnung keine Beachtung findet. Noch bedenklicher wird es aber in den Ländern, die den homosexuellen Lebensgemeinschaften eine rechtliche Anerkennung, die in einigen Fällen auch die Befähigung zur Adoption von Kindern einschließt, bereits gewährt haben oder gewähren wollen. Die vorliegenden Erwägungen enthalten keine neuen Lehraussagen ... - [ZENIT (vollständiger Text)].

Freitag, August 01, 2003

aufgeschnappt
"In der zisterziensischen Spiritualität geschieht die Rechtfertigung des Menschen dadurch, dass beide, Gott und Mensch, Sehnsucht nacheinander haben. Der Mensch wird durch Sehnsucht gerechtfertigt, nicht durch einen Glauben, der leicht zum Werk werden kann."
Veni, Domine Iesu! - [Klaus Berger].

Scheidender LWB-Präsident: Katholische Kirche muss sich bewegen
Die römisch-katholische Kirche müsse sich in der Frage des gemeinsamen Abendmahls bewegen, forderte Christian Krause, scheidender Präsident des Lutherischen Weltbundes und braunschweigischer Altlandesbischof. Die evangelische Kirche muss sich in der Frage der gemeinsamen Eucharistiefeier bewegen, fordere ich. - [ORF Religion].

Evangelische Kirche: Ökumene mit Nicht-Christen ist ein Irrweg
Die Evangelische Kirche in Deutschland hält nichts von der Idee einer «Ökumene der Religionen», das sei "ein Irrweg", wie der Rat der EKD in seinen gestern veröffentlichten Leitlinien über das Verhältnis der Protestanten zu anderen Religionen feststellte. - [ORF Religion].

Gleichmacher Ökumene
Das schönste Beispiel totaler Schicksalgemeinschaft in der absolutesten Unähnlichkeit sind mein Hirn und mein Herz. Es gibt keine zwei Organe, die einander so unähnlich sind wie ein Hirn und ein Herz, sie sind jedoch so miteinander verbunden, so solidarisch miteinander, so gegenseitig voneinander abhängig, dass es, wenn das eine nicht funktioniert, dem anderen ganz schlecht geht. Und mein Hirn ist meinem Herzen viel näher als das Hirn meiner Nachbarin, der einen Schlaganfall erleiden kann, während es mir weiterhin bestens geht! Aber zwischen meinem Hirn und meinem Herzen besteht eine Gemeinschaft gegenseitiger Abhängigkeit. Es geht dann nicht mehr so darum, dem anderen haargenau gleich zu sein. Wir setzen unsere Hoffnung nicht mehr auf eine Gleichheit, die wir bis ins Absolute treiben, selbst wenn es, wie nochmals gesagt sei, einer gewissen Gleichheit bedarf: will ich einen Ertrinkenden retten, so muss ich mich mit ihm ins Wasser stürzen. Ich kann ihm nicht vom Ufer aus zurufen: "Tu dies oder jenes, um dich zu retten!" Ich muss aber besser schwimmen können als er, sonst gibt es wahrscheinlich zwei Ertrunkene statt einem.

Jacques Loew schrieb dies in seinen "Christusmeditationen". Er nennt es "die Falle der doppelten Treue": "eine Falle, weil wir diese doppelte Treue jedesmal auf materieller Ebene, also der Ebene der Gleichheit oder Ähnlichkeit, und nicht auf formeller Ebene, der Ebene der Solidarität, verstehen." Ich musste, als ich dies las, an die Situation dessen denken, was heute als "Ökumene" gehandelt wird. Ich glaube nicht an eine Einheit der Gleichmacherei, durch die die Glaubensgüter der christlichen Glaubensgemeinschaften und der katholischen Kirche auf den kleinsten gemeinsamen Nenner nivelliert werden. Das wäre der sicherste Weg, reihum zu ertrinken. Wir brauchen nicht Gleichmacherei, sondern christliche Solidarität. In aller Demut gesprochen magst Du das, was ich glaube, meinetwegen auch das Mysterium der Gegenwart Christi in der Eucharistie, als schieren Irrtum betrachten. Wieso sollte Dich das aber daran hindern, Dich mit mir in Christus zu solidarisieren?