Donnerstag, Juli 31, 2003

P. Jacques Loew
P. Jacques Loew"Christusmeditationen", Exerzitien für Papst Paul VI. Ein wirklich schönes Buch, geschrieben von einem Gläubigen, nicht von einem Theologen ... dass mir diese Abgrenzung vom Gläubigen zum Theologen so leicht aus der Tastatur läuft, sagt einiges über die hiesigen Zustände aus. Wer weiss? Vielleicht wird die Bezeichnung «Theologe» gar noch zu einem Schimpfwort? Du Heuchler! Du Lügner! Du ... Theologe!

Nun ja, jedenfalls habe ich mir über Abebooks zwei weitere Bücher von Pater Loew bestellt, nämlich "Ihr sollt meine Jünger sein - Schule des Glaubens" sowie "Er gab mir ein Zeichen. Meine Glaubensgeschichte". Auf letzteres bin ich besonders gespannt. Das wenige, was ich von Jacques Loew's Lebensgeschichte weiss, zeugt von einer faszinierenden Persönlichkeit, einem wahren Jünger seines und meines Herrn. Die letzten Lebensjahre allerdings, sein Rückzug aus der «vita activa» in die «vita contemplativa», werden naturgemäß fehlen. Das scheint mir kein schlechter Weg zu sein, des Lebens späten Herbst mit der Betrachtung Gottes zu verbringen.

Montag, Juli 28, 2003

Apophthegmata Patrum
Der Altvater Antonius sprach: "Es kommt eine Zeit, in der die Leute närrisch werden und wenn sie einen sehen, der kein Narr ist, dann stehen sie gegen ihn auf und sagen: du rasest! Deswegen, weil er ihnen nicht ähnlich ist." - [Weisung der Väter N°28].

Ist diese Zeit gekommen? Apropos Zeit: für die nächsten Tage habe ich keine, um mein Blog weiterzuführen, da ich wieder beruflich verreise.

Armen habt ihr immer bei euch
Rund 30% der Bevölkerung der Mongolei, das sind 650.000 von zweieinhalb Millionen Menschen, leben in Ulan Bator, der Hauptstadt des Landes. Und immer mehr Menschen haben ihr Heim auf der Straße, darunter auch 4000 Kinder. Vor allem im Winter, bei Temperaturen bis zu 40 Grad unter Null, ist ihre Lage dramatisch. Die Missionare vom Unbefleckten Herzen Mariens holen von der Straße, was sie können. Doch ist ihr Anlaufzentrum für Straßenkinder chronisch überfüllt. - [UCA News].
Arme, wurde uns gesagt, haben wir immer bei uns. Und die Kirche an ihrer Seite.

Sex gesucht, katholisches Weblog gefunden
Was, außer Gotthold Hasenhüttl, bringt via Google meinem Blog Leser? Was verkauft sich immer gut? Ganz recht. Das Wort mit den 3 Buchstaben, von denen der erste ein «S», der letzte ein «X» ist. Armer Kerl - ich unterstelle, vorurteilsbeladen, wie ich nun einmal bin, dass es ein Mann ist. Da sucht er mit der Kombination «Pyrenäen + seen + sex + drogen» - und landet bei mir. Und warum? Weil Google aus meinen Notizen folgenden «Treffer» fabrizierte und an erster Stelle reihte:

Veni, Domine Iesu!
... Jahre als Einsiedler in den Pyrenäen, starb 1998 ... und dann wird das empirisch widerlegt:
Besseren Sex! ... ich nun bald wieder tagelang auf den Seen unterwegs bin ...


Die ... Jahre als Einsiedler in den Pyrenäen, starb 1998 ... bezogen sich auf Jacques Loew, einem französischen Priester. Der ... Bessere Sex! ... war eines der Ergebnisse einer Studie zu den Auswirkungen religiöser Überzeugung auf die Gesundheit. Und das ... tagelang auf den Seen unterwegs ... ist Bestandteil meiner Arbeit, der Kartierung submerser Makrophyten mittels Echosounder. Nun ja, vielleicht konnte sich der geschätzte Besucher zumindest an meinen Gedankenflügen berauschen, wurde «high» vom virtuellen Weihrauch, der katholischerweise aus den Poren dieser Seiten quillt?

Sonntag, Juli 27, 2003

Quotenrenner Hasenhüttl
Gotthold Hasenhüttl bringt's! Ca. 80% der Leute, die sich seit einigen Tagen via Google auf mein Blog verirren, gaben als Suchbegriff «Hasenhüttl» an. Und wie schaut's da bei Euch aus, liebe Kollegen?

Verkündigung ohne Glaube
Thorkild GrosboellAnfang Juni schrieb ich von dem dänischen Pastor Thorkild Grosboell, der in einem Interview, dass er der dänischen Zeitung Weekendavisen gegeben hatte, erklärte, weder an Gott noch an die Auferstehung noch an ein ewiges Leben zu glauben. Daraufhin wurde er von der dänischen Bischöfin Lise-Lotte Rebel von der Evangelisch-Lutherischen Kirche vom Dienst suspendiert. Damit war aber das letzt Wort über die Sache nicht gesprochen. Hunderte von Gemeindemitgliedern aus Grosboells Dorf Taarbaek demonstrierten für die Wiedereinsetzung ihres Pastors. Woraufhin wiederum die Bischöfin jüngst Grosboells Suspendierung wieder aufhob, nachdem sich dieser bei ihr entschuldigt hatte.

Über wen soll man sich mehr wundern? Den Pastor, der von Berufs wegen verkündigen soll, woran er nicht glaubt? Warum tut er es dann? Die Bischöfin, für die eine persönliche Entschuldigung des ungläubigen Pastors Grund genug war, ihn wieder in Amt und Würden zu setzen? Ist für sie Grosboells Unglaube eine nur sie betreffende persönliche Beleidigung? Die Gemeindemitglieder, welche die Wiedereinsetzung eines Pastors verlangten, der ihnen nichts zu verkündigen hat, da er an die Verkündigung nicht glaubt? Wozu brauchen sie ihn dann? Als Sozialarbeiter? Was würde wohl Søren Kierkegaard über diesen Pastor, die Bischöfin, die Gemeindemitglieder und die Landeskirche schreiben, frage ich mich? Kein Buch Adler, sondern ein Buch Grosboell? - [Yahoo! Nachrichten].

Samstag, Juli 26, 2003

«The Passion» in der amerikanischen Presse
Ist er oder ist er nicht? Antisemitisch? Die amerikanische Presse diskutiert einen Film, der noch viele Monate lang nicht in die Kinos kommt und den kaum jemand gesehen hat. Was aber kein Grund zu sein scheint, nicht 'alles' darüber zu wissen.

'Passion' elicits unfair conflict
Any piece of pop culture that touches on serious religious themes inspires its share of controversy, but the noisy assaults on Mel Gibson's unfinished film The Passion, which describes the final 12 hours in the life of Jesus Christ, seem unfair and painfully premature. ... - [USA Today].


Stirring Passions - Gibson's film about Jesus raises Jews' fears
Forget about "Mad Max" and "Lethal Weapon." Mel Gibson is now trading on his celebrity to complete the most personal and provocative project of his l career: a graphic depiction of the last 12 hours of the life of Jesus Christ. ... - [Newsday].


Is Mel Gibson's film passion for Jesus misplaced?
A fair amount of attention, although not necessarily the attention one would seek, attends the production of ''The Passion,'' Mel Gibson's movie about the last days of Jesus Christ. Making a movie about Christ is a surefire path to instant publicity, most of it negative. And when one of the most bankable stars in the English-speaking world is backing the project, you can bet Christ won't go quietly this time. ... - [The Boston Globe].


Mel Gibson's Washington Power Play
Movie star Mel Gibson -- under fire from Jewish groups and religious scholars for his still-unreleased film that graphically portrays the crucifixion of Jesus -- yesterday screened a two-hour rough cut of "The Passion" for a select group of Washington pundits, clergymen, cybergossip Matt Drudge and Hollywood lobbyist Jack Valenti, and at least one White House staffer. ... - [The Washington Post].


The Gospel according to Gibson - Mad Mel
Mel Gibson's newest historical drama, on the death of Jesus Christ, is not anti-Semitic. ... - [The New Republic].


I don’t fear going to prison
NunsAm 6. Oktober 2002 schnitten Jackie Hudson, Carol Gilbert und Ardeth Platte, Angehörige des Ordens der Dominikanerinnen, nahe der Stadt Greeley im Bundesstaat Colorado ein Loch in einen Drahtzaun um einen Atomwaffensilo herum und hielten sich anschließend für mehrere Stunden auf dem Gelände auf. Sie hämmerten auf die Schienenführung ein, mit der die Abschußvorrichtung der Atomrakete im Falle des Falles in die optimale Abschußposition gebracht wird. Auf die Seitenwände des Silos malten sie mit dem eigenen Blut Kreuze. Sie wurden verhaftet.
Am 7. April sprach sie ein Geschworenengericht in Denver wegen «Gefährdung der nationalen Sicherheit» und «Zerstörung von Regierungseigentum» schuldig. Der Bundesstaatsanwalt Robert Brown bezeichnete die Aktion als «schweres Verbrechen», das wegen des Vorstrafenregisters der drei Nonnen hart bestraft werden müsse. Die drei waren schon mehrfach wegen Beteiligung an Friedens- und Protestaktionen verhaftet und verturteilt worden. Die Staatsanwaltschaft forderte für die 3 Nonnen zusammengenommen bis zu 30 Jahre Haft. Gestern verkündete der U.S. District Richter Robert Blackburn das Strafausmaß: Jackie Hudson, 68, zwei Jahre und sechs Monate; Carol Gilbert, 55, zwei Jahre und neun Monate; Ardeth Platte, 66, drei Jahre und fünf Monate. - [Greeley Tribune].

Ardeth Platte: "Whatever sentence I receive today will be joyfully accepted as an offering for peace. With God’s help, it will not injure my spirits".

Carol Gilbert: "I don’t fear going to prison. I don’t fear loss of freedom to move about. I don’t even fear death. The fear that fills me is not having lived hard enough, deep enough and sweet enough with whatever gifts God has given me."

The Passion
Der Film von Mel Gibson dürfte nun einen Distributor gefunden zu haben, ein Schwergewicht aus der Branche, nämlich 20th Century Fox. - [NewsMax].
Und auch das Wall Street Journal kann sich dem Film nicht entziehen. Unter dem Titel 'Mel's Passion - What's liberal about judging Gibson's movie' grübelt es über den Umstand, dass jene liberale Klasse, die seinerzeit in den 80ern Martin Scorsese's Film The Last Temptation of Christ mit dem Argument verteidigte, des Künsterls Freiheit religiöse und philosophischen Fragen zu stellen, sei ein kostbares Gut, dies nun plötzlich ganz anders sieht. Gibson's Film ist für sie ein rotes Tuch, dass sie zwar noch nicht sahen, von dem sie aber schon im voraus wissen, dass es sie reizt. Sie senken bereits die Hörner zum Angriff, bevor noch das Tuch sichtbar winkt. Nun ja, wer will es ihnen verdenken? Blasphemie ist eine Sache, christlicher Glaube ernst genommen eine andere, das ist selbstverständlich ein anstoßerregendes Ärgernis. - [The Wall Street Journal].

Freitag, Juli 25, 2003

Reform der Kirche
"Warum", fragt Ralf in seinem Blog, wollen "so viele Gruppen, Grüppchen und Einzelmenschen immer und ständig die Kirche nach ihren eigenen Vorstellungen «reformieren», «verändern», natürlich «verbessern»"?
Meine Antwort: weil es einfach ist, mit dem Finger auf andere zu zeigen und von diesen eine Änderung, Verbesserung und Reform einzufordern; weil es sehr viel schwieriger ist, sich selber zu ändern. Der Heilige Franziskus lebte in einer Zeit, in der ein Papst träumte, das Gebäude der Kirche drohe einzustürzen. Franziskus kam nun nicht mit der Forderung, die Kirche müsse sich ändern, sich verbessern, sich reformieren. Statt dessen begann er sich selber zu ändern, zu verbessern, zu reformieren. Und auf diese Weise tat er gleiches für die Kirche. Jeder von uns hat es in der Hand, die Kirche zu bessern, sind wir doch alle, die ihr angehören, Teil von ihr, ihre Bausteine, Glieder des Leibes Christi. Traurig, aber wahr: oft genug bin ich selber eine Krankheit dieses Leibes. Nun könnte ich natürlich daran gehen mich zu kurieren und damit auch eine Krankheit am Leib der Kirche, dem Leib Christi, heilen. Aber diese Medizin schmeckt arg bitter. Da ist es doch sehr viel einfacher den anderen Rezepte auszustellen und Therapien zu verordnen. Arzt, heile dich selbst!

Sonntag, Juli 20, 2003

Mit diesem Wort des Altvaters Antonios, Vater des christlichen Mönchtums, verabschiede ich mich für die ganze kommende Woche - ich muss beruflich verreisen und komme erst Ende der Woche zurück.

Apophthegmata Patrum
Als der Altvater Antonios einmal in verdrießlicher Stimmung und mit düsteren Gedanken in der Wüste saß, sprach er zu Gott: "Herr, ich will gerettet werden, aber meine Gedanken lassen es nicht zu. Was soll ich in dieser meiner Bedrängnis tun? Wie kann ich das Heil erlangen?" Bald darauf erhob er sich, ging ins Freie und sah einen, der ihm glich. Er saß da und arbeitete, stand dann von der Arbeit auf und betete, setzte sich wieder und flocht an einem Seil, erhob sich dann abermals zum Beten; und siehe, es war ein Engel des Herrn, der gesandt war, Antonios Belehrung und Sicherheit zu geben. Und er hörte den Engel sprechen: "Mach es so und du wirst das Heil erlangen." Als er das hörte, wurde er von großer Freude und mit Mut erfüllt und durch solches Tun fand er Rettung. - [Weisung der Väter N°1].

Samstag, Juli 19, 2003

Pax et Bonum
"Wohl der einzige franziskanisch-katholisch-medizinisch-musikalisch-rheinische blog webweit" - das kann wohl nur Ralf sein? Herzlich willkommen im katholischen Blogmos!

Christusmeditationen
Meine neue Sommerlektüre: Christusmeditationen, von Jacques Loew. Das Buch besteht aus Exerzitienvorträgen, die J. Loew im Vatikan für Papst Paul VI. und dessen engste Umgebung hielt. P. Loew war - ist - eine faszinierende Persönlichkeit. Ein Einzelkind, 1908 geboren in eine glaubenslose Familie, aufgewachsen als Atheist. Studium der Rechte, 5 Jahre Rechtsanwalt in Nizza. Ein unruhiges Herz trieb ihn als Suchenden zu den Kartäusern von Valsainte. Mit 24 Jahren konvertierte er zum katholischen Glauben. Eintritt in den Dominikanerorden, Weihe zum Priester. Vom Orden nach Marseille entsandt, arbeitete er als erster Arbeiterpriester 13 Jahre lang als Dockarbeiter, schleppte 100kg schwere Säcke, arbeitete als Kohlentransporteur. Am ersten Tag dieser Tätigkeit kehrte er ins Kloster zurück, geschwärzt von Kohlestaub. Der Pförtner erkannte ihn nicht, gab dem vermeintlichen Bettler Geld und schloss vor P. Loew die Tür. Gründung der Arbeitermission Peter und Paul. Lebte in den 60er Jahren in den Slums von Sao Paulo, Brasilien, Tür an Tür mit den Ärmsten der Armen. Schrieb mehrere Bücher, darunter die Christusmeditationen sowie In der Schule großer Beter (das ich als nächstes lesen werde). Zog sich in seinem Lebensabend von der vita activa in die vita contemplativa zurück. Lebte zweieinhalb Jahre als Einsiedler in den Pyrenäen, starb 1998 mit neunzig Jahren und wurde in der Stille der Trappistinnenabtei Echourgac begraben, in der er die letzten Jahre seines irdischen Daseins verbrachte. Pater Jacques Loew, ein noch nicht heiliggesprochener Heiliger.

Apophthegmata Patrum
Einmal kamen Altväter zum Altvater Antonius, und unter ihnen war auch der Altvater Joseph. Antonios wollte sie prüfen, legte ihnen ein Wort der Schrift vor und begann, sie, von den Jüngeren angefangen, zu fragen, was das Wort bedeute. Jeder gab Antwort, je nach seinem Vermögen. Der Greis sagte zu jedem: "Du hast es noch nicht gefunden." Zuletzt von allen sprach er zum Altvater Joseph. "Was sagst denn du, dass dieser Spruch bedeute?" Seine Antwort war: "Ich weiss es nicht." Da sprach der Altvater Antonius: "Wahrhaftig, Altvater Joseph hat den Weg gefunden, indem er sagte: 'Ich weiss es nicht." - [Weisung der Väter N°17].

Eigentlich schade, dass wir immer wissen. Darum lernen wir auch nicht hinzu, wir vermögen nicht, über den Hügel unser Wissen hinauszusehen. Aber warum schreibe ich eigentlich immer 'wir', wenn ich doch in erster Linie mich meine, zumindest meinen sollte? 'Man' (also ich) ist eben auch - oder gerade - in seinen Fehlern nicht gerne allein.

Markenname Mutter Theresa
Die von Mutter Theresa gegründete Ordensgemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe beantrage das "Copyright" und die Markenrechte für den Namen ihrer Gründerin. Damit soll eine unerwünschte Vermarktung unterbunden werden. - [ZENIT].
Wer weiss, vielleicht wird in nicht so ferner Zukunft die katholische Kirche auch daran denken sich Copyright und Markenrechte auf die Bezeichnung "katholisch" zu sichern.

Freitag, Juli 18, 2003

Gustavo Gutierrez ausgezeichnet
Nach einer Meldung von Radio Vatikan wurde der Priester und Theologe Gustavo Gutierrez, einer der Väter der Befreiungstheologie, mit dem Großen Verdienstorden des peruanischen Kongresses ausgezeichnet. Die Auszeichnung stellt eine Würdigung der intellektuellen Arbeit und des humanitären Einsatzes Gutierrez dar. Beim Festakt in Lima mahnte der Geehrte, dass Frieden ohne soziale Gerechtigkeit nicht möglich sei.

Quizbuch und ein Rätsel: wofür steht dies' Zeichen?
BibelquizWelch' Überraschung: vor einiger Zeit beteiligte ich mich via Internet an einem kleinen Bibelquiz. Ich hätte mich mit meinem Ergebnis für eine Verlosung eines kleinen Buchpreises qualifziert, teilte man mir nach dessen Absolvierung lakonisch mit. Und siehe da: heute erreichte mich ein kleines Paket, darin ein Buch: Das große Quizbuch Religion.
Zwar hätte ich mir selber das Buch niemals gekauft, und doch freute ich mich. Ich nahm's als Zeichen, wenn ich auch nicht (noch nicht?) zu sagen vermag, wofür das Zeichen steht. Auf jeden Fall freute ich mich, aber das habe ich schon gesagt.

Und damit auch Ihr, liebe Freunde, etwas davon habt, eine Frage - die Frage 69 - aus dem Buch:

Wer wurde zuerst als Freidenker bezeichnet?
a) der englische Philosoph John Toland (1670-1722)
b) der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724-1804)
c) der deutsche Arzt und Forscher Paracelsus (1493-1541)
d) der französische Dichter Jean-Baptist Racine (1639-1699)


Nun? Wer von Euch hat es ohne nachzuschauen gewusst?

Und noch eine Frage aus dem Buch (Frage 68):

Was bedeutet die Abkürzung O.T.O.?
a) Ordo Thanatos Osiris
b) Ordo Teutates Okzidenti
c) Ordo Templi Orientis
d) Ordo Temporis Okkulti


Mich braucht Ihr bei der letzten Frage nicht zu konsultieren. Ich habe selber keine Ahnung.

Donnerstag, Juli 17, 2003

Christenverfolgung in Vietnam
Nach einer Meldung von MISNA (Missionary Service News Agency) wurde dem katholischen Priester Nguyen Van Ly, der im Jahr 2001 von einem Gericht in Hanoi zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, eine Haftermäßigung von 5 Jahren gewährt. Offiziell besteht Van Lys Straftat aus der Gefährdung der nationalen Einheit sowie einer Verletzung spezieller Überwachungsvorschriften. Tatsächlich wurde der Priester aber wegen seiner couragierten öffentlichen Verteidigung der Religionsfreiheit verurteilt. Der Strafnachlass ist Teil der Strategie Vietnams seinen internationalen Ruf zu verbessern. Insbesondere die letzte Woche getroffene Entscheidung der USA die Gewährung finanzieller Hilfsmittel an Vietnam an die Respektierung der Menschenrechte zu binden, mag das Regime entsprechend motiviert haben. Vielleicht sollten wir mehr über diesen Priester sprechen - und nicht über jenen anderen, der heute Schlagzeile um Schlagzeile erntet.

Affäre Hasenhüttl - eine Medienlese aus Google News
Nun gut, ich wollte nicht mehr über ihn schreiben. Aber wie soll man das heute vermeiden? Ausserdem: streng genommen bin nicht ich es, der über ihn schreibt, sondern so ziemlich jeder Nachrichtenlieferant des deutschsprachigen Internet (und vermutlich weit darüber hinaus). Geben wir uns also Gotthold Hasenhüttl bis zum Abwinken und trösten wir uns mit dem Gedanken, dass nichts so alt ist wie die Sensation von gestern (ausser natürlich jene von vorgestern, die hat sogar schon einen Bart).

Ökumenische Abendmahlsfeier kostet Priester das Amt
Yahoo! Nachrichten - vor 2 Stunden gefunden
Trier (AP) Mit strengen Strafen ist die katholische Kirche abermals gegen einen Priester vorgegangen, der zusammen mit Christen anderer Konfessionen Abendmahl ...
Priester wegen ökumenischen Abendmahls suspendiert
Frankfurter Allgemeine Zeitung - vor 3 Stunden gefunden
17. Juli 2003 Der Trierer Bischof Reinhard Marx hat den katholischen Priester Gotthold Hasenhüttl wegen dessen gemeinsamen Abendmahls ...
Priester nach ökumenischem Abendmahl suspendiert
Yahoo! Nachrichten - vor 4 Stunden gefunden
Der Trierer Bischof Reinhard Marx hat den katholischen Priester Gotthold Hasenhüttl wegen dessen gemeinsamen Abendmahls mit Protestanten beim Ökumenischen...
Priester suspendiert
n-tv - vor 4 Stunden gefunden
Wegen einer nach katholischem Kirchenrecht verbotenen Abendmahlsfeier mit Protestanten hat der Trierer Bischof Reinhard Marx den Saarbrücker Priester Gotthold ...
Gemeinsames Abendmahl - vom Dienst suspendiert
Basler Zeitung - vor 4 Stunden gefunden
Trier. AFP/BaZ. Der Trierer Bischof Reinhard Marx hat den katholischen Priester Gotthold Hasenhüttl wegen dessen gemeinsamen Abendmahls ...
Bischof Marx suspendiert Priester Hasenhüttl
ZDFheute - vor 5 Stunden gefunden
Der 69-Jährige hatte bei der von rund 2.000 Katholiken und Protestanten gemeinsam gefeierten katholischen Eucharistiefeier in Berlin Ende Mai auch ...
Katholischer Priester wegen gemeinsamen Abendmahls suspendiert
Yahoo! Nachrichten - vor 6 Stunden gefunden
Trier (AP) Sieben Wochen nach seiner Teilnahme an einem ökumenischen Abendmahl ist der katholische Priester Gotthold Hasenhüttl vom Dienst suspendiert worden ...
Abendmahl-Streit
Tagesspiegel - vor 6 Stunden gefunden
Der Trierer Bischof Reinhard Marx hat den Priester Gotthold Hasenhüttl aus Saarbrücken suspendiert. Hasenhüttl hatte während ...
Suspendierung nach Abendmahl mit Protestanten
Yahoo! Nachrichten - vor 6 Stunden gefunden
Die Trierer Bischof Reinhard Marx hat den katholischen Priester Gotthold Hasenhüttl wegen dessen gemeinsamen Abendmahls mit Protestanten beim Ökumenischen ...
Bischof suspendiert katholischen Priester Hasenhüttl vom Dienst
Yahoo! Nachrichten - vor 6 Stunden gefunden
(AFP) Die Trierer Bischof Reinhard Marx hat den katholischen Priester Gotthold Hasenhüttl wegen dessen gemeinsamen Abendmahls mit Protestanten beim ...
Abendmahl-Streit: Saarbrücker Priester gibt nicht nach
tagesschau.de - 16. Juli 2003
Der Saarbrücker Priester Gotthold Hasenhüttl rechnet nach der gemeinsamen Kommunion mit Protestanten nun mit einer Strafe. "Ich ...
Saarbrücker Priester Hasenhüttl suspendiert
Wolfsburger Allgemeine - vor 55 Minuten gefunden
Trier.(dpa) - Ein Abendmahl mit Konsequenzen: Bischof Reinhard Marx den Saarbrücker Priester Gotthold Hasenhüttl suspendiert. ...
Saarbrücker Priester Hasenhüttl suspendiert
Trostberger Tagblatt - vor 1 Stunde gefundenTrier (dpa) - Ein Abendmahl mit Konsequenzen: Bischof Reinhard Marx den Saarbrücker Priester Gotthold Hasenhüttl suspendiert. ...
Gotthold Hasenhüttl suspendiert
Kath.net - vor 3 Stunden gefunden
Der Bischof von Trier, Reinhard Marx, hat den katholischen Priester Prof. Gotthold Hasenhüttl, Saarbrücken, mit Wirkung vom 17. ...
Ungehorsamer Theologe Hasenhüttl suspendiert
Tiroler Tageszeitung - vor 4 Stunden gefunden
Trier (APA) - Wegen einer von ihm geleiteten, gegen das Kirchenrecht verstoßenden "offenen" Eucharistiefeier mit Protestanten am Rande des Ökumenischen ...
Ungehorsamer Theologe Hasenhüttl suspendiert
Kleine Zeitung - vor 4 Stunden gefunden
Wegen einer von ihm geleiteten, gegen das Kirchenrecht verstoßenden "offenen" Eucharistiefeier mit Protestanten am Rande des Ökumenischen Kirchentags in ...
Suspendierung wegen des gemeinsamen Abendmahls auf dem Berliner ...
Wiesbadener Kurier - vor 16 Stunden gefunden
Trier/Saarbrücken. Die strikte Ablehnung des gemeinsamen Abendmahls mit Protestanten seitens der katholischen Amtskirche hat ein...
Suspendierung von Hasenhüttl erwartet
Berliner Zeitung - vor 23 Stunden gefunden
Der katholische Theologieprofessor Gotthold Hasenhüttl wird wegen der umstrittenen ökumenischen Abendmahlsfeier in Berlin voraussichtlich seine ...
Saftige Strafe für ungehorsamen Priester
Focus - vor 3 Stunden gefunden
D er Trierer Bischof Marx hat gesprochen: Der Saarbrücker Priester Gotthold Hasenhüttl ist sein Amt und seine Lehrerlaubnis los. ...
Katholischer Priester wegen gemeinsamen Abendmahls suspendiert
Reuters Deutschland - vor 4 Stunden gefunden
Frankfurt (Reuters) - Der Trierer Bischof Reinhard Marx hat den katholischen Priester Gotthold Hasenhüttl vom Dienst suspendiert, weil am Rande des ...
Abendmahl-Streit: Saarbrücker Priester gibt nicht nach
tagesschau.de - vor 13 Stunden gefunden
Der Saarbrücker Priester Gotthold Hasenhüttl rechnet nach der gemeinsamen Kommunion mit Protestanten nun mit einer Strafe. "Ich ...
Saarbrücker Priester Hasenhüttl suspendiert
Südkurier - vor 1 Stunde gefunden
Trier (dpa) - Ein Abendmahl mit Konsequenzen: Bischof Reinhard Marx den Saarbrücker Priester Gotthold Hasenhüttl suspendiert. ...
Priester nach ökumenischem Abendmahl suspendiert
Freie Presse (Chemnitz) - vor 40 Minuten gefunden
Der Trierer Bischof Reinhard Marx hat den katholischen Priester Gotthold Hasenhüttl wegen dessen gemeinsamen Abendmahls mit Protestanten beim Ökumenischen ...
Saarbrücker Priester Hasenhüttl suspendiert
Hohenloher Zeitung - vor 38 Minuten gefunden
Trier (dpa) - Ein Abendmahl mit Konsequenzen: Bischof Reinhard Marx den Saarbrücker Priester Gotthold Hasenhüttl suspendiert. ...
Saarbrücker Priester Hasenhüttl suspendiert
Aachener Zeitung - vor 45 Minuten gefunden
Trier (dpa) - Ein Abendmahl mit Konsequenzen: Bischof Reinhard Marx den Saarbrücker Priester Gotthold Hasenhüttl suspendiert. ...
Priester nach ökumenischem Abendmahl suspendiert- Hasenhüttl ...
Soester Anzeiger - vor 3 Stunden gefunden
Der katholische Priester Gotthold Hasenhüttl verteilte gegen den Willen seiner Kirchenoberen beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin des Abendmahl an ...
Priester nach ökumenischem Abendmahl suspendiert- Hasenhüttl ...
Süderländer Volksfreund - vor 4 Stunden gefunden
Der katholische Priester Gotthold Hasenhüttl verteilte gegen den Willen seiner Kirchenoberen beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin des Abendmahl an ...
Suspendierung nach Abendmahl mit Protestanten- Katholischem ...
Süderländer Volksfreund - vor 4 Stunden gefunden
Der katholische Priester Gotthold Hasenhüttl verteilte gegen den Willen seiner Kirchenoberen beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin des Abendmahl an ...
Horn-Bad Meinberg: Marketing-Experten aus dem Ort holen
Lippische Landeszeitung - vor 4 Stunden gefunden
Trier/Saarbrücken (dpa). Wegen einer nach katholischem Kirchenrecht verbotenen Abendmahlsfeier mit Protestanten hat der Trierer ...
Trierer Bischof suspendiert Saarbrücker Priester
Luxemburger Wort - vor 4 Stunden gefunden
Der 69-jährige Priester hatte Reue für diese aus katholischer Sicht "verbotene Gottesdienstgemeinschaft" abgelehnt und Bischof Marx "inquisitorische ...

Kirchliche Bewegungen sind keine Sekten
In einer Sondernummer der Zeitschrift 'Concilium' mit dem Titel 'Die Bewegungen in der Kirche' wird eine wissenschaftliche Studie vorgestellt, die sich mit der Frage beschäftigt, ob die neuen kirchlichen Bewegungen (Fokularbewegung, Neokatechumenalen, Communione e Liberazione, Gemeinschaft Emmanuel, Regnum Christi u.a.m) Sekten innerhalb der Katholischen Kirche seien. Pater Rosino Gibellini, Direktor der Zeitschrift, stellte die Studie in Radio Vatikan vor. Nach P. Gibellini zeige die Studie, dass "die Bewegungen eigentlich religiöse Organisationen sind. Es sind keine Sekten, da sie sich vor allem an der Autorität der Kirche orientieren, ja man könnte sogar sagen, sie verbindet eine direkte Linie mit der Leitung der Kirche". Auch sei ihr humaner Einsatz zu nennen. "Diese beiden Punkte verbieten es, über sie wie über Sekten zu sprechen". Eine Studie des Theologen Alexandre Ganoczy zeige auf, "dass eine Sekte eine entgegengesetzte und alternative ekklesiale Form ist", die von sich glaube, "wir sind DIE Kirche". Doch die kirchlichen Bewegungen seien keineswegs von Opposition und Exklusivität ausgezeichnet, weswegen man sie auch nicht als Sekten bezeichnen kann". - [ZENIT].

Doch halt: greift man den Punkt von Alexandre Ganoczy auf, dass nämlich eine Sekte "eine entgegengesetzte und alternative ekklesiale Form ist", die von sich glaube "wir sind DIE Kirche", fällt mir spontan doch eine Bewegung ein, die möglicherweise nach diesem Kriterium als Sekte innerhalb der Katholischen Kirche bezeichnet werden könnte. Passenderweise nennt sie sich selber Wir sind Kirche, nur das exklusive 'DIE' wird nicht genannt. Aber mir, einem einfachen Gläubigen, brauchen sie dieses 'DIE' auch nicht extra unter die Nase zu reiben. Mir ist auch so klar, dass nur das, was 'Wir sind Kirche' glaubt, 'Kirche' ist - und ich und andere, die hoffnungslos rückständig an vielem festhalten, was 'Wir sind (DIE) Kirche' längst auf den Misthaufen der Geschichte warf, gehören somit nicht zu jener Elite, die das Licht einer toleranten, weltoffenen und weltklugen Wahrheit erblickten. Ich fürchte, für 'Wir sind (DIE) Kirche' nicht ausreichend tolerant, weltoffen und weltklug zu sein, glaube ich doch, man verzeihe, auch weiterhin an die Torheit des Kreuzes, wie es der Apostel in seinem ersten Brief an die Korinther nennt (1. Kor 18-31). Aus diesem Grunde, liebe Mitglieder von 'Wir sind Kirche', sehe ich nicht, wie ich Mitglied Eurer Bewegung werden könnte. Bei mir fehlt's einfach an der Neigung zum Sektierertum, verzeiht. Ich habe dummerweise die Wahrheit nicht mit dem Löffel gefressen.

Mittwoch, Juli 16, 2003

Ende einer Ära: Netscape geht
Mein erster Browser war es nicht, ich begann mit dem NCSA Mosaic 16 Bit-Browser, Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrtausends. Dann kam Netscape und fegte Mosaic vom Markt; etwas später kam die große, dicke Walze Microsoft mit dem IE und drängte Netscape vom Markt - und nun scheint Netscape ganz zu verschwinden. Massenentlassungen, Entfernung der Netscape-Logos vom AOL-Hauptgebäude, da läuten in der Ferne die Totenglocken. Offen bleibt die Frage, wie es mit Mozilla weitergeht. Zwar hat AOL Mozilla in die Unabhängigkeit entlassen, will die neu gegründete Mozilla Foundation in den nächsten zwei Jahren mit 2 Millionen US-Dollar sponsoren, dennoch muss das Open Source-Projekt nun schauen, wie es alleine in der großen, weiten Welt besteht. Ich hoffe auf sein Überleben - mein Herz schlägt für die Underdogs. Nieder mit dem Reich des Bösen (wer und was immer auch gerade das Böse ist). - [Der Standard].

Beten
... In den Vereinigten Staaten scheint die Anrufung Gottes sogar wieder in Mode zu kommen. Nach Meinungsumfragen beten mehr als drei Viertel der Amerikaner mindestens einmal die Woche, mehr als die Hälfte sucht sogar täglich das Gespräch mit Gott. ... Während der 60er und 70er Jahre schien es noch, als werde sich die amerikanische Bevölkerung nach und nach vom Glauben an einen allmächtigen Gott abwenden. Die Mehrheit der jungen Menschen zwischen 18 und 33 konnte mit dem Christentum nicht mehr viel anfangen. Doch haben viele Vertreter der rebellischen Babyboomgeneration offenbar einen Sinneswandel durchgemacht. Jeder Zweite der heute 34- bis 49jährigen hat zum täglichen Gebet zurückgefunden. Bei den Nachfolgegenerationen scheinen die Betenden sogar wieder zu überwiegen. ... Die meisten Amerikaner beten, weil es ihnen "Freude" bereitet. 32% wollen während der Anrufung Gottes mystische Erfahrungen gemacht haben. Der Harvard-Kardiologe Herbert Benson hebt den Entspannungseffekt regelmäßiger Versenkung im Gebet hervor. ... Dies funktioniert zwar im Prinzip auch beim Wiederholen sinnloser Wörter oder Laute, sagt Benson, beim Beten aber sei der Entspannungseffekt ausgeprägter. Diesen Glaubensfaktor führt der Kardiologe darauf zurück, dass Betende mit etwas in Kontakt träten, das "jenseits von ihnen, ihnen dennoch nahe" sei. - [Psychologie Heute compact].

Macht der Glaube gesund?
Nun, liebe Freunde und Zeitgenossen, wie angekündigt habe ich das neue Themenheft von Psychologie Heute compact erworben. 'Glück, Glaube, Gott - Was gibt dem Leben Sinn?' - bald werden wir es wissen. Für heute uns allen zur Erbauung ein paar Splitter aus dem Kapitel 'Macht der Glaube gesund?'
David Larson, klinischer Psychologe vom National Institute for Healthcare Research (Rockville, Maryland, USA), untersuchte Studien systematisch auf Zusammenhänge zwischen religiösem Glauben und psychischer Gesundheit. Nach seinen Auswertungen wirkt sich Religiosität in 84% der Fälle positiv aus, bei 13% neutral, und nur bei 3% der Gesundheit abträglich. Gläubige konsumieren bedeutend weniger Drogen und Alkohol als Nichtgläubige, begehen weniger Selbstmorde, haben eine niedrigere Scheidungsquote und - haltet Euch fest, Leute - sie haben besseren Sex! - Besseren Sex! Verflixt, da wird über Jahre hinweg liebevoll das Vorurteil gepflegt, die Gläubigen wären allesamt verklemmte Sexmuffel - und dann wird das empirisch widerlegt: Besseren Sex! Wie heisst's in 'Der böse Geist Lumpazivagabundus?' "Die Welt steht auf kein' Fall mehr lang". - Fortsetzung folgt.

Ein Rabbi sagte ...
Ein Rabbi sagte einmal zu seinen Schülern: "Tut Buße einen Tag vor eurem Tod!" Darauf fragte ihn einer seiner Schüler: "Weiß denn der Mensch, an welchem Tag er sterben muss?" Darauf antwortete der Rabbi: "Eben darum kehre er heute um, vielleicht muss er morgen sterben. So lebt er jeden Tag, als wäre es der letzte."

Kirchenführer auf dem Weg zur Einheit - Kardinal Lehmann und Landesbischöfin Käßmann im Porträt
Gestern abend sah ich im Bayerischen Fernsehen eine Sendung, die sich aus dem jeweils anderne Blickwinkel von Kardinal Lehmann und der evangelischen Landesbischöfin Käßman mit der Ökumene und der angestrebten Einheit der Kirchen beschäftigte. In einer Passage merkte der Kardinal an, dass sich die katholische Kirche schon sehr deutlich in ihren Positionen bewegt hätte. Die Landesbischöfin hingegen kritisierte höflich, aber deutlich, die jüngsten Stellungnahmen aus dem Vatikan, insbesondere die Enzyklika 'Ecclesia de Eucharistia' sowie die Erklärung 'Dominus Iesus' der Kongregation für die Glaubenslehre. Die beiden Schreiben sind nach Ansicht der Bischöfin Rückschritte auf dem Weg zur Einheit. Auf die Frage, ob nicht auch für die protestantischen Kirchen eine Figur wie der Papst eine Art Zeichen der Einheit, ein symbolisches Oberhaupt sein könnte, reagierte sie sehr abwehrend. Für sie käme das überhaupt nicht in Frage.
'Allen' scheint klar zu sein, wo sich die katholische Kirche bewegen müsste, welche Positionen 'nicht mehr haltbar' sind, sie 'Zugeständnisse' machen müsse. 'Nur mir?' hingegen scheint durchaus nicht klar zu sein, wo die anderen, die evangelischen Kirchen, bereits sind, sich zu bewegen, Positionen in Richtung der katholischen Kirche aufzugeben, Zugeständnisse zu machen. Ist Ökumene eine Einbahnstraße? Muss sich die katholische Kirche auf dem Altar der Ökumene 'protestantisieren'? Ist das die gewünschte Einheit?

Dienstag, Juli 15, 2003

Irmengardfest
Kommenden Sonntag feiern die Benediktinerinnen der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee das Fest der seligen Irmengard. Auch Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter wird bei dieser Gelegenheit der Seligen die ihr zustehende Ehre erweisen. Irmengard war die Tochter von Kaiser Ludwig dem Deutschen und Urenkelin Karls des Großen. Um 860 kam sie als Äbtissin nach Frauenwörth. Wegen ihre Nächstenliebe und Wohltätigkeit wurde sie gemäß der Überlieferung schon zu Lebzeiten sehr verehrt. Am 16. Juli 866 starb sie mit etwas mehr als 30 Jahren und wurde auf der Insel beigesetzt. Eine Grabplatte aus dem Jahr 1004 bezeugt ihre Verehrung als Heilige. Seitdem wird sie beständig in Oberbayern als Fürsprecherin angerufen. Besonders bei Kinderlosigkeit soll die Fürsprache der Seligen Hilfe leisten. Laut der jetzigen Äbtissin Domitilla stellen sich nach einem Besuch bei Irmengard nicht selten gleich zwei oder drei neue Erdenbürger ein. Wiewohl über eintausend Jahre von der einheimischen Bevölkerung verehrt, erfolgte erst im Dezember 1928, also mehr als 1000 Jahre nach ihrem Heimgang, durch Papst Pius XI. die Seligsprechung. Wozu auch Eile? Wir haben schließlich noch eine Ewigkeit Zeit.

Abbaye du Mont des Cats
Virtueller Besuch im Trappistenkloster Mont des Cats. Teilnahme am Offizium.

Würde Jesus Geländewagen fahren?
Aus christlicher Nächstenliebe, so fordern verschiedene Kirchen in den USA, solle auf den Kauf sogenannter SUV's (Sport Utility Vehicles) verzichtet werden. SUV's sind bullige Geländewagen, gegenwärtig motorisiertes Lieblingsspielzeug der weißen Mittelklasse, das in den meisten Fällen niemals Gelände abseits geteerter Straßen sieht. In einer überraschend erfolgreichen Werbekampagne fragten die christlichen Umweltschützer ihre Landsleute: "What would Jesus drive?" SUV's sind extreme Spritschlucker, richtige Bezinfresser - und aus diesem Grunde Umweltschützern ein Dorn im Auge. Nach Ansicht von Reverend Jim Ball, Leiter des Evangelischen Umweltnetzwerkes, würde Jesus " ... ein Auto fahren, das möglichst wenig Benzin braucht." Denn: "Wie kann ich meinen Nachbarn lieben wie mich selbst, wenn ich seine Lungen mit Abgasen fülle?" Nun hat die Automobilindustrie mit einer ganzseitigen Anzeige in der landesweit erscheinenden Tageszeitung USA Today auf die Kampagne reagiert: "What does Jesus drive? We asked him." Der Jesus, den sie fragten, ist der SVU-Fahrer Jesus Rivera, der sich in der Anzeige an sein bulliges Vehikel lehnt und einige Günde anführt, warum er ein SUV fährt. - [Washington Times].

Ich fahre, nebenbei bemerkt, einen Fiat Marea Weekend. Hm, würde Jesus einen Fiat Marea Weekend fahren ...? ... Naja, immerhin ist zumindest der Wagen grün, sogar forstgrün, das zählt doch auch was in Sachen Umweltschutz, oder nicht? ...

Selige Mutter Teresa
Vor 6 Jahren starb der Engel von Kalkutta, Mutter Teresa. Am 19. Oktober wird auf dem Petersplatz in Rom die Seligsprechung stattfinden. Da die Erhebung Mutter Teresas zur Ehre der Altäre im Kontext des silbernen Pontifikatsjubiläums Johannes Paul II. erfolgt, werden mehrere hunderttausend Pilger, zehntausende Priester, tausende Bischöfe sowie mehr als 100 Kardinäle an diesem Ereignis teilnehmen. Auch Mutter Teresas sterbliche Hülle wird für kurze Zeit in Rom Einkehr halten: zwischen dem 20. und 22. Oktober können die Gläubigen der neuen Seligen in der Lateranbasilika ihre Referenz erweisen.
Nebenbei angemerkt - und weil ich es selber nicht wusste: zwischen 'selig' und 'heilig' gibt es keinen qualitativen Unterschied. Selige haben regionale Bedeutung, sie werden nur in einzelnen Diözesen oder einzelnen Gemeinschaften verehrt; Heilige hingegen haben für die Weltkirche Bedeutung. Bei beiden, Seligen wie Heiligen, ist sich die Kirche aber gewiss, dass sie der 'ewigen Herrlichkeit teilhaftig sind'. Sie haben Anteil an dem, worauf wir noch hoffen. Mögen sie für uns bitten, dass auch wir dieses höchste Ziel erreichen. Wenn es also eigentlich auch keine Bedeutung hat, dürfte es doch gewiss sein, dass Mutter Teresa recht schnell nach der Seligsprechung offiziell in die Schar der Heiligen Aufnahme findet. Schon jetzt ist sie eine Ikone der Weltkirche. - [ORF Religion].

Sonntag, Juli 13, 2003

Der Sämann hält die Werke in seiner Hand
Ein Badetag am Chiemsee. Zuvor aber noch ein kleiner Ausflug auf den Westerbuchberg. Vor 15.000 Jahren ragte dessen Sandsteinrücken als Insel aus dem damals wesentlich größeren Chiemsee. Heute ist der Westerbuchberg von der Autobahn aus gesehen eine niedrige langgezogene Erhebung südlich des Sees. Von seinem Rücken aus, mit einem Blick hinunter zum Chiemsee und durch das gesamte Achental sowie hinüber zur Kampenwand und weiter zum Wilden Kaiser, gewinnt er aber plötzlich deutlich an Höhe.

Die Anhöhe wird von der Filialkirche 'Peter und Paul' gekrönt. Die Kirche ist eine der ältesten im südlichen Chiemgau. Ihr Kern ist romanisch, doch wurde sie nach 1410 gotisch umgebaut. Aus dieser Zeit sind auch einige Fresken erhalten, darunter eine Anbetung der 'Heiligen Drei Könige', ein 'Jüngstes Gericht' sowie ein gemalter Nothelferaltar an der Stirnwand des Seitenschiffs. Dieser Altar ist insofern eine Besonderheit, als in der Gotik normalerweise ein Fresko nicht als Altarbild verwendet wurde. Vermutlich fehlte der Gemeinde nach dem Anbau des Seitenschiffs das Geld für einen 'richtigen' Altar. Auf dem Dachboden der Kirche über dem gotischen Gewölbe, aber unter der ehemaligen romanischen Flächendecke, wurden weitere Wandgemälde entdeckt. Darunter befindet sich ein in gotischen Minuskeln verfasstes Palindrom. Ein Palindrom ist eine aus verschiedene Richtungen lesbare Formel. Das Palindrom von 'Peter und Paul' bildet eine in magischem Quadrat geschriebene SATOR-Formel als Vexierrätsel:

S A T O R
A R E P O
T E N E T
O P E R A
R O T A S


sator arepo tenet opera rotas - hintereinander gelesen ergeben die lateinisch klingenden Wörter, insbesondere arepo und rotas, keinen rechten Sinn. In Wahrheit ist arepo aber nur opera von rechts nach links gelesen, gleiches gilt für rotas - sator. Der Text besteht also nur aus den Wörtern sator opera tenet. In freier Übersetzung besagt er: der Säman (Gott) hält die Werke (die Schöpfung) in seiner Hand.
Liest man die Inschrift wie der 'Ochse beim Pflügen', nämlich die erste Zeile von links nach rechts, die zweite in Gegenrichtung, die dritte wieder von links nach rechts, und diese dann wiederholend von rechts nach links, die vierte schließlich von links nach rechts um die letzte von rechts nach links zu lesen, ergibt sich folgende Inschrift: SATOR OPERA TENET TENET OPERA SATOR - in Übersetzung: der Sämann hält die Werke in seiner Hand die Werke in seiner Hand hält der Sämann.

Trailer zu 'The Passion'
Der Trailer zu Mel Gibson's "The Passion" ist online. Rund 23 MB, also Geduld und eine schnelle Internetverbindung für den Download erforderlich. Der Film soll Ostern 2004 in den amerikanischen Kinos anlaufen. Filmsprache ist Aramäisch und Latein. "Ecce Homo".

Samstag, Juli 12, 2003

21 katholische 'Dinge'
Schokolade, Druckerpresse, Hobbits, Sherlock Holmes, Bouillabaisse und 16 weitere 'Dinge' haben eines gemeinsam: sie sind katholisch. - [Catholic Digest].

Fraternitas
Das Generalkapitel 2003 der Franziskaner in Fraternitas 01.07.2003 - No. 89 special (PDF-Dokument).

Die soziale Agenda
Am 28. April 2000 veröffentlichte der Päpstliche Rat Iustitia et Pax das Dokument Die soziale Agenda - eine Sammlung von Texten aus der katholischen Soziallehre. Kurz vor seinem Tod äusserte der damalige Präsident des Rats, François Xavier Kardinal Nguyên Van Thuân, den Wunsch, dass diese Texte eine weitere Verbreitung finden mögen. Mit der Publikation im Internet wurde dieser Wunsch erfüllt. "Der Herr verläßt uns nie!"
Nachdem ich nun darüber geschrieben habe, wird mir wohl selber nichts anderes übrig bleiben, als diese Texte zu lesen. Das kommt davon. - [ZENIT].

Psychologie Heute: Glück, Glaube, Gott - Was gibt dem Leben Sinn?
GrafikbezeichnungGestern abend hatte ich Gelegenheit einige Blicke in die neue Ausgabe von Psychologie Heute compact zu werfen. Das Themenheft mit dem Titel 'Glück, Glaube, Gott - Was gibt dem Leben Sinn?' dokumentiert die (Wieder)Entdeckung Gottes in der Psychologie. Vor einigen Jahren noch sprach man von 'Ekklesiogener Neurose', prangerte die 'Gottesvergiftung' an, beklagte, dass Glaube krank mache. Aber das ist Schnee vergangener Jahre, abgeschmolzen und dahin. Zahllose Einzel- und Sammelstudien erbrachten wieder und wieder eine Fülle von Gegenbeweisen. In Summe sollen religöse Menschen sowohl körperlich als auch psychisch gesünder sein als ihre ungläubigen Zeitgenossen. Wesentlich ist dabei die innerliche Ausrichtung des Gläubigen. Jene, die sich und ihr Leben vertrauensvoll in Gottes Hand zu legen vermögen, gläubig "Dein Wille geschehe" beten, darauf vertrauend, in Gottes Wille geborgen zu sein, profitieren besonders von der heilenden Kraft des Glaubens. Wer hingegen beständig mit Gott rechtet, den Zeigefinger anklagend nach ihm ausstreckt, eine 'berechtigte' Forderung nach der anderen vor ihn trägt, der wird davon wenig erfahren. Wer gar noch meint, Gott richte den anklagenden Zeigefinger auf ihn, wer sich unaufhörlich verurteilt und gerichtet fühlt, vom höchsten Richter abgelehnt und abgeurteilt, der kann tatsächlich am Glauben erkranken. Das war aber in den zur Beurteilung herangezogenen Einzel- und Sammelstudien eine sehr, sehr kleine Minderheit, nur wenige Prozent. Alles in allem korreliert religiöser Glaube in hohem Ausmaß positiv mit Gesundheit, Glück und Lebenssinn. Ich denke, dass sich ein Kauf des Heftes lohnt. Bei Gelegenheit also noch mehr davon, stay tuned!

Freitag, Juli 11, 2003

Benedikt von Nursia
Heute ist der Gedenktag des Heiligen Benedikt, der nicht nur der Patron Europas, sondern auch jener der Höhlenforscher ist (vor 20 Jahren - ist es wirklich schon so spät? - schrieb ich in der ATLANTIS, der Quartalszeitschrift des Landesvereins für Höhlenkunde in Salzburg, meinen ersten Bericht; nun bin ich allerdings schon seit Jahren speläologischer Pensionist).
Aber zurück zum Heiligen. Papst Gregor der Große, Kirchenvater und Kirchenlehrer, von der Orthodoxie mit dem schönen Beinamen 'der Gesprächsbereite' ausgezeichnet, verfasste im zweiten Buch seiner 'Vier Bücher der Dialoge über die Wunder der italienischen Väter' eine Biographie des Heiligen: Leben und Wunder des ehrwürdigen Abtes Benedikt, die Dank den Benediktinern von Ettal in deutscher Übersetzung online ist. Zwar war ich schon mehrmals in Umbrien und recht nahe dem Geburtsort des großen Heiligen, Norcia, doch - zu meiner Schande gesagt - verabsäumte ich es bislang, dem Vater des abendländischen Mönchtums die ihm gebührende persönliche Referenz zu erweisen. Aber beim nächstenmal, wenn Gott will und der Heilige ein bisschen nachhilft ...

Donnerstag, Juli 10, 2003

Ein Gedenktag für Erich
Heute ist in Deutschland der Gedenktag des Erik (IX. Jedvardson), König von Schweden, Märtyrer. Laut dem Ökumenischen Heiligenlexikon war er ein frommer asketischer Mann, der - man will es kaum glauben - auf die Einhebung von Steuern verzichtete. Keine Steuern! - Ich sage ja schon lange, dass das Mittelalter nicht finster war. Am Himmelfahrtstag des Jahres 1160 wurde er nach dem Besuch der Heiligen Messe als Opfer einer Verschwörung ermordet: "Sie haueten und erstachen ihn unwürdiglich."
Das Heiligenlexikon nennt noch einen weiteren heiligen Erich bzw. Erik, nämlich Erik "Plovpenning", König von Dänemark. Sein Beiname stammt von der von ihm angeordneten Eintreibung einer Steuer von einem Pfennig (Pennig) von jedem Besitzer eines Pflugs (Plov); das Geld sollte der Finanzierung eines Kreuzzugs dienen. Einer seiner Brüder ermordete ihn während eines Besuchs. Nicht Kain, sondern Abel war in diesem Falle der Täter. Von Erik zu Erik - rund 100 Jahre - stieg die Steuer von Null auf einen Pfennig. Seitdem sind wir in dieser Hinsicht um einiges weitergekommen.

Denk ich an's Finanzamt in der Nacht,
bin ich um meinen Schlaf gebracht.

Grab des Zacharias
Grab des ZachariasEin Photo, aufgenommen im Licht der untergehenden Sonne, brachte sie ans Licht: eine Inschrift, 47 griechische Buchstaben, die über Jahrhunderte unbemerkt blieben: "Dies ist das Grab des Zacharias, Märtyrer, frommer Priester, Vater des Johannes."
Zwar bezweiflen die Entdecker des Textes, dass tatsächlich der Vater Johannes des Täufers unter dem 18 Meter hohen Monument begraben liegt, doch gebe der Fund Aufschluss über das frühe Christentum im heiligen Land. Die Inschrift ist in die Fassade jenes Monuments eingemeisselt, das als 'Absalom's Grab' bekannt ist. 'Absalom's Grab' ist eines von drei großen Begräbnismonumenten im Kidrontal zwischen der Altstadt von Jersusalem und dem Ölberg. Die Monumente wurden vermutlich zur Zeit Jesu für die Aristokratie Jersusalems errichtet. Die Buchstaben sind Teil einer längeren Inschrift, deren Fortsetzung allerdings stark beeinträchtigt und zerstört ist. Bislang gelang die Entzifferung eines weiteren Namens, nämlich Simeon, möglicherweise die Nennung jenes Simeon, der Jesus im Tempel als Heil der Welt begrüßte (Lk 2, 30). Die weiteren Buchstaben könnten den Satz bilden: "Er hielt den Messias in seinen Armen." Die Arbeiten zur Entzifferung und Restaurierung der Inschrift werden fortgesetzt. - [CNN].

Mittwoch, Juli 09, 2003

Hunger
Laut the hungersite leiden eine Milliarde Menschen an Hunger und Unterernährung. Täglich sterben etwa 24.000 von ihnen an den Folgen des Hungers, im Durchschnitt also ein Hungertoter alle 3.6 Sekunden. Drei Viertel davon sind Kinder unter 5 Jahren. 1999, einem wirtschaftlich für Amerika gutem Jahr, wussten 31 Millionen Amerikaner nicht, wo, von wem und wann sie die nächste Mahlzeit erhalten würden. the hungersite gibt jedem, der dies liest, die Möglichkeit zu helfen, und zwar ohne selbst auch nur ein Geldstück in die Hand nehmen zu müssen. Ein Mausklick entspricht einer Nahrungsspende, aufgebracht durch Sponsoren. Auf diese Weise wurden gestern durch 114403 Klicks 7,3 Tonnen Nahrungsmittel aufgebracht. the hungersite ist meine Startseite - so bin ich jeden Tag nur einen kurzen Mausklick von ein wenig Hilfe entfernt. Schließt euch an!

mystische Poesie
Die Stiftung Fernando Rielo verleiht zum 23. Mal den Preis für mystische Poesie. Der Wettbewerb steht allen Werken in Spanisch oder Englisch, sowie Übersetzungen in diese beiden Sprachen offen. - [ZENIT].

Weltentwicklungsbericht 2003: Jahrzehnt der Verzweiflung
Vor wenigen Stunden legte das UNDP, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, den Weltentwicklungsbericht 2003 vor. Die Bilanz des 367-seitigen Berichts in einem Satz: "Für viele Länder waren die neunziger Jahre ein Jahrzehnt der Verzweiflung". In 54 Ländern ist die Bevölkerung ärmer als im Jahr 1990; in 34 Ländern ist die Lebenserwartung gesunken; in 21 Ländern hat der Anteil der Hungernden an der Gesamtbevölkerung zugenommen. Schöne neue Welt. - [Spiegel online].

Dienstag, Juli 08, 2003

Dinge, die sind, Dinge, die kommen
Eine evangelische Pastorin aus Goslar gibt ihren Arbeitsplatz auf, da nach der Kirchenordnung der Braunschweiger Landeskirche gleichgeschlechtlichen Partnern das Zusammenleben im Pfarrhaus nicht erlaubt ist. Die Pastorin ist lesbisch und hat sich erst vor kurzer Zeit zu ihrer sexuellen Orientierung öffentlich bekannt. Da ihr mit Verweis auf die angesprochene Kirchenordnung nicht erlaubte wurde, mit ihrer Lebensgefährtin im Pfarrhaus zusammenzuwohnen, will sie in eine liberale Landeskirche überwechseln.
Der anglikanische Geistliche John, der für das Bischofsamt von Reading vorgeshen war, will das Amt, in das er im Oktober offiziell eingeführt werden sollte, nicht antreten. John ist bekennender Homosexueller und lebt seit 27 Jahren mit seinem Partner zusammen. Mit dieser Entscheidung wolle er einen möglichen Schaden für die Einigkeit der Kirche abwenden, erklärte der Geistliche in einem Brief an den Bischof von Oxford. Gegen die Ernennung hatten etliche anglikanische Bischöfe scharf protestiert, zahlreiche Geistliche drohten an, die Diözese zu verlassen. Anglikanische Bischöfe in Australien sowie der Erzbischof von Nigeria, der einer der größten anglikanischen Gemeinschaften vorsteht, drohten mit Kirchenspaltung. Durch Johns Rückzieher wurde der Konflikt - zumindest vorübergehend - entschärft. Das sind Dinge, die sind, zwar noch nicht in der katholischen Kirche, doch werden sie, mag man wollen oder nicht, in der einen oder anderen Weise auch hier kommen. - [ORF Religion].

Hack the Pope
Der Vatikan heuerte ein Team von Sicherheitsexperten an, um die Internetpräsenz des Vatikans gegen Hacker zu schützen. Pro Tag werden etwa 30 Einbruchsversuche registriert, die meisten von Hackern aus den USA, wie der Sprecher des Vatikans, Erzbischof Claudio Celli, anführt: "Young Americans are the most common and aggressive of hackers around the world seeking to cross the Vatican's e-borders. Fortunately, up to now no-one has managed to penetrate the Pope's site thanks to a highly efficient team of specialists." - [CNETAsia].

aufgeschoben oder aufgehoben?
Die ursprünglich für Ende August geplante Reise des Papstes in die Mongolei wurde vom Vatikan abgesagt. Ob ein solcher Besuch Johannes Paul II. überhaupt stattfindet, ist ungewiss. In der Mongolei leben nur etwa 150 Katholiken. Schade, da hätte doch der Heilige Vater einmal in seinem Leben die Gelegenheit gehabt allen Katholiken eines Landes die Hand zu schütteln - und dann fährt er nicht hin! - [ORF Religion].

Wer will sie, wer will sie nicht, die Einheit der Kirchen?
Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid, durchgeführt im Auftrag des evangelischen Magazins chrismon, wünscht sich zwar ein Drittel aller Befragten (Summe: 1.003 Menschen), dass die Kirchenleitungen Wege zur Einheit finden sollten, andererseits sind 21 Prozent für die Beibehaltung der Trennung. Dabei klafft zwischen den Generationen eine Kluft. Für mich überraschend ist, dass je älter die Befragten waren, sie umso mehr die Einigung der Protestanten und Katholiken wünschen. Bei den über 69-jährigen sind es 49 Prozent, bei den 14- bis 29-jährigen hingegen befürworten 39 Prozent die Kirchentrennung. Nicht gerade populär ist der Wunsch, die Protestanten mögen wieder unter das Dach der katholischen Kirche zurückkehren (obwohl doch klar ist, dass sie da hingehören, findet ihr nicht?): nur 1 Prozent votierte dafür. - [chrismon].

Montag, Juli 07, 2003

Blutzeuge
"Wie", fragt Olli im Forum von kath.de in einem Thread über die Bereitschaft zum Märtyrertum, könne "man heutzutage in eine solche Situation hineingeraten"? In eine Situation, in der jemand als Märtyrer mit seinem Blut für seinen Glauben zeugt. In Wirklichkeit ist das nicht schwer. Uns schützt nur die Gnade der geographisch 'richtigen' Geburt. Samstagmorgen drangen Bewaffnete in das Haus des katholischen Geistlichen George Ibrahim im Dorf Ranala Kot in Pakistan ein und ermordeten ihn. Die Täter entkamen unerkannt. George Ibrahim hatte zuvor wegen seines Einsatzes zur Errichtung einer katholischen Grundschule mehrere Morddrohungen erhalten. Die Schule, vor langer Zeit zwangsweise verstaatlicht, wurde kürzlich von der zuständigen Provinzregierung an die katholische Kirche zurückgegeben. Daraufhin erhielt Pfarrer Ibrahim Drohbriefe mit dem Inhalt: "Du wirst für die Schule bezahlen". Der Preis war sein Leben. Ibrahim hat bezahlt und für seinen Glauben gezeugt. So kann man heutzutage in eine solche Situation hineingeraten. Man glaubt und bezeugt, und bezahlt für Glaube und Zeugnis. Eine andere Frage ist, ob man selber dafür bereit ist. Bin ich bereit den Preis zu entrichten? Wer weiss das schon, bevor es wirklich ans Zahlen geht? - [Yahoo Nachrichten].

Sommerlektüre
Als Sommerlektüre lese ich gerade Mario von Galli: 'Gelebte Zukunft - Franz von Assisi' aus dem Jahr 1970. Mit diesem Erscheinungsdatum nicht unbedingt der Renner der Saison, aber gerade auf Grund der zeitlichen Distanz interessant. Galli betrachtet den Poverello, den Armen von Assisi, aus der Perspektive des gerade erst 5 Jahre vor Erscheinen seines Buchs beendeten II. Vatikanums. Einige seiner Einschätzungen wurde schlicht von der Zeit überholt. Andere sind zeitlos gültig. Galli zitiert wiederholt aus Dokumenten und Reden des Konzils, darunter auch aus einer Rede des Kardinal Lercaros von Bologna am Ende der ersten Session (1962). Daraus einige kurze Reminiszenzen:
"Das Geheimnis Christi in seiner Kirche ist immer, vor allem aber in der Gegenwart, das Geheimnis Christi in den Armen, denn die Kirche ist, wie der hl. Vater Johannes XXIII. sagt, gewiss die Kirche aller, vor allem aber der Armen. ... Gegenwärtig wird die Armut der überwiegenden Mehrheit (zwei Drittel der Menschheit) verhöhnt von den unermesslichen Reichtümern einer Minderheit, bei der die Armut von den Massen täglich mehr verabscheut wird und der fleischliche Mensch nach Reichtümern giert. ... Das Thema dieses Konzils ist gewiss die Kirche, aber insofern sie vor allem 'die Kirche der Armen' ist. ... In seinen künftigen Arbeiten möge das Konzil nicht nur einen Teil, sondern sozusagen den Hauptteil seiner Bemühungen darauf verwenden, die Lehre des Evangeliums über die heilige Armut Christi in der Kirche herauszuarbeiten: es soll den Plan Gottes, der die Armut als Zeichen und Gestalt wählte, aufzeigen. ..."

"Die heilige Armut" - ein solcher Begriff ist vollkommen aus der Mode. In Maria Plain wird Maria als Mutter des Trostes verehrt. "Tröste uns in der Traurigkeit unserer Zeit" steht auf einer Gebetstafel neben dem Opferlichtständer in der Basilika geschrieben. Die "Traurigkeit unserer Zeit", auch etwas, das auf wenig Verständnis bei der Mehrheit unserer Mitbürger hoffen darf. Aber immer noch verzehrt ein Drittel der Menschheit den Reichtum dieser Welt, während zwei Drittel hungern. Heute hörte ich im Radio, dass der Anteil Afrikas an der Weltwirtschaft seit den 70er Jahren von etwa 6 oder 7% auf unter 2% absank. Galli sprach 1970 noch davon, dass die Weltgeschichte einen neuen Schritt zur Mündigkeit erleben werde, nämlich die Befreiung von der sozialen Knechtschaft. Die Zeit hat diese Blütenträume einer schöneren Zukunft gefrieren lassen. Gestern wie heute Wachstumsverlierer, mögen die hungernden zwei Drittel der Weltbevölkerung wohl auch jene sein, die zuvorderst den ökologischen Preis für unsere Gier nach Reichtümern zahlen werden.

Sonntag, Juli 06, 2003

Erinnerungen meiner Eltern
Heute besuchte ich meine Eltern. Im Laufe des Nachmittags kamen wir auf ihre Jugend zu sprechen. Meine Mutter erzählte von ihrer Kindheit im Haus ihres Ziehvaters, Dr. Strobach, im oberösterreichischen Sierning. Der wurde von den Nazis ins KZ Dachau verschickt. Nach einem halben Jahr kam er durch Intervention eines Schulfreundes wieder frei. Niemand wusste von seiner Freilassung, sodass meine Mutter, damals ein Mädchen von 12 Jahren, sich nicht getraute an die Türe zu gehen, als jemand nach Einbruch der Dunkelheit daran klopfte. Sollte sie einfach das Licht löschen und leise nach oben in den 1. Stock flüchten? Oder fragen, wer denn zu dieser Zeit anklopft? "Wer ist da?", fragte sie schließlich zaghaft. "Viki, ich bin's, mach auf." Sie erkannte sofort seine rauhe Stimme. Schlecht sah er aus, erzählte sie, abgemagert und ausgemergelt. Die Familie, in der Zwischenkriegszeit noch sehr vermögend, verlor in der Folge wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus nahezu alles. Diese Zeit, meinte mein Vater, sei heute nur schwer zu verstehen. Er selber war als Soldat gegen Ende des Kriegs - es muss 1944 gewesen sein - in Italien eingesetzt. Mit 19 Jahren war er einer der Jüngsten in seiner Einheit. Das Ende war schon abzusehen, dennoch gab es noch welche, die immer noch vom 'Endsieg' sprachen. Da rutschte meinem Vater vor einer ganzen Gruppe die Bemerkung heraus: "Natürlich werden wir siegen. So wie wir auch den 1. Weltkrieg gewonnen haben." Keiner sagte etwas darauf. Später allerdings nahm ihn ein Unteroffizier, ein Elsässer, auf die Seite: wenn diese Sache, die Verhöhnung des künftigen 'Endsiegs', von jemanden nach oben gemeldet würde, wären die Folgen dieser 'Wehrkraftzersetzung' vorauszusehen: zumindest Strafkompanie. Falls entsprechende Befehle bei der Einheit einlangten, würde mein Vater zuvor noch die Anweisung erhalten, Einkäufe in der Ortschaft zu erledigen. Von diesem Einkauf, sagte ihm der UO, solle er besser nicht zurückkommen; vielmehr die Waffe wegwerfen und solange mit erhobenen Händen querfeldein gehen, bis ihn italienische Partisanen gefangen nähmen. Das wäre die bessere Überlebensstrategie. Doch hatte entweder niemand meines Vaters Äusserung weitergemeldet, oder diese wurde nicht weiter wichtig genommen: jedenfalls erfolgte 'von oben' keine Reaktion.

Wo sind sie bloß? Die Massenvernichtungswaffen?
Die US-Army kann sie nicht finden. Die US-Marines können sie nicht finden. Die CIA kann sie nicht finden. Die NSA kann sie nicht finden. Das FBI kann sie nicht finden. Der MI 6 kann sie nicht finden. Was läge da näher, als es mit Google zu versuchen? Wenn Google nichts findet, heisst es, gibt es das Gesuchte nicht. Dabei ist allerdings auf einige Feinheiten zu achten, wie Google selbst feststellt:

"These Weapons of Mass Destruction cannot be displayed. The weapons you are looking for are currently unavailable. The country might be experiencing technical difficulties, or you may need to adjust your weapons inspectors mandate.

Please try the following:
Click the Regime change button, or try again later.
If you are George Bush and typed the country's name in the address bar, make sure that it is spelled correctly. (IRAQ).
...
Click the Bomb button if you are Donald Rumsfeld. ..."
- [The Sydney Morning Herald].

Samstag, Juli 05, 2003

Paul Celan: Assisi
Umbrische Nacht.
Umbrische Nacht mit dem Silber von Glocke und Ölblatt.
Umbrische Nacht mit dem Stein, den du hertrugst.
Umbrische Nacht mit dem Stein.

Stumm, was ins Leben stieg, stumm.
Füll die Krüge um.

Irdener Krug.
Irdener Krug, dran die Töpferhand festwuchs.
Irdener Krug, den die Hand eines Schattens für immer verschloß.
Irdener Krug mit dem Siegel des Schattens.

Stein, wo du hinsiehst, Stein.
Laß das Grautier ein.

Trottendes Tier.
Trottendes Tier im Schnee, den die nackteste Hand streut.
Trottendes Tier vor dem Wort, das ins Schloß fiel.
Trottendes Tier, das den Schlaf aus der Hand frißt.

Glanz, der nicht trösten will, Glanz.
Die Toten – sie betteln noch, Franz.

Warum verehren, was wir in Wahrheit verachten?
Tag für Tag strömen Menschen nach Assisi, suchen die Wirkungsstätten des heiligen Franziskus auf, bezeugen dem Heiligen ihre Verehrung. Dabei steht gerade Franz gegen das Denken unserer Zeit. Er hasste das Geld und alles, wofür es steht. Ihm war es gleichbedeutend mit Kot. Geld, so meinte er, sei einfach nur Scheiße. Seine Zeit entwickelte das, woraus später der Kapitalismus erwuchs, die Manipulierbarkeit der Welt durch ein Ding, das für sich genommen wertlos ist, taugt es doch nicht einmal dazu, sich damit den Hintern zu wischen. Der aufkommende Kapitalismus, für Franz im eigenen Vater personalisiert, kann für sich in Anspruch nehmen, 'anständiger' gewesen zu sein als der vor ihm herrschende Feudalismus, dessen Macht auf dem Besitz von Land und persönlicher Verpflichtung beruhte. Das Geld, seine Herrschaft, bedeutete eine Demokratisierung der Macht. Der kapitalistische Kaufmann hob sich, wie Walter Dirks in seinem Buch 'Die Antwort der Mönche' schrieb, jahrhundertelang durch seine moralische Qualität von den sich hemmungslos auslebenden Machtmenschen alten Schlags ab. "Aber sein Herz wird gefährdet sein. Die Säkularisierung der kommenden Jahrhunderte wird vom Bürger ausgehen, und seine Redlichkeit wird eine Rechtfertigung des Abfalls sein."

Franz hätte sicherlich auch unsere 'moderne' Leistungsgesellschaft gehasst, die den Wert eines Menschen vorrangig daran bemisst, welche Position er in ihr erreichen, einnehmen und halten kann. Der Mensch an sich hat wenig Wert. Wer von uns Heutigen ist nicht zutiefst von dieser Haltung korrumpiert? Wir stehen alle im Wettbewerb. So dreht sich die Spirale weiter und weiter. Immer hektischer strampeln wir, um das rasende Tempo halten zu können. Wir bauen soziale Systeme ab, weil andere Volkswirtschaften durch Sozialabbau 'leistungsfähiger' wurden. Wir erhöhen den Druck auf die Bildungseinrichtungen, Universitäten und Schulen, weil andere Länder einen höheren 'Bildungsoutput' produzieren. Jene, die das Tempo nicht halten können? Schüler, die von Brücken springen? Dauerarbeitslose? Dumme Menschen? Alte? Kranke? Arme?

Franz suchte stets den letzten Platz. Er warb um die Armut wie der Bräutigam um die Braut. Seine Verehrung in unserer Zeit ist, wiewohl ein Massenphänomen, eigentlich unverständlich. Ein Rätsel. Warum verehren, was wir in Wahrheit verachten? Jemand, der freiwillig den letzten Platz sucht? Ein Narr. Ein Verrückter. Ob der gefährlich ist? Am besten in die Klapsmühle mit ihm.

Freitag, Juli 04, 2003

Martin Buber und der Atheist
Einst besuchte ein Atheist den jüdischen Philosophen und Theologen Martin Buber und forderte ihn auf, er, Buber, möge ihm doch die Existenz Gottes beweisen. Als Buber sich diesem Ansinnen verweigerte, verabschiedete sich unser atheistische Zeitgenosse erzürnt. In seinen Abgang hinein erreicht ihn ein Zuruf des jüdischen Philosophen: "Aber können Sie sicher sein, dass es keinen Gott gibt?" 40 Jahre später bekannte unser atheistischer Freund, dass er immer noch nicht an Gott glaube, doch hätte ihn Bubers Frage seitdem nicht mehr losgelassen: "Aber können Sie sicher sein, dass es keine Gott gibt?"

müde, ausgebrannt
So, die letzte Fachtagung für längere Zeit ist vorüber. Gestern war mein Referat, ging einigermaßen, wenngleich nicht unbedingt berauschend. Zur Zeit fühle ich mich etwas leer, ausgebrannt. Ich bin froh, wenn ich nun bald wieder tagelang auf den Seen unterwegs bin und mich nicht mehr mit Vorträgen, Präsentationen etc. beschäftigen muss, sondern mich mit submersen Makrophyten, Potomogeton perfoliatus, Elodea canadensis und Chara aspera beschäftigen darf. Tagelang mit dem Boot auf Kärntner Seen herumfahren, da ist die Arbeit (hoffentlich) wie schon im Vorjahr fast so etwas wie Urlaub.

Mittwoch, Juli 02, 2003

Staatsfeind Nr.1
Das Pentagon arbeitet an einem Mega-Überwachungssystem, Combat Zones That See (PDF), mit dessen Hilfe ganze Städte überwacht werden sollen. Ihr Herzstück, eine neue, extrem leistungsfähige Software, ermöglicht es mit Hilfe von tausenden Kameras Autos an Farbe, Form, Nummernschild und Größe und Personen anhand des Gesichts zu erkennen. Das System soll, wie Regierungsvertreter beteuern, nicht in den USA, sondern "bloß" im Ausland eingesetzt werden. Big Brother USA is watching you. - [Der Standard].

der Olympiazug ist abgefahren
doch nicht nach Salzburg. Endstation 2010: Vancouver. Salzburg schaut durch die Röhre: Winterspiele im TV.

Dienstag, Juli 01, 2003

Bitte eine kleine Spende: Soldaten für den Irak
Donald Rumsfeld, treuer Freund von "good old Europe", bat 70 Länder um Unterstützung. Gar zu gerne sähen die USA deutsche, französische und türkische Abzeichen im Irak. Wer hätten denn gedacht, dass es so leicht sein würde, den Krieg zu gewinnen, den Frieden aber nicht? Beispielsweise ich. - [der Standard].

USA streichen Österreich Militärhilfe
Oje, oje, jetzt haben die großen USA dem kleinen Österreich die Militärhilfe gestrichen?! Ein US-Gesetz schreibt die automatische Sperre der Militärhilfe für alle Länder vor, die den US-Wünschen nicht nachkommen. Diese "Wünsche" - wenn man das als "Wünsche" und nicht korrekter als "Erpressung" bezeichnen will - betreffen die geforderte Immunität von US-Bürgern vor Verfolgung durch den Internationalen Strafgerichtshof. Fast 50 Länder gehen in Zukunft leer aus. Kleines Detail am Rande: Österreich hat auch bislang von den USA keine Militärhilfe bzogen. Ihre "Streichung" ist also nicht mehr als ein symbolischer Akt, eine Art erhobener Zeigefinger: Böses, böses Österreich! Müssen wir uns jetzt vor dem großen Bruder im Übersee schämen? ... Nein, eher nicht. - [der Standard].

Fundamente geschliffen
Keine Moschee neben der Verkündigungsbasilika in Nazareth. Die israelischen Behörden ließen in der Nacht auf Dienstag die Fundamente einer umstrittenen Moschee im Zentrum der Stadt Nazareth abreißen. Der Bau hätte mit 5 Stockwerken und 5 Minaretten in unmittelbarer Nachbarschaft zur Basilika erichtet werden sollen. Laut den Behörden sei der Abriss das Ergebnis einer Entscheidung von Regierung und Justiz. Man habe der islamischen Religionsverwaltung mehrere alternative Bauplätze in der Stadt angeboten, doch seien alle Angebote abgelehnt worden. Islamische Repräsentanten sehen darin eine "israelische Provokation". Abdelmalik Dahamshe von der United Arab List beschuldigte die Bush-Administration und die Regierung von PM Sharon eine "Krieg gegen den Islam" zu führen: "The new crusade of the Bush-Sharon axis of evil in the world is against Islam. " - [Haaretz].

Kapuziner wird neuer Erzbischof von Boston
Sean P. O'Malley, Kapuziner, Bischof der Diözese Palm Beach in Florida, wurde von Papst Johannes Paul II. zum neuen Erzbischof von Boston ernannt. Er tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Bostoner Kardinals Bernard Francis Law an. Law legte im Dezember vorigen Jahres sein Amt zurück. Der Rücktritt war die Folge der massiven Vorwürfe, die von Mitgliedern seiner Diözese gegen ihn erhoben wurden. So soll Law Priester, die sich des Kindesmissbrauchs schuldig gemacht hatten, indirekt durch blosse Versetzung in andere Pfarreien gedeckt haben. Mehrere dieser Priester wurden mittlerweile wegen Kindesmißbrauch gerichtlich belangt und verurteilt. Sein Nachfolger, Sean P. O’Malley, soll sich durch seinen sensible Handhabung der Pädophilie-Skandale in der Kirche, insbesondere durch seine Solidarität mit den Opfern, ausgezeichnet haben. - [ORF Religion].