Er wird jede Träne von ihren Augen wegwischen. Der Tod wird nicht mehr sein, weder Trauer noch Klage noch Schmerz wird mehr sein. Denn das erste ist vergangen. Und der auf dem Thron sitzt, sprach: "Siehe, ich mache alles neu."
Montag, Juni 30, 2003
War Shakespeare katholisch? Shakespeare - ein Katholik? Dies zumindest behauptet die Literaturwissenschaftlerin Hildegard Hammerschmidt-Hummel, die in der Zugehörigkeit des großen Barden zur blutig verfolgten katholischen Untergrundkirche auch den Schlüssel zu so manchem Rätsel im Leben des "Schwans von Stratford-upon-Avon" sieht. Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage. - [ORF Religion].
The Passion Mel Gibsons letzter Film - The Passion - noch nicht in den Kinos, erst einige wenige "Auserwählte" konnten ihn sehen, und dennoch bereits heiß umstritten. - [Telegraph].
radikaler nach dem Evangelium leben "... möchte ich gemeinsam mit den Synodenvätern gleichzeitig den besonderen Beitrag hervorheben, den – zusammen mit den anderen kirchlichen Vereinigungen und niemals abgesondert von ihnen – die neuen kirchlichen Bewegungen und Gemeinschaften leisten können. Letztere helfen nämlich den Christen, radikaler nach dem Evangelium zu leben; sie sind eine Wiege verschiedener Berufungen und bringen neue Formen gottgeweihten Lebens hervor. Sie fördern vor allem die Berufung der Laien und führen dazu, daß sie in den verschiedenen Lebensbereichen zum Ausdruck kommt. Sie begünstigen die Heiligkeit des Volkes; sie können Botschaft und Aufforderung für diejenigen sein, die sonst der Kirche nicht begegnen. Häufig unterstützen sie den ökumenischen Weg und eröffnen Möglichkeiten für den interreligiösen Dialog; sie sind ein Gegenmittel gegen die Ausbreitung der Sekten; sie sind sehr behilflich dabei, in der Kirche Lebendigkeit und Freude zu verbreiten. ..." - [aus: Ecclesia in Europa].
Eine bemerkenswerte Hervorhebung der neuen geistlichen Bewegungen in der Kirche. Pflichtgemäß Lob für das bestehende, die Pfarreien, die katholische Aktion u.a.m., doch wofür das Herz wirklich schlägt, zeichnet sich deutlich ab.
Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen In einer kleinen russischen Stadt lebte einst ein Mann, ein wohlangesehener, durchaus vermögender Bürger. Diese allseits geschätzte Stütze der Gesellschaft besuchte oftmals einen jungen Mann, Sossima mit Namen. Der war Offizier gewesen, beendete diese Laufbahn aber nachdem er bei einem Duell den Schuß seines Gegner abgewartet hatte, um daraufhin seine Pistole wegzuwerfen und von seinem Kontrahenten Vergebung zu erbitten - ein Verhalten, halb ein Skandal, halb eine modische Sensation für die gute Gesellschaft. Michail, der wohlangesehen Bürger, durch die umherlaufende Gerüchte von Sossima angezogen, fasst schließlich Vertrauen zu diesem. Nach mehreren Besuchen macht er ihn zum Adressaten eines Geständnisses. Vor vielen Jahren erstach er eine junge Frau, die ihn durch Zurückweisung schwer gekränkt hatte. Der Verdacht fiel auf einen heruntergekommenen Knecht, der in der Untersuchungshaft starb. So blieb Michail unentdeckt, heiratete schließlich, bekam Kinder und wurde alles in allem ein guter Bürger, eben jene wohlangesehene Stütze der besseren Gesellschaft. Doch so wohl situiert sein Leben auch schien, so erfolgreich und glänzend es nach aussen war, in seinem Inneren nagte beständig der Wurm seines schlechten Gewissens: Er kommt heim zu seiner geliebten Frau, und es quält ihn der Gedanke: "Meine Frau liebt mich, - wenn sie es aber wüsste!" Und als sie ihm glücklich mitteilt, dass sie ein Kind erwartet, peinigt ihn der Gedanke: "Einem Kinde habe ich das Leben gegeben, und einem anderen Menschen habe ich es genommen." - Es wurden ihm Kinder geboren, er aber sagte sich: "Wie darf ich es wagen, sie zu lieben, sie zu erziehen und zu belehren, wie darf ich ihnen von Tugend reden, ich der ich Blut vergossen habe." Im Gespräch mit Sossima ringt sich Michail zur Erkenntnis durch, ihm könne nur ein öffentliches Geständnis seines Verbrechens zum Seelenfrieden verhelfen. Doch bäumt sich in ihm alles gegen die tatsächliche Umsetzung auf. Sein bisheriges Leben, seine Frau, die Kinder, das Ansehen der Gesellschaft, ginge nicht das alles verloren? Was wäre denn durch ein Geständnis gewonnen? Was wieder gut gemacht? ... aber am nächsten Tage kommt er wieder bleich und böse zu mir und bemerkt spöttisch: "Jedesmal, wenn ich bei Ihnen eintrete, sehen Sie mich mit solch einer Spannung an, als wollten Sie fragen: Hat er es oder hat er es noch nicht getan? Gedulden Sie sich, und verachten Sie mich nicht gar zu sehr. Das ist doch nicht so leicht getan, wie Sie annehmen. Ja, vielleicht werde ich es überhaupt nicht tun. Sie werden dann doch nicht hingehen und mich anzeigen, wie?" Am Ende stehen beide, Sossima wie Michail, an den Grenzen ihrer seelischen Kräfte. Michail, nahe daran Sossima, den einzigen Menschen, der über sein Verbrechen Bescheid weiss, zu ermorden, gibt schließlich diesem sein Geschick in die Hand: "Entscheiden Sie über mein Geschick!", stieß er plötzlich hervor. - "Gehen Sie hin und gestehen Sie", sagte ich flüsternd zu ihm hin. Die Stimme versagte mir fast, doch flüsterte ich es im festen Ton. Darauf nahm ich vom Tisch das Evangelium in neurussischer Übersetzung und zeigte ihm Johannes, Kapitel XII, Vers 24: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und nicht stirbt, so bleibt es allein, stirbt es aber, so bringt es viele Frucht." Diesen Vers hatte ich kurz vor seinem Eintritt gelesen. - Er las ihn: "Das ist wahr", sagte er, aber er lächelte bitter. "Ja", sagte er nach einigem Schweigen, "es ist unheimlich, was man in diesem Buch finden kann. Es ist aber leicht, diese Sprüche anderen vor die Nase zu halten. Und wer hat das geschrieben, doch nicht etwa Menschen?" - "Der Heilige Geist", sagte ich. - "Sie haben gut schwätzen", sagte er höhnisch und lächelte fast schon hasserfüllt. Ich nahm wieder das Buch, schlug es an einer anderen Stelle auf und zeigte ihm Ebräerbrief Pauli, Kapitel X, Vers 31. Er las: "Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen." - Er las es und schleuderte das Buch von sich. Er zitterte am ganzen Leibe. - "Ein schrecklicher Vers" sagte er. "Wahrlich, Sie verstehen auszusuchen!" Er erhob sich vom Stuhl: "Nun", sagte er, "leben Sie wohl, vielleicht werde ich nicht mehr zu Ihnen kommen ... im Paradiese werden wir uns wiedersehen. Also vierzehn Jahre sind es her, dass ich in die Hände des lebendigen Gottes gefallen bin! - Jetzt weiß ich wenigstens, wie diese vierzehn Jahre heißen! Morgen werde ich diese Hände bitten, mich freizugeben." Michail gesteht öffentlich sein Verbrechen. Doch will ihm, dem wohlangesehenen Bürger, der Stütze der guten Gesellschaft, niemand die Untat glauben, so unterbleibt die von ihm gefürchtete Ächtung seiner Familie, seiner Frau und seiner Kinder. Bald darauf erkrankt er und stirbt, versöhnt mit Gott, freigelassen von dessen schrecklichen Händen, die ihn über Jahre hinweg zur Umkehr trieben wie man verstocktes Vieh in den heimatlichen Stall treibt. - [nach Dostojewskij: Die Brüder Karamasoff].
Im "Vater unser" stocke ich oft bei dem Vers: "Dein Wille geschehe". Was, wenn Gottes Wille gegen meinen prallt? Gott anders, ganz anders, will als ich? Natürlich, Gott will mir nichts Böses. Das will auch der Zahnarzt nicht, wenn er bohrt. Und dennoch tut das Bohren weh. Ich bete das "Vater unser", auch diesen Vers. Und hoffe im Stillen, Gott möge wollen wie ich, hege ich doch den Verdacht, dass Er ohne Betäubung am menschlichen Herz operiert. Der damit verbundene Schmerz ist, wie ich fürchte, notwendiger Bestandteil der Therapie.
Farbschlieren "Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs." Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. ... Gott antwortete dem Mose: "Ich bin, der da ist." Und er fuhr fort: "So sollst du zu den Israeliten sprechen: Der Ich-bin-da hat mich zu euch gesandt." (Ex 3,6;Ex 3,14). So wusste Gott selbst sich dem Menschen nicht besser zu beschreiben als mit der einfachen Mitteilung, er sei, der er sei, jener, der da ist. Und Mose wagte nicht, Gott anzuschauen; er verhüllte sein Gesicht.
Thomas von Aquin, Heiliger, Kirchenlehrer, Patron aller katholischen Hochschulen, dessen Lehre - der 'Thomismus' - 1879 zur offiziellen Philosophie der Kirche erklärt wurde, gilt als der bedeutendste Theologie der katholischen Kirche. Aus seiner Feder stammt die 'Summa Theologiae', das 'Lehrbuch der Theologie'. Der Legende nach soll Christus vom Kreuz herab zu ihm gesprochen haben: "Du hast gut von mir geschrieben. Welchen Lohn verlangst Du?". Thomas antwortete der Stimme des Herrn: "Nur Dich allein, Herr. Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir wie Spreu vor!" Dieser Thomas also, 'Doctor angelicus' der katholischen Kirche, zeigt, was die Erkenntnis Gottes anbelangt, einen auf den ersten Blick erstaunlichen Agnostizismus. "Bei Gott freilich können wir nicht wissen, was er ist, sondern höchstens, was er nicht ist. Deshalb können wir auch bei Gott nicht untersuchen, wie er ist, sondern nur, wie er nicht ist." (Summa Theologica, Band 1, Frage 3). In seinem Kommentar zum Römerbrief verschärft er dies nochmals: "Eines bleibt in diesem Leben völlig unbekannt, nämlich was Gott ist." Blickt man längere Zeit in völlige Dunkelheit, beginnen Auge und Verstand Farbschlieren in die Finsternis hineinzutragen. Eine vollkommene Nacht, ihre scheinbare Leere, erscheint uns unerträglich, also beginnen wir sie zu füllen. Diesen Blick in die Nacht, in die Dunkelheit dessen, der da ist, ertragen die meisten von uns nicht. Umso wichtiger sind für uns, die wir in der Dunkelheit pfeiffen, um sie mit Begriffen zu füllen, die Gestalten jener, die verzückt Seinen Anblick ertragen: Franziskus, Thomas, Charles de Foucauld, Johannes vom Kreuz, die große Theresia von Avila ...
Blogger, Mozilla, IE Hm. Schrieb ich nicht, dem optischen Eindruck nach sei das neue Blogger nicht neu, denn eher alt? Das widerrufe ich hiermit feierlich - zumindest, was das Arbeiten damit in Mozilla betrifft. Im Internet Explorer 5 fehlen etliche Features, die Blogger im Mozilla-Browser zur Verfügung stellt. Ob das auch für neuere Versionen des IE gilt, weiss ich allerdings nicht. In der alten Version von Blogger war Mozilla benachteiligt, darum habe ich auch mein Blog mit dem IE geführt, obwohl ich den sonst kaum mehr benütze. Nun, jetzt ist die Notwendigkeit dazu noch stärker gesunken.
Weblog Commenting Wer nix zahlt, kann nix verlangen, heisst es. Enetation stellt kostenlos Weblog Commenting zur Verfügung. Kleines dummes Detail am Rande: das funktioniert des öfteren mal nicht - der Kommentar-Link wird nicht angezeigt, damit sind die "alten" Kommentare nicht zugänglich und "neue" können nicht abgegeben werden. Jetzt versuche ich es mal mit Haloscan, vielleicht, dass die zuverlässiger sind?
neuer Blogger, neue Probleme Schon geht's los mit den Problemen:
script type="text/javascript" (zwischen < > gestellt) soll ein "illegal tag" sein - die Folge des Gebrauchs: alle Umlautbuchstaben werden falsch dargestellt. Bevor ich das jetzt per Hand löse: (&?uml; - die Umlautbuchstaben alle mit &usw. zu schreiben, ist lästig) weiss jemand, wie ich den "illegal tag" richtig schreiben muss, damit das Ganze wieder "flutscht"?
Das kleine Grüne? Oder lieber das festlich Rote? Nun hat auch die katholische Kirche in Deutschland den Wert von Designerklamotten entdeckt.
Jahrhundertelang trug sie die stets gleichen aussehenden Alben, Talare, Stolen und Casula. Aber diese Zeiten sind endlich vorbei: ein Designerwettbewerb soll den Muff von tausend Jahren unter den Talaren vertreiben. Modedesigner, Textilhersteller und Künstler entwerfen Einzelteile und ganze Kollektionen - wetterfest und pflegeleicht. Architekten sollen bewerten wie die neuen liturgische Gewänder in großen Sälen oder auf freien Flächen wahrgenommen werden – schließlich will man sich stets von der besten liturgischen Seite zeigen. Das sind natürlich brennende Probleme, denen sich die deutsche katholische Kirche stellen muss. Was trage ich heute am besten vorne am Altar? Erscheine ich darin nicht allzu bieder? Trage ich heute besser das kleine Grüne? Oder doch lieber das festlich Rote? Ach, glückliche deutsche katholische Kirche! Wie gut es ihr doch gehen muss, um sich den Luxus solcher Probleme leisten zu können. - [ORF Religion ].
gemoved Seit gestern abend konnte ich mein Blog nicht bearbeiten. Blogger.com hat mich zu einer neuen Version von Blogger gemoved (wie lautet übrigens das Präteritum des neudeutschen Wortes "gemoved"? - movete? - meine Sorge möchte ich haben!). Die neue Version soll ja alles können, was die alte konnte, nur eben alles viel besser. Dem ersten optischen Eindruck nach wirkt die Neue aber weniger neu, denn alt, sogar uralt (was im Internet 3 oder 4 Jahre bedeutet). Aber lassen wir uns mal eines Besseren belehren.
Ablöse Ich habe Rolf Jouaux gebeten mich als Moderator im Forum von kath.de (Board F&A) abzulösen. Es ist schon seltsam: für kath.net war ich zu "liberal", für kath.de bin ich zu "fundamentalistisch". Sowohl für meinen Glauben als auch meinen Intellekt ist dieses Forum ohne Belang und eher zur schlechten Gewohnheit geworden, ein bisschen wie Kettenrauchen oder nervöses Kauen der Fingernägel. Gehen tue ich letztlich aus Überdruss. Auf der einen Seite, in der Arena, die stets gleichen Attacken auf Gott, Kirche und Christentum, die nach dem einhundertundersten Aufguss auch nicht unbedingt frischer und durchdachter sind. Auf der anderen Seite, in den Glaubensgesprächen, eine muffige Atmosphäre der Betulichkeit: nur kein böses Wort, niemanden kränken, Gott ist die Liebe, Jesus liebt Dich, wir kommen alle, alle in den Himmel, ihr alle seid anonyme Christen (ob nicht Rahner mittlerweise diesen Ausdruck bitterlich bereut?), vor allem aber: sag nichts gegen die "indigenen" Atheisten, die man so lange schon kennt. Ein seltsames Wechselbad aus völligem Gewährenlassen der atheistischen Seite, und strikter Zensur gegen jene Katholiken, die sich zum Teil fast schon verzweifelt und mit recht schrillen Tönen Gehör zu verschaffen suchen, vom "Mördergott" sprechen - der Ausdruck, ein Protest gegen seinen geduldeten, sogar gebilligten Gebrauch in der Arena, fiel der Zensur zum Opfer - allerdings nur in den Glaubensgesprächen, im Rest des Forums ist er weiterhin geduldet, gebilligt und in Gebrauch. Natürlich ist der "Mördergott", der Ägyptens Erstgeburt erschlug und zu Zeiten Noahs die Erde überflutete, Mensch und Tier ertränkte, eine ebenso falsche Interpretation wie der marzipanschweinchenrosafarbene Gott des ewigen "Gott ist die Liebe-Mantras" - ich schwöre aber, dass mir mittlerweile der "Mördergott" ehrlicher erscheint - und darum der Achtung würdiger - als die klebrige Süßspeise des "lieben Gottes", der so so so lieb lieb lieb zu uns allen ist.
"Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen" - ah!, welche Erleichterung der Realismus des Apostels ist, eine frische Brise im Mief einer Religiosität, deren aufdringliche Süße meinen spirituellen Gaumen zum Erbrechen reizt.
Schönheit zum Schrecken "Wer, wenn ich schrie, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?
Und gesetzt selbst, es nähme einer mich plötzlich ans Herz:
Ich verginge von seinem stärkeren Dasein.
Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang,
den wir gerade noch ertragen,
und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht, uns zu zerstören.
Ein jeder Engel ist schrecklich.
Und so verhalt ich mich denn und verschlucke den Lockruf dunklen Schluchzens.
Ach, wen vermögen wir denn zu brauchen? Engel nicht, Menschen nicht,
und die findigen Tiere merken es schon,
daß wir nicht sehr verlässlich zu Haus sind in der gedeuteten Welt."
So weit der Dichter. Alles uns Übersteigende reduziert unserer Vorstellung auf handsameres Maß. Ist Gott schön? Sicherlich. Ist Gott schrecklich? Ach, da zögere ich schon. Kann denn Gott schrecklich sein? Aber ja, Gott ist sicherlich schrecklich. Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle. (1 Kön 19, 11-13). Warum verhüllt Elija sein Gesicht, da sich ihm Gott nicht im Sturm, nicht im Erdbeben und nicht im Feuer, sondern im sanften Säuseln offenbart? Manche Schönheit ist, wie ich glaube, uns Menschen nur bis zu einem bestimmten Grade erträglich. Der unverhüllte Gott, wer könnte Seinen Anblick ertragen, sich Seinem ungedämpften Licht stellen, ohne zu sterben, ohne den Wunsch dazu? Wir denken Gott klein, auf erträgliche Maße. "Gott ist die Liebe", schreibt der Apostel. Ich glaube nicht, dass diese Liebe vergleichbar ist jener kleinen Münze, die ich als Liebe handle. In der Biographie des heiligen Franziskus, die ich zur Zeit lese, flackert noch zwischen den Seiten das verzehrende Feuer dieser anderen, schrecklichen Liebe. Sie in Händen zu halten, das muß sein, als leckte deren Flamme über die um sie geschlossenen Finger. Gottes Handkuß.
"Wir können zur vollen Einheit zurückfinden" Ein schönes Zeichen der Hoffnung: das Oberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I., sagte bei einer Ansprache zum bevorstehenden silbernen Amtsjubiläum des Papstes, dass die beiden Schwesterkirchen, die katholische und die orthodoxe Kirche, die über das erste Jahrtausend nach Christus hinweg in voller Einheit gelebt hätten, auch heute wieder zu voller kirchlicher Gemeinschaft finden können. Bartholomaios I. würdigte besonders den Einsatz Papst Johannes Pauls II. für den Frieden. Dessen Pontifikat sei durch eine "leidenschaftliche Suche nach dem Frieden" gekennzeichnet. Patriarch Bartholomaios sprach auch von einer "Kultur des Todes". Darüber habe ich vor kurzem geschrieben: Kultur des Todes: Killing Me Softly. Man merkt der Rede an, dass der Patriarch Johannes Paul II. wirklich respektiert und achtet. Achtung, dass wäre ein wirklich guter Schlüssel für die angestrebte Einheit. - [ORF Religion].
schizoid Umfragen und öffentlichen Bekundungen nach wissen immer weniger Menschen mit Gott, Kirche und Religion etwas anzufangen. Zur gleichen Zeit verzeichnen die 39.000 katholischen Schulen Europas einen großen Andrang. Die Wartelisten zum Eintritt werden immer länger. Schizoides Europa. - [Münchner Kirchenzeitung].
Im Dienste der Kirche: Pseudomonas stutzeri Pseudomonas stutzeri verhalfen einem Pisaner Fresko aus dem 14. Jahrhundert zu neuem Glanz. Die braven Helferlein, speziell selektierte Bakterienkulturen, vertilgten Leim, Ruß und anderes organisches Material, ließen die Farben aber intakt. Nachdem sie so die Oberfläche des in seinen Details kaum noch erkennbaren Freskos "Die Bekehrung des heiligen Efisius" von jahrhundertealten Verunreinigungen gesäubert hatten, wurden sie mit destilliertem Wasser abgetupft. - [Münchner Kirchenzeitung].
Ossarium des Apostels Jakobus unecht? Die Direktion der israelischen Altertumsbehörde gab vergangenen Mittwoch bekannt, dass das Ossarium mit der Aufschrift "Jakobus, Sohn des Joseph und Bruder Jesu", in dem angeblich die sterblichen Überreste des 62 nach Christus gesteinigten Apostels Jakobus aufbewahrt worden sein sollen, nicht echt sei. Das Archäologenkomitee, das das Fundstück untersucht hatte, war einstimmig zu diesem Resultat gekommen. Der Stein, aus dem das Ossarium besteht, sei eher für Zypern und Nordsyrien als für das Heilige Land typisch. Laut Shuka Dorfman, Direktor des Amtes für Altertümer in Israel, ist das Ossarium zwar echt (antik), aber die Aufschrit falsch. Sie wurde nachträglich darin eingraviert. - [ZENIT].
„Der Herr gebe euch Frieden“, Brüder! Heute endete in Assisi das Generalkapitel der Franziskaner, ein Pfingstkapitel, wie es der neue Generalminister, Br. José Rodriguez Carballo, in seiner Abschlußrede nennt. Man kann Br. José und dem Orden sicherlich nicht vorwerfen, sie verschlössen vor den Schwierigkeiten der Zeit ihre Augen. Der Generalminister spricht von der Notwendigkeit einer Neugründung des Ordens. Nicht, dass das "Franziskanertum" neu erfunden werden müsste, vielmehr ist die Rückbesinnung auf die franziskanische Identität gefragt, "zu den wesentlichen Werten unserer forma vitae", wie Br. José meint.
Bemerkenswert klar spricht er von einer Krise des Ordenslebens im allgemeinen und des Franziskanertums im besonderen, die nicht durch oberflächliche Neuerungen, sondern nur durch massive Einschnitte, eine authentische Neugründung, zu bewältigen ist. Br. José spricht auch von der Notwendigkeit einer Verkleinerung: "Ich halte es vor allem für dringend, die Werke zu verkleinern, die unseren Brüdern ein Übermaß an Aktivität und Arbeit auferlegen. Wir können nicht unser Leben der Arbeit opfern – so wichtig sie auch sein mag – und auch nicht der Effizienz und dem sozialen Nützlichkeitsprinzip. Die Strukturen müssen im Dienst des Lebens stehen und nicht das Leben im Dienst der Strukturen. Unsere Präsenzen zu verkleinern wird schließlich erfordern, einige ihrer Standorte zu überprüfen, so dass wir näher bei den Leuten sind, unser Leben für das Volk öffnen und uns mit den Armen solidarisieren. Auf diese Weise gewinnen wir die evangelische Armut zurück, die wir versprochen haben."
Als dritten Punkt erwähnt der die Notwendigkeit der Unterscheidung: Angesichts der Vielfalt an Angeboten fragen sich viele: 'Was soll ich tun? Welchen Weg sollen wir einschlagen? Woran sollen wir uns orientieren?' Die Antwort auf solche Fragen ist nicht einfach. ... So wie Dickens in seiner Tale of two Cities schreibt, ist unsere Zeit die beste und die schlechteste aller Zeiten, die Stunde der Weisheit und die des Wahnsinns, die Epoche der großen Glaubenden und die der großen Ungläubigen, die Jahreszeit des Lichts und die der Finsternisse, der Frühling der Hoffnung und derjenige der Verzweiflung. ... Der Herr gebe euch Frieden, Brüder!
[zurück und regelmäßig] LakeShore 2003 - die Konferenz der langen Fußwege: so wird sie mir zumindest in Erinnerung bleiben. Dank schlechter Erkundigung über den rechten Weg gelang es uns, mir und drei anderen Teilnehmern, einen 20minütigen Fußweg zur Universität Konstanz zu einer kleinen Expedition ausarten zu lassen. Am Ende gelangten wir aber doch glücklich nach Versäumnis der Begrüssungsreden und des Eröffnungsvortrags bei der Konferenz an. Auf Grund eines Irrtums des Organisationskommitees war mein Vortrag in den falschen Vortragsblock gerutscht. Ich hätte also noch am ersten Tag sozusagen aus dem Stand weg vortragen müssen. Das ließ sich aber noch korrigieren, und ich kam dann erst gestern dran. Ist aber alles sehr gut gegangen. Ob ein Vortrag wirklich gut ankam, zeigt sich an der Diskussion hinterher. Wen der "Chairman" eines Vortragsblocks der einzige ist, der Fragen stellt, war es für die Zuhörer entweder sterbenslangweilig, oder eine fachliche Überforderung. Dem war aber nicht so, vielmehr wurde über die Diskussionszeit und die anschliessende Pause hinaus nachgefragt und diskutiert. Jetzt noch schleunigst die Übersetzung des Vortrags für die Publikation in der Limnologica, dazwischen der Vortrag auf der AGIT 2003, dann ist bis zum Spätherbst Schluss mit derlei Späßen. Jedenfalls bin ich wieder zurück und habe wieder Zeit für regelmäßige Einträge in mein Blog.
lebendiger Leib Seltsam, wie es manchen Begriffen ergeht. Fronleichnam, im Alt- und Mittelhochdeutschen bedeutete dies "Des Herrn (lebendiger) Leib". Dann allerdings, in der vielgepriesenen Neuzeit, änderte sich die Bedeutung des Worts. "Lichnam" heisst nun "lebloser Körper". Fronleichnam. Lebendiger Leib. Wie kommt es nur zur Zerstörung derartiger Begriffsinhalte? Wie wird aus dem lebendigen Leib ein lebloser Körper?
Mein Fronleichnamsfest findet leider praktisch kaum statt. Ich bin in Konstanz auf einer Tagung, und statt an der Fronleichnamsprozession teilhaben zu dürfen und Christi tatsächliche und bleibende Gegenwart im Zeichen von Brot und Wein zu verehren, werde ich aller Voraussicht nach in einem hoffentlich nicht allzu stickigen Hörsaal sitzen, Vorträgen lauschen und meinen eigenen vorbereiten. Eigentlich sollte ich schon unterwegs sein, aber der Kollege, mit dem ich mitfahren kann, hat Verspätung. Also blieb noch Zeit für diese Zeilen.
[sporadisch] Gestern morgen nach Wien, nachmittags einen Vortrag auf dem Dt. Hydrographentag. Nachts zurück nach Salzburg. Heute Vorbereitung eines Vortrags für die LakeShore-Konferenz, zu der ich morgen mittag abreise. Samstag vormittag nach Salzburg zurück. Kurz: das erklärt mein gegenwärtig nur sporadisches Schreiben.
Der Staat und der Christ Mein kleiner Kommentar zu des Präsidenten patriotischem Prayer-Team hat eine kleine Diskussion über das Verhältnis von Staat und Christ vom Zaun gebrochen, die ich hier wiedergeben möchte. Falls noch weitere Kommentare dazu erfolgen - inklusive allfällig eigener - werde ich sie unten anhängen.
Benedikt @ 10:09:03 | 16-06-2003|
Wieso folgt aus der Tatsache, dass jemand betet, Überheblichkeit? Und wieso siehst du bei den USA mehr Überheblichkeit als bei uns?
Erich @ 2:16:01 | 17-06-2003|
1) Wieso mehr Überheblichkeit bei den USA als bei "uns"? Erstens misstraue ich prinzipiell jedem Staat - schlag mal nach 1. Buch Samuel, Kapitel 8, Verse 7ff. Der Staat erträgt den Glauben nur, wen dieser ihm dienstbar ist oder ihn nicht weiter in seinem Tun und Trachten stört. Das Bündnis mit der Macht (dem Staat) hat der Kirche imo langfristig stets mehr geschadet, als genützt. Weiters gibt es natürlich auch bei uns sehr viel Überheblichkeit, keine Frage. Andererseits - welcher Europäer glaubt heutzutage noch ernsthaft an die "natürliche" Überlegenheit Europas über alle anderen Kulturen? Viele Amerikaner kennen da keine Zweifel.
2) Ich habe nicht gesagt, es folge aus dem Beten Überheblickeit. Vielmehr speist sich diese aus der Überzeugung, dass eigene Land, die eigene Kultur, das eigenen Wirtschafts- und Sozialsystem sei der Maßstab nach dem sich alle anderen zu richten hätten - und wer dies nicht will, der ist eben "böse". Ich glaube nicht, dass die Welt so simpel gestrickt ist. Und ich glaube auch nicht, es würde die Welt am amerikanischen Wesen genesen - solche Gedanken sind immer mehr oder minder katastrophal schiefgegangen, gleichgültig, welches Volk, Nation etc. sie umzusetzen versuchte.
Wir können nur mit Christus genesen. Der Staat, das ist diese Welt. Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen (Mt 4, 810).
Benedikt @ 10:15:18 | 17-06-2003|
Das, was in Amerika vorliegt, ist kein kirchliches Bündnis mit der weltlichen Macht. Nein: In Amerika wurden schlicht und ergreifend Christen in höchste Staatsämter gewählt. Diese haben das Volk aufgerufen, sich auch durch das Gebet für ihre Nation einzusetzen. Und sie beten selber im offiziellen Rahmen. Letzteres ist auch in Deutschland nicht ungewöhnlich. Im Bundestag und in einigen Landtagen gibt es ähnliche - überparteiliche - Initiativen. Ich denke, dass das von dir beschriebene Fundamentalmisstrauen in einer Demokratie mehr als unangebracht ist. Denn der Staat ist eben kein monolithischer Block, der eigenmächtig handelt. In einer Demokratie handelt der einzelne durch den Staat. Und dann sollte man Christen, die sich einbringen, nicht vorwerfen, dass sie sich als Christen einbringen. Ich hab mal mit einem Politiker gesprochen, der ziemlich geknickt war, dass er sich für christliche Werte einsetze und dann ständig Vorwürfe bekäme, das Politiker ohnehin böse seien. Sowas ist ziemlich unfair.
fono @ 10:22:51 | 17-06-2003|
>Erstens misstraue ich prinzipiell jedem Staat<
Halte ich genauso. "Glaub nix -trau keinem!" - vor allem nicht dem Staat.
scipio @ 11:37:27 | 17-06-2003|
Ist Euer Misstrauen gegenüber jedem Staat gradmäßig oder von der Qualität ein anderes als das gegenüber jeder anderen weltlichen Realität? Oder gegenüber Euch selbst?
Ist das Misstrauen gegenüber dem Staat auch christlich - und nicht nur alttestamentlich - begründet? Bei Paulus haben wir eine pragmatische und durchaus kritische Sicht des Staates bzw. des Imperium Romanum - und trotzdem ist er meilenweit vom spätkapitalistisch-fun-gesellschaftlich-individual-liberalistischen Generalverdacht entfernt.
Das Lehramt dürfte es ähnlich sehen.
Und wer sagt, daß das Presidential Prayer Team voreingenommen betet? "Herr, gib, da? die Politik unseres Präsidenten sich durchsetzt"? Vielleicht beten Sie ja auch: "Laß, Herr, unseren Präsidenten das Rechte tun und erkennen"?
fono @ 12:38:01 | 17-06-2003|
Ich misstraue Politikern samt Staat erstmal generell. Oft genug hat sich das IMHO als richtig erwiesen, wenn man sich mal diverse Skandale der letzten Jahrzehnte betrachtet. Paulus sagt lediglich dass man der "Obrigkeit" gehorchen soll, solange es nicht gegen Gottes Gebote geht. Damit kann ich gut leben, und versuche ein ehrliches Schaf zu sein. :)
Ich habe übrigens garnichts gegen ein Gebetsteam für Politiker, das ist sehr wichtig. Aus meiner Sicht bringt es auch was, denn ich wage mir die Politik von Herrn Bush ohne das Gebet vieler Christen gar nicht vorzustellen. Bei unseren eigenen Verantwortlichen wird es da nicht anders sein, denn ich weiss, dass für Herrn Schröder sehr viel gebetet wird.
Benedikt @ 14:53:53 | 17-06-2003|
Genau das meinte ich mit: "über Politiker meckern und selber nix tun." Wenn die Leute über die ach so bösen Politiker meckern, sich in der Politik einbringen würden, dann sähs wahrscheinlich ein bißchen anders aus.
fono @ 23:33:06 | 17-06-2003|
@Benedikt
Alt und weise wie ich bin (LOL) k?nnte ich nun sagen, dass ich schon politisch aktiv war, als Du wahrscheinlich noch Ministrant gewesen bist. ;)
Ich habe es nur immer vorgezogen, mich von keiner Partei vereinnahmen zu lassen, und mich stattdessen über die Bürgerebene engagiert. In den letzten 13 Jahren habe ich dadurch auch immer wieder mal Einblicke in Parteienarbeit bekommen, was mich jedesmal in meiner Haltung bestätigt hat. Es ist doch in allen Parteien das gleiche Postengerangel und Hickhack um Firlefanz. Abgesehen davon wüsste ich auch derzeit keine Partei, in die ich mit gutem Gewissen eintreten könnte.
The Presidential Prayer Team Amerika, Du bist wahrhaftig anders. Des Präsidenten Beter-Team. 2,8 Millionen patriotische Beter: in welchem anderen westlichen Land wäre das möglich? Nicht, dass es nicht angebracht wäre für die Regierenden zu beten. Aber vielleicht mit etwas weniger Gewissheit, es würde die eigene Nation das einzig Richtige tun?
Trade Show Auch etwas, das bei uns kaum vorstellbar ist: eine katholische "Trade Show". Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In Chicago findet zur Zeit gerade die Catholic Marketing Network Trade Show statt.
Die Macht der Bloggs Haben Blooger den New York Times-Chefredakteur Howell Raines und seinen Stellvertreter Gerald Boyd zu Fall gebracht? Die englische Zeitung Sunday Times schrieb über den Rücktritt der beiden «New York Times»-Chefs: "Das schnelle Gift der Blogger bringt Chefredakteur zu Fall". - [Netzeitung]
[aufgeschnappt] "Mich erstaunen Leute, die das Universum begreifen wollen, wo es doch schon schwierig genug ist, in Chinatown zurechtzukommen." - [Woody Allen].
"Priesterinnen" ziehen Zwischenbilanz Die Wogen gingen hoch letztes Jahr, als sich 7 Frauen auf einem Donaudampfer zu Priesterinnen weihen ließen, es rauschte lautstark, aber nicht auf der Donau, sondern im Blätterwald. Mittlerweile ist es ganz ruhig geworden. Ganz ruhig? Nein, Christine Mayr-Lumetzberger, nach ihrem Verst?ndnis nunmehr römisch-katholische Priesterin, meldet sich wieder über die APA zu Wort. 15 neue Kandidatinnen aus Österreich, Deutschland und den USA bereiten sich nach ihren Angaben derzeit auf die "Priesterinnenweihe" vor. Ob auch dieses Mal wieder Romulo Braschi, der sich selber ganz bescheiden als "Erzbischof von München, Zürich, Buenos Aires und Salvador de Bahia" deklariert und sich der "katholisch apostolisch charismatischen Kirche Jesu König" hinzuzählt, die, wie er sagt, "nicht römisch" sei, das "Sakrament" spendet?
Die "Priesterinnen" des Vorjahres, berichtet Frau Christine Mayr-Lumetzberger, seien nun in der Seelsorge tätig. "Wir predigen, wir halten Trauungen und arbeiten in der Hospizbewegung mit", zudem noch Telefonseelsorge, weiters führten sie Gespräche und wirkten über E-mail. Auf Anfrage feierten sie auch die Eucharistie. - kathweb].
Über dieses Thema kann man in der katholischen Kirche vermutlich über Jahre hinweg nicht mehr ernsthaft diskutieren. Das immerhin haben diese Frauen geschafft. Ihnen gebührt ein herzlicher Dank von allen Traditionalisten. Niemand hat mehr dazu getan, diese Frage zu diskreditieren.
Robert Lowell: Mr. Edwards and the spider I saw the spider marching through the air, / Ich sah die Spinnen durch die Luft marschieren,
Swimming von tree to tree that mildewed day / von Baum zu Baum schwimmend an jenem moderigen Tage
In latter August when the hay / im späteren August, als das Heu
Came cracking to the barn. But where / knarrend in die Scheune kam. Aber wo
The wind ist westerly, / der Wind von Westen kommt,
Where gnarled November makes the spider fly / wo der knorrige November die Spinnen
Into the apparitions of the sky, / in die Erscheinungen des Himmels treibt,
They purpose nothing but their ease and die / haben sie nichts im Sinne als ihre Ruhe und sterben
Urgently beating east to sunrise and the sea; / eilig nach Osten dem Sonnenaufgang und dem Meere zu drängend.
What are we in the hands of the great God? / Was sind wir in der Hand des großen Gottes?
It was in vain you set up thorn and briar / Vergeblich habt ihr Dorn und Hecke
In battle array against the fire / in Schlachtenordnung gegen das Feuer gesetzt
And treason crackling in your blood; / und gegen Verrat, der in eurem Blute knistert;
For the wild thorins grow tame / denn der wilde Dorn wird zahm
And will do nothing to oppose the flame; / und wird nichts tun, der Flamme zu begegnen;
Your lacerations tell the losing game / eure Wunden zeugen von dem verlorenen Spiel,
You play against a sickness past your cure. / das ihr gegen eine Krankheit, die ihr nicht mehr heilen könnt, spielt.
How will the hands be strong? How will the heart endure? / Wie sollen die Hände stark sein? Wie soll das Herz ausharren?
A verly little thing, a little worm, / Ein sehr kleines Ding, ein kleiner Wurm,
Or hourglass-blazones spider, is it said, / oder eine Spinne mit dem Zeichen des Stundenglases kann, so heißt es,
Can kill a tiger. Will the dead / einen Tiger töten. Wird der Tote
Hold up his mirror and affirm / seinen Spiegel zeigen und
To the four winds the smell / den vier Winden den Geruch
And flash of his authority? It's well / und das Aufblitzen seiner Autorität bekräftigen? Es ist gut,
If God who holds you to the pit of hell, / wenn Gott, der euch über den Abgrund der Hölle hält,
Much as one holds a spider, will destroy, / ganz so, wie man eine Spinne hält, eure Seele
Baffle and dissipate your soul. As a small boy / zerstören, verwirren und zerreißen wird. Als kleiner Junge
On Windsor Marsh, I saw the spider die / sah ich im Windsor-Moor die Spinne sterben,
When thrown into the bowels of fierce fire: / als sie mitten ins wütende Feuer geworfen wurde:
There's no long struggle, no desire / es gibt keinen langen Kampf, kein Verlangen,
to get up on its feed and fly - / sich auf die Füße zu stellen und zu fliehen -
It stretches out its feet / sie streckt die Füße
And dies. This is the sinner's last retreat; / und stirbt. Das ist des Sünders letzte Zuflucht;
Yes, and no strength exerted on the heat / ja, und keine auf die Hitze ausgeübte Kraft
Then sinews the abolished will, when sick / versieht den aufgegebenen Willen dann mit neuen Sehnen, wenn sie, krank
And full of burning, it will whistle on a brick. / und voller Glut, auf einen Ziegel pfeifen wird.
But who can plumb the sinking of that soul? / Aber wer kann das Sinken dieser Seele ergründen?
Josiah Hawley, picture yourself cast / Josiah Hawley, stell Dir vor, du wärest
Into a brick-kiln where the blast / in einen Ziegelofen geworfen, wo die Hitze
Fans you quick vitals to a coal - / deinen lebendigen Körper zu Kohle bläst -
If measured by a glass, / Wie lange würde er,
How long would it seem burning! Let there pass / wenn man mit einem Stundenglase mißt, zu brennen scheinen! La? da
A minute, ten, ten trillion; but the blace / eine Minute, zehn, zehn Billionen vorübergehen; doch die Flamme
Is infinite, eternal: this is death, / ist unendlich, ewig: das ist der Tod,
To die and know it. This is the Black Widow, death. / zu sterben und es zu wissen. Das ist die Schwarze Witwe, der Tod.
Pilgrim. Reise durch die Klostergärten. Kommenden Sonntag stehen bekannte Klostergärten wie Melk, Seitenstetten oder Klosterneuburg, sowie die Botanischen Gärten von Wien, Graz, Innsbruck und andere Spezialanlagen wie der Japanische Setagaya-Garten in Wien dem Publikum zum Preis von 0 € offen. Der Tag der offenen Gärten steht in Zusammenhang mit dem österreichweiten Bildungsprojekt Pilgrim - Nachhaltigkeit & Religion(en). Das Projekt möchte den Diskurs über nachhaltige Entwicklung mit dem interreligiösen Dialog verknüpfen.
Christus muss diesen Kontinent beseelen Während also das politische Europa Gott keine Raum in der Verfassung zubilligen will, und selbst noch den Verweis auf die christlichen Wurzeln tilgt, fordete Johannes Paul II. in einer Botschaft an die Teilnehmer der "Europa-Vesper für den Frieden", die den Mitteleuropäischen Katholikentag einleitete, Christus müsse den Kontinent beseelen, wenn Europa ein versöhntes Miteinander von Menschen und Völkern sein will. Seit 2000 Jahren hätten Christen Leben und Kultur Europas geprägt, und auch in Zukunft wollten sie sich für die Mitgestaltung der Gesellschaft zur Verfügung stellen. - [ORF Religion].
Stellt sich mir allerdings die Frage, was tun, wenn Europa auf eine christliche Mitgestaltung der Gesellschaft wenig oder gar keinen Wert legt? Persönlich glaube ich, dass es für uns Katholiken zunehmend schwieriger sein wird im Strom der europäischen Gesellschaft "mitzuschwimmen". Immer mehr Reibungsflächen und ethische Kampfzonen tuen sich auf: Euthanasie, Abtreibung, Keimzellenforschung usf. Was, wenn diese Gesellschaft uns feindlich ist? Unterstützen wir heute jene, die uns morgen verfolgen ob unserer religiös motivierten Ablehnung bestimmter Praktiken? Wir Katholiken sind doch für jedes staatliche Gebilde verdächtige Gestalten, endet doch unser Horizont nicht an staatlichen Grenzen, sondern streift hinüber bis an den Rand der Ewigkeit. Im letzten sind wir einem anderen Herren verpflichtet, und nicht dem Staat.
In diesem Zusammenhang denke ich an den österreichischen Kardinal Theodor Innitzer, seine Rede anläßlich der Jugendfeier zum Rosenkranzfest am 7. Oktober 1938 im Stephansdom.
"Meine liebe katholische Jugend Wiens, wir wollen gerade jetzt in dieser Zeit umso fester und standhafter unseren Glauben bekennen, uns zu Christus bekennen, unserem Führer, unserem König und zu seiner Kirche."
7000 Jugendliche hören zu. Im Anschluss an die Feier kommt es vor dem Dom zur größten Demonstration im "Deutschen Reich" gegen die NS-Herrschaft. Die Jugendlichen skandieren lauthals und offen Sprüche wie "Bischof befiehl, wir folgen" oder "Ein Volk, ein Reich, ein Bischof".
Ein ungeheurer Affront für die Machthaber, die bekanntlich entsprechend hart zurückschlugen. Eine Woche später auf dem Heldenplatz eine nazionalsozialistische Gro?demonstration: "Die Pfaffen an den Galgen", "Nieder mit dem Klerus", "Innitzer nach Dachau", "Zum Teufel mit den Jesuiten", "Ohne Juden, ohne Rom, wird erbauet Deutschlands Dom", "Innitzer und Jud, eine Brut".
Die katholische Kirche Österreichs wurde vollständig aus dem öffentlichen Leben verbannt, sie ging in den Untergrund, sozusagen zurück in die Katakomben, und gebar neuerlich Glaubenszeugen, Märtyrer, wie beispielsweise Franz Jägerstätter.
Ja, ja, EU-Europa ist nicht Nazi-Deutschland, der Vergleich verbietet sich. Und dennoch sollten wir die Kampfsprüche dieser Zeit nicht völlig aus den Augen verlieren. Vielleicht, dass irgendwann einmal der eine oder andere wiederkehrt. Warum sollte es den Knechten und Dienern unseres Herrn besser ergehen als diesem? Weil es hierzulande 50, 60 Jahre ruhig war? Wer kennt sie nicht? Die Ruhe vor dem Sturm? --- Da ging, mag sein, der alte Pessimist in mir durch. Wir werden sehen.
Europa ohne Gott Am späten Dienstagabend wurde in Brüssel der Text zur Präambel der EU-Verfassung veröffentlicht. Nach dem Willen des Konventspräsidiums findet darin Gott keinen Platz. Selbst die Erwähnung der christlichen Wurzeln Europas wurde zugunsten einer schwammigen Erklärung bezüglich der "kulturellen, religiösen und humanistischen Überlieferungen Europas" unterdrückt. - [ORF Religion].
Europa missachtet seine eigenen Wurzeln, seine Herkunft. Wie kann man einem Gebilde vertrauen, dass so wenig Achtung vor sich selber, der eigenen Vergangenheit hat? Dieses Europa wird mir allmählich wenig geheuer. Mal sehen, was in der Zukunft aus seinem Schoß kriecht.
"Der Papst steht vor dem Denkmal seiner selbst" "... Zwei leere Hände und eine gebrochene Stimme sind seine Waffen. Doch mit diesen Waffen veränderte Papst Johannes Paul II. immer wieder die ganze Welt. ..."
Zum Anlass der 100. Missionsreise Johannes Paul II. bringt Die Welt eine ausführliche Würdigung des "Marathonmann Gottes". - [Die Welt: Vermischtes].
"I plan to be a good bishop, not a gay bishop." In New Hampshire wurde Rev. Gene Robinson, 56, zum Bischof gewählt. Robinson war verheiratet und hat 2 heranwachsende Kinder. Dann allerdings verließ er seine Frau und bekannte sich zu seiner Homosexualität. Heute lebt der zukünftige Bischof mit seinem Freund zusammen. Nach seiner Wahl forderte der frischgebackene Bischof seine Wähler auf, freundlich mit jenen umzugehen, die mit ihrer Entscheidung nicht übereinstimmen. "We will show the world how to be a Christian community. I plan to be a good bishop, not a gay bishop." - [USA TODAY].
Kultur des Todes: Killing Me Softly In Sydney, Australien, ging am 1. Juni der "Internationale Euthanasiekongress" zu Ende. Etwa 150 zumeist ältere Teilnehmer konnten sich unter anderem auch über den vom australischen Arzt und Euthanasie-Aktivist Philip Nitschke entwickelten Selbstmordapparat "COGen" informieren, der mittels einer tödlichen Dosis Kohlenmonoxyd "softly" killt. Untern den Teilnehmern befand sich auch die ehemalige Krankenschwester Lesley Martin, die sich in Neuseeland wegen der Tötung ihrer Mutter verantworten muß. Martin will den Prozeß für ihren Kampf zur Legalisierung der Euthanasie nutzen. Der Zeitpunkt dafür sei günstig, meint Martin, da im neuseeländischen Parlament in Kürze die Debatte eines Gesetzes zur Legalisierung der Euthanasie erfolge. - [kathweb].
Auch in England wird diese Debatte bald geführt. In einem offenen Brief an das "House of Lords" bezogen die katholischen Bischöfe des Landes dazu Stellung. Eine Legalisierung der Euthanasie oder die Beihilfe zum Selbstmord komme einer vorsätzlichen Tötung gleich. - [ZENIT].
Euthanasie - die logische Konsequenz einer gottlosen Welt. Für mich eine Bestätigung mehr, dass eine solche Welt geisteskrank ist. Killing me softly. Kultur des Todes.
Freude und Frieden. Vortrag vor dem Generalkapitel der Franziskaner 2003 Unsystematische Auszüge aus einer Ansprache des Predigerbruders Timothy Radcliffe, O.P., auf dem gegenw?rtigen Generalkapitel der Franziskaner in Assisi:
"... Christi Leben war von der Krise gezeichnet. In der Tat gelangt seine Mission an ihre letzte Krise beim Letzten Abendmahl. Jesus hat seine Jünger um sich versammelt, doch die Gemeinschaft steht kurz davor zu explodieren. Judas hat ihn schon verkauft; Peter ist im Begriff, ihn zu verleugnen. Die meisten der anderen Jünger werden weglaufen. Jesu Leben driftet auf Versagen und Niederlage zu. Doch genau in diesem Moment vollzieht er die hoffnungsvollste aller Gesten: Er nimmt Brot und reicht es seinen Jüngern: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ Als die Gemeinschaft in Stücke geht, verkündet er den neuen Bund. Jede Eucharistie, die wir feiern, inszeniert diese fortwährende und transzendierte Krise. Wir brauchen die Krisen nicht zu fürchten. Die Kirche wurde in einer geboren. Die Nachfolge Christi muss durch Krisen hindurchgehen. ...
... Franziskus wies die Welt seines Vaters zurück, der ein Kaufmann war, ein Mann des Marktes. Doch von jenem Tag an wurde die Welt ein Marktplatz. Alles ist eine Komödie geworden, mit einem Preis. In der Zeit des Franziskus und des Dominikus dachte niemand daran, dass jemand Land absolut besitzen könnte. Einer mag dessen Gebrauch besitzen, doch das Land gehört Gott. Dem Aquinaten zufolge war jeder Privatbesitz durch das Gemeinwohl der Menschheit begrenzt. Doch schrittweise ist alles zum Verkauf freigegeben worden auf dem Marktplatz der modernen Welt: Land und Wasser, und vor allem Menschen. ...
... Zum Ersten müssen wir an diesen Orten des Leidens präsent sein. Das bedeutet, dass wir riskieren müssen, uns der Gewalt dieser Welt auszusetzen. Die nicht bullierte Regel zitiert Matthäus: "Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die W ölfe“ (Mt 10,16 = NbReg 16,1). Die erste Anforderung ist die, dort zu sein, verletzlich und ungeschützt gegenüber der Gewalt der Welt. Nicht alle W ölfe k?nnen so leicht gezähmt werden wie der von Gubbio. Ich war überrascht festzustellen, als ich als Meister der Dominikaner herumreiste, dass an jedem dunklen und gewalttätigen Ort, den ich besuchte, die Kirche zugegen war. Es gab dort Priester und Ordensleute, besonders Schwestern. Als alle anderen fortgegangen waren – die Geschäftsleute, die Diplomaten, sogar die meisten Hilfsorganisationen –, blieben wir da. ...
... Das Martyrium ist die Verweigerung aus Gewissensgründen gegen all jene, die die Intoleranz eines heiligen Krieges unterstützen; es ist der Anti-Kreuzzug. ... “
Mosebach vs. Harnoncourt, ein Streitgespräch Martin Mosebach und Philipp Harnoncourt diskutierten in der katholischen Akademie München über die Liturgie. Mosebach, Schriftsteller und Streiter wider die Häresie der Formlosigkeit, fuhr unter dem Beifall eines Teiles der Zuhörer schwere Geschütze auf, die Argumente sind ja aus seinem Buch bekannt. Harnoncourt, katholischer Priester und Theologe, Bruder von Nikolaus Harnoncourt, hielt dagegen, dass auch die ins Ideal verklärte vorkonziliarer Liturgie ihr eigenes Maß an Missständen aufwies. Nach seiner Ansicht bewirkte die Liturgiereform ein besseres Erfassen der liturgischen Geheimnisse und eine intensivere Teilnahme am Gottesdienst. - [Münchener Kirchenzeitung].
Hat die Liturgiereform tatsächlich ein besseres Erfassen der liturgischen Geheimnisse bewirkt? Eine intensivere Teilnahme am Gottesdienst zur Folge? Zieht man die aktuellen Ereignisse, deutlich sichtbar geworden am Rande des ÖKT, ins Kalkül, bin ich mir dessen ganz und gar nicht sicher. Eher scheint es mir so, dass leider Gottes viele Katholiken keine rechte Ahnung mehr davon haben, was die liturgischen Geheimnisse, im besonderen jenes der Eucharistie, beinhalten. Was das Geschehen ganz da vorne am Tisch - nennt man das Ding nicht Altar? - über die eigene gegenwärtige Stimmungslage hinaus eigentlich soll? Siege haben bekanntlich viele Väter. Niederlagen allerdings auch. Die Liturgie ist nicht die Krankheit, sie ist deren Symptom.
Matrix Reloaded im Lande der Pharaonen Agent Smith hätte seine helle Freude. Die ägyptische Zensurbehörde verbot den Film Matrix Reloaded von Andy und Larry Wachowski mit überwältigender Mehrheit. Der Streifen setze sich in einer dem Islam widersprechenden Art und Weise mit der Frage der Schöpfung auseinander und verherrliche Gewalt. Träumt weiter, würde Agent Smith sagen, träumt vor Euch hin! Lasst Euch durch nichts im Schlaf stören. - [ORF Religion].
Ich habe den Film (noch) nicht gesehen. Vermutlich werde ich warten, bis er irgendwann mal im Fernsehen läuft. Die Entscheidung der Zensurbehörde ist allerdings bemerkenswert. Letztlich verbieten sie den Film wegen Gotteslästerung. Der ersten Teil kam in Ägypten noch in die Kinos. Soweit ich mich erinnere ist auch dieser von (pseudo)religi?sen Inhalten durchsetzt. Religion als Filmzitat. Den Hype um Matrix kann ich nicht ganz nachvollziehen. So ästhetisch sie auch präsentiert werden, bleiben die Kampfszenen dennoch choreographierte Gewalt ohne tieferen Sinn. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an eine Szene im Film Apocalypse Now. Darin greifen Hubschrauber frühmorgens vom Meer her, die aufgehende Sonne zur Tarnung im Rücken, ein vietnamesisches Dorf an. Einer der Hubschrauber bläst aus riesigen Lautsprecherboxen Wagners "Ritt der Walküre" auf das verschlafene Dorf hinab. Eine beeindruckende Szene, durchaus ästhetisch. Und gerade deshalb, wegen ihrer "Sch?nheit" und der damit verbundenen Kraft der Verführung, abstoßend. "Apocalypse Now" ist, wie ich meine, ein großer Film, wenngleich auch kein wirklich bedeutendes Plädoyer gegen den Krieg. "Matrix Reloaded" ist mit Sicherheit letzteres nicht, will es auch nicht sein. Ist es ein großer Film? Sobald der Film im Fernsehen lief, werde ich mir dazu eine Meinung bilden. Nur wird das dann kaum mehr jemanden interessieren ... es sei denn, "Matrix Reloaded" z?hlte ä tats ächlich zu den großen.
"Lug und Trug" "Heimtücke", "Lug und Trug", mit diesen wenig schmeichelhaften Worten würzte der Moskauer Patriarch Aleksij II.ein Interview, dass er der russischen Tageszeitung "Iswestija" gab. Der Patriarach bezieht sich darin auf die Mitte Mai vom Vatikan angekündigte Neuordnung der katholischen Diözesanstrukturen in Kasachstan. Dahinter stecke eine Expansionspolitik, durch die neben der orthodoxen Kirche eine alternative Kirche aufgebaut werden solle. Dazu ist allerdings anzumerken, dass in Kasachstan rund 200.000 Katholiken leben und der bei weitem wichtigste Vorposten der katholischen Kirche in Zentralasien ist. Das Moskauer Patriarchat beansprucht sämtliche Gebiete der ehemaligen Sowjetunion als "kanonisches Territorium", aus dem sich die katholische Kirche herauszuhalten habe. - [ORF Religion].
Was würde wohl Aleksij II. sagen, erklärte der Vatikan ganz Mittel- und Westeuropa zum kanonischen Territorium, in dem die orthodoxe Kirche nichts zu suchen hätte? Es dürfe hier keine orthodoxen di özesanen Strukturen geben? Die orthodoxen Bistümer seien aufzul ösen? Was würde er sagen, wenn die katholische Kirche Konversionen von West- und Mitteleuropäern zur Orthodoxie ebenso heftig kritisierte und bekämpfte, wie es die russische Orthodoxie im umgekehrten Falle tut? Zudem nicht die lateinische Kirche der "Feind" ist, sondern die sich auf kurz oder lang auch nach Russland hin ausbreitende religiöse Gleichgültigkeit, das Schwinden der christlichen Hör- und Sehkraft, der Wahn des Konsumatheismus. Statt dessen wird "auf Teufel komm 'raus" (im wahrsten Sinne des Wortes) um Einflusssphären und Macht gestritten. Falls es allerdings stimmt, dass es seitens des Vatikans vor Errichtung der katholischen Diözesanstruktur in Kasachstan keinerlei Konsultationen mit dem russischen Patriarchat gab, ist dies ein Lehrstück mangelhafter Sensibilität im Umgang mit der Orthodoxie.
"Kloster" Seeon Es ist schon seltsam wie sehr Grenzen unsere Wahrnehmung trüben. 50 Kilometer von Salzburg entfernt liegt der Chiemsee, knapp eine halbe Stunde Fahrtzeit über die Autobahn. Und trotzdem ist das ganze Gebiet, der Chiemgau, eine "Terra incognita" für mich. Erst das Rokokojuwel Raithenhaslach lenkte meine Aufmerksamkeit über die nahe Grenze. Deutschland als Urlaubsland, ich hätte nicht gedacht dies jemals zu sagen, ist tatsächlich eine Alternative. Heute nach der Messe stöberte ich im Internet nach m?glichen Ausflugszielen und stieß dabei auf das ehemalige Benediktinerkloster Seeon. Auch Seeon ist wie Raithenhaslach 1803 der unseligen Säkularisation erlegen. Und auch diese Kirche ist ein Juwel, das einen Besuch lohnt. Ein spötgotischer Bau, der eine ungewöhnliche Besonderheit aufweist. Ein Brand im 16. Jahrhundert verschlang fast das gesamte Kloster. Auch das Dach der Kirche brannte, lichterloh brennend stürzte der Dachstuhl auf das Gewölbe herab, das aber diesem feurigen Schlag widerstand. Die Fresken im Inneren hingegen waren rußgeschw ärzt und verwüstet. So kam die Kirche zu neuem Freskenschmuck im Stil der Renaissance. Keine andere Kirche in Deutschland kann auf derart reichhaltige Renaissancefresken verweisen. Ein nicht g änzlich unbekannter Landsmann von mir war übrigens h äufiger Gast im Kloster Seeon: Wolfgang Amadeus Mozart, der nicht nur auf der Seeoner Orgel spielte, sondern hier die beiden Offertorien "Scande coeli limina" und "Internatos molierum" komponierte. Kleiner Tipp am Ende: der Kirchendiener von Seeon führt unentgeltlich durch Kirche, Sakristei und Kreuzgang (freiwillige Spenden erbeten) und erz ählt lebhaft und mit großer Sachkenntnis von der 1000jährigen Geschichte des ehemaligen Klosters.
Gustavo Gutierrez wurde 75 Gestern feierte Gustavo Gutierrez seinen 75. Geburtstag. Er zählt zu den Begründern und wichtigsten Vertretern der Befreiungstheologie.Mit seinem Buch 1971 erschienenen Buch "Theologie der Befreiung" gab der Bewegung ihren Namen. Bekanntlich betrachtete man in Rom einige Inhalte dieser Strömung mit großer Skepsis. Gutierrez selbst räumte durchaus auch "Übertreibungen, sogar einige Irrtümer" in der Theologie der Befreiung ein. - [ORF Religion.
Persönlich bin ich der Ansicht, dass diese Übertreibungen und Irrtümer im Vergleich zu dem, was sich zur Zeit hier in Europa, vor allem Deutschland, abspielt, Kleinigkeiten sind. Diesem Kampf, der Auseinandersetzung mit dem katholischen Protestantismus, muß sich die Kirche erst noch stellen. Ich schätze, davor hat sie Angst, zumindest einige der Bischöfe in Deutschland. Naja, jedenfalls alles Gute zum Geburtstag, Gustavo Gutierrez! Dein Werk war für die Kirche wichtig und letztlich nahe den Inhalten Johannes Paul II., etwas, was man von den deutsch-katholischen Protestanten auch mit bestem Willen nicht behaupten kann.
"Wieso habt ihr mir nicht geholfen?" Eine 14-jährige wird von einem betrunkenen 19-jährigen angefallen, auf offener Straße sexuell missbraucht. Das Mädchen ruft um Hilfe. Passanten gehen vorbei, aus einem Fenster sehen 3 Männer interessiert zu. Reality TV Live. Gegen drei bisher bekannte Passanten wird wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt. - [Die Welt].
"Wieso habt ihr mir nicht geholfen?" Warum hätten sie? Warum sich die Mühe machen, wenn man doch selber nicht betroffen ist? Warum sich den Ärger antun? Besser, man wendet sich ab, geht schnell weiter, hat nichts gesehen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Lassen wir doch den Mensch, das Mädchen, in die Hände des Menschen, des Betrunkenen, fallen. Nächstes Mal wird man sich schon von weitem abwenden, darauf achten, nicht erkannt zu werden. Damit man Hilfeleistung unterlassen kann, ohne deshalb belangt werden zu können. Schließlich hat man doch selber nicht das geringste getan?!
Veni, Sancte Spiritus Veni, Sancte Spiritus. Komm, Heiliger Geist, heilender Geist, erneuere das Antlitz der Erde. Während der Pfingstmesse in Maria Plain kam mir der Gedanke, dass eine gottlose Welt eine Welt des Wahnsinns ist. Möglicherweise sind alle Atheisten wahnsinnig, geisteskrank, und wissen es selber nicht. Dabei ist diese Krankheit heute so weit verbreitet, dass sie als völlig normal erscheint. Unter einer Mehrzahl von Kranken sind die Gesunden die Abnormität. Viele Jahre lang lebte ich diese kranke Normalität, lebte sie, bis meine Seele ausgezehrt war, verschlissen und dünn wie Seidenpapier. Vielleicht, dass ich erst dann bereit war für eine Genesung. Auch wenn mich kein Blitz aus dem Himmel ereilte, ich nicht blind vor Damaskus in den Staub fiel, weiß ich doch recht genau um Ort und Zeit, an dem meine Genesung begann. Es war in der Fastenzeit, die Woche vor dem Palmsonntag, in der Chiesa di San Miniato al Monte, der Kirche des Heiligen Minias auf einem kleinen Berg nahe der Altstadt von Florenz. Brave Bildungsbürger, die wir sind und waren, folgten meine Frau und ich getreu den Anweisungen unseres Reiseführers „Kunst & Architektur Florenz“, der uns von der Brüstung der Piazzale Michelangelo einen herrlichen Ausblick auf die historische Altstadt versprach. Nachdem wir diesen eingeholt hatten, lasen wir im Führer, dass unweit von hier die Kirche von San Miniato al Monte läge, die "zu den bedeutendsten romanischen Gebäuden von Florenz“ zählt. Also gingen wir zu Fuß die kurze Strecke zur Kirche hinauf, um uns kein bildungsbürgerliches Versäumnis vorwerfen zu müssen. Es war kurz vor Sonnenuntergang, die Fassade der Kirche, wie oft in der Toskana aus weißem und grünem Marmor, leuchtete grüngolden. Durch die offene Türe sandte die tief stehende Sonne ihre Strahlen längs durch das ganze Kirchenschiff. Wir schritten über die durch Inkrustationen gezierten Platten des Marmorbodens, vorbei an den Säulen und Pfeilern, bis zum Ende der Sonnenstrahlen nahe Michelozzos Marmorziborium. Aus der Krypta vernahmen wir Gesang: Olivetanermönche beim Gotteslob. Wir setzten uns hinten auf eine der Bänke und hörten zu. Ich habe kaum ein Wort verstanden, dennoch begann mir ein kleines, noch sehr zaghaftes Licht aufzugehen. Das war der Beginn meiner Heimkehr, meiner Genesung, die in derselben Woche in der Patriarchalbasilika des Heiligen Franziskus in Assisi bedeutende Fortsetzung fand. So darf ich als Geburtshelfer meines wiedergefundenen Glaubens Sankt Minias und Sankt Franziskus benennen.
Das Europa der Pilger. Der Glaube hat Füße. Ein Interview mit Kardinal Christoph Schönborn über den ersten Mitteleuropäischen Katholikentag. 20 Jahren gab es keinen Katholikentag in Österreich. Normalerweise finden sie alle 10 Jahre statt, also wäre 1993 eigentlich einer "fällig" gewesen. Aber, wie der Kardinal im Interview sagt: " ... dann waren sehr schwierige Jahre, in denen nicht die Kräfte da waren, einen Katholikentag auszurichten." Schwierige Jahre: die Causa Groer? Kirchenvolksbegehren? - [Salzburger Nachrichten].
O terra, addio Sehnsucht, Sehnsucht, Sehnsucht, die du aus dem Herz der Menschen strömst und strömst und strömst: wohin begibst Du Dich?
Diese Worte, wenn mein Gedächtnis nicht trügt, bilden sie den Beginn eines Textes von Peter Altenberg. Sehnsucht, Sehnsuch, Sehnsucht. In jener Zeit, als mir der Glaube fremd war, ein Buch mit sieben Siegel, strömte aus mir, meinem Herzen, beim Hören bestimmter Musik, insbesondere Verdi, eine Sehnsucht, die meine Seele mit tiefer Traurigkeit füllte. O terra, addio (RealPlayer).
O terra, addio; addio, valle di pianti ... / Leb wohl, o Erde, o du Tal der Tränen,
Sogno di gaudio che in dolor svan?. / Verwandelt ward der Freudentraum in Leid;
A noi si schiude il ciel e l'alme erranti / Es schließt der Himmel seine Pforten auf,
Volano al raggio dell'interno d?. / Und unser Sehnen schwinget sich empor ...
Ah! si schiude il ciel. / Zum Licht der Ewigkeit.
O terra, addio; addio, / Leb wohl, o Erde,
valli di pianti ... / o du Tal der Tränen ...
...
... si schiude il ciel e l'alme erranti ... / Und unser Sehnen schwinget sich ...
Volano al raggio dell'eterno d?. / ... empor zum Licht der Ewigkeit.
... il ciel ... / ... zum Himmel ...
... si schiude il ciel! / Zum Licht der Ewigkeit!
...
Pace t'imploro, / Sei dir der Frieden!
... pace, pace ... / ... Frieden, Frieden ...
... pace! / ... Frieden!
Wohin sollte den mein Sehnen, meine Sehnsucht, sich emporschwingen, da ich nicht zu benennen vermochte, wonach ich mich eigentlich sehnte? So verströmte sich ziellos ihre Kraft bis sie zurückkehrte in das Herz, aus dem sie aufgestiegen war. Dort gebar sie Traurigkeit. Letztlich verdanke ich meinen Glauben der Sehnsucht. Damals wie heute weiß ich, dass wir nur Gast sind auf dieser Erde. Wir gleiten hindurch, fast unbemerkt. Doch damals wußte ich nichts von der Heimat meines Herzens, erkannte nicht das Ziel der Sehnsucht, die aus meinem Herzen strömt und strömt und strömt. Wohin Du Dich begibst, weiss ich nun wohl. Es schloß der Himmel seine Pforten auf, er taute den Gerechten, es regneten die Wolken ihn herab, Alleluia!
The New Catholic Media Scipio lenkte meine Aufmerksamkeit auf einen Artikel von Mark Shea, einem katholischen Blogger, der sich mit dem Phönomen katholischer Blogs auseinandersetzt. In unseren Landen sind diese noch nicht einmal ein Kräuseln auf der Oberflöche der zugleich tiefen wie oftmals recht seichten Wasser des Internets. In den Vereinigten Staaten scheint dies aber ein wenig anders zu sein. Shea schreibt, dass Amy Welborn, eine bekannte katholische Bloggerin in den Staaten, täglich 2000 Zugriffe auf ihr Weblog verzeichnen kann. Shea schreibt, dass damit die Reichweite von Welborn's Blog einem monatlich erscheinenden Magazin mit einer Leserschaft von 60.000 Personen entspricht. "Very respectable in the world of the Catholic press." - [Mark Shea]
Innsbrucker Theologischer Leseraum Sehr empfehlenswert: Innsbrucker Theologischer Leseraum, den ich meiner Linksammlung "Links für Katholiken" hinzufügte.
Seneca Ich bin, keine große Neuigkeit, ein Pessimist. Gäbe es nicht unsere Heimat im Himmel, jenes Versprechen, das uns gegeben wurde, wäre nicht jene Hoffnung, die Beginn und Anker meines Blogs und meines Lebens bildet, wie sollte man sonst der Verzweiflung entgehen? Aber ich bin von der Sache abgeirrt, wollte ich doch von Seneca schreiben, angeregt durch mein Zitat, "Homo homini lupus", dass zwar nicht von Seneca ist, sondern von Plautus, dessen Gedanken aber Seneca teilt. Lucius Annaeus Seneca, der Mann sagte einige kluge Dinge, die jedem Zeitalter angemessen sind.
Es folgen dir, wohin du auch gehst, deine Fehler. - Leider, leider, diese Erfahrung machte auch ich, nimmt man sich selber stets und überallhin mit. Alles kann man zu Hause lassen, sich selber aber nicht.
Nirgends ist, wer überall ist. - Durchaus auch in geistigem Sinne zu verstehen. Wer alle Standpunkte zu teilen versteht, überall ist, hat selber keinen. Wer keinen Standpunkt hat, fällt um.
Was sorgst du dich um Gefahren wie Feuersbrunst, Schiffbruch oder Verkehrsunfall: vom Menschen droht dem Menschen tägliche Gefahr. Selbst wilde Tiere greifen uns nicht von sich aus an, aber dem Menschen gefällt es, den Menschen zugrunde zu richten. - Eine Variante des "der Mensch ist dem Menschen ...".
Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir. - Etwas überraschend, nicht wahr? Wer mag wohl diesen Ausspruch umgekehrt haben? Generation um Generation wurde eingepaukt, sie würde, wie der Lateiner sagt, "non scholae, sed vitae discimus". Und dabei sagte "der Lateiner", zumindest Seneca, das Gegenteil: "Non vitae, sed scholae discimus".
Kinderspiele sind's, die wir da spielen. An überflüssigen Problemen stumpft sich die Schärfe und Feinheit unseres Denkens ab; derlei Erörterungen helfen uns ja nicht, richtig zu leben, sondern allenfalls, gelehrt zu reden. Lebensweisheit liegt offener zutage als Schulweisheit. - Recht zu leben lehrt die Schule nicht. Dafür lernen wir frühzeitig, wie wichtig es ist im Leben die Megakohle zu machen.
Du weißt, was eine gerade Linie ist. Was im Leben gerade ist, weißt du nicht. - Woher auch? Ist nicht in heutigem Sinne jede Linie gleichberechtigt? Man darf schließlich das Krumme nicht diskrimieren.
Den Willigen führt das Schicksal, den Widerstrebenden schleppt es mit. - Ich ziehe es vor im Führenden Gott zu erkennen, und nicht ein anonymes Schicksal. Gott wird mich, mag ich wollen oder nicht, an ein Ende bringen. Und so ich mich seiner Führung willig füge, hoffe ich, dass es ein gutes Ende sein wird.
Volles Boot Österreich will sich ein neues Asylgesetz geben. Von meinem Erzbischof, Alois Kothgasser, wurden massive Einwände dagegen vorgebracht. Nach seiner Ansicht, die von der Caritas, der Diakonie und einigen Verfassungsexperten geteilt wird, besteht "eine evidente Gefahr der Verletzung elementarer Menschenrechte". - [ORF Religion]
Erst kommt das Fressen, dann die Moral, so lautet die Devise des Tages. Wir leben in einer nachchristlichen Gesellschaft. Vielleicht werden unsere atheistischen Freunde, die den Tag einer religions- und gottlosen Gesellschaft kaum mehr erwarten können, bald die Früchte ihrer Hoffnungen ernten. Vielleicht, dass diese Früchte ihnen dann bitter und giftig sind. Vielleicht sehen sie jene nackte Walze einer Geschichte ohne Christus über Europa hinwegrollen, den Menschen vollständig in die Hände des Menschen fallen. Und wehe dann ihm! Homo homini lupus. Der Mensch ist dem Menschen schlimmer als jeder Wolf. Böll sah noch den Raum für die Wehrlosen, die Alten, die Nutzlosen, die Verbrauchten und Kranken, die überzähligen Embryonen, bestimmt zum Verbrauch, die Flüchtlinge, die sich ins Boot des vergleichsweise reichen Europas retten wollen ... Nun wird dieser Raum wieder ein kleines Stück enger. Das Boot ist voll. Und Christus seit 2000 Jahren, so meinen sie, tot. Möge sich Gott unser erbarmen. Wir Menschen tuen es nicht.
Capitulum Generale Ordinis Fratrum Minorum Heute wurde auf dem Generalkapitel der Franziskaner der neue Ordensgeneral gewählt. Bruder José Rodriguez Carballo wurde von den Brüdern in Santa Maria degli Angeli in Assisi zum 119. Nachfolger des Heiligen Franziskus bestimmt. Damit übernimmt Br. José die oberste Aufsicht über 16.000 Minderbrüder, die über alle 5 Kontinente und in 110 Ländern verstreut sind.
Ansichten eines Böll " ... Doch die andere Vorstellung ist weit gespenstischer: wie diese Welt aussähe, hätte sich die nackte Walze einer Geschichte ohne Christus über sie hinweggeschoben; Baal und Mammon, die aztekischen Götter. Ich überlasse es jedem einzelnen, sich den Alptraum einer heidnischen Welt vorzustellen oder einer Welt, in der Gottlosigkeit konsequent praktiziert würde: den Menschen in die Hände des Menschen fallen zu lassen. Nirgendwo im Evangelium finde ich eine Rechtfertigung für Unterdrückung, Mord, Gewalt; ein Christ, der sich ihrer schuldig macht, ist schuldig... (Aber) unter Christen ist Barmherzigkeit wenigstens möglich...
Ich weiß: die Geschichte der Kirchen ist voller Gräuel; Mord, Unterdrückung, Terror wurden ausgeübt und vollzogen, aber es gab auch Franziskus, Vincent, Katharina...
Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab, für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache, und mehr noch als Raum gab es für sie Liebe, für die, die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erschienen und erscheinen ...". - (Heinrich Böll, in "Was halten Sie vom Christentum", List Bücher, Nr. 105, S. 22, München, 1961).
Das kontrastiert recht nett mit den Aussagen des Theologen Joachim Wiesmeyer. Und der Autor dieser Zeilen ist nun sicherlich nicht verdächtig, Wasserträger besonders klerikaler und konservativer Kreise gewesen zu sein. Was ist nur mit den deutschen Theologen los? Das ist ja wie eine ansteckende Krankheit. Die einen geben den Glauben an Christus, die Sakramente und die Auferstehung verloren, die anderen befürworten und fordern Handlungen, die Schläge ins Antlitz Christi sind, das uns aus den Evangelien ins Angesicht blickt.
Du Herr der Völker und der Zeit, gib du Europa dein Geleit Auch das Internet hat seine Grenzen. Lese ich doch im Newsticker von kathweb, es gäbe ein eigens für den Mitteleuropäischen Katholikentag komponiertes Lied - Du Herr der Völker und der Zeit, gib du Europa dein Geleit ... - und kann es partout nicht im weltweiten Netz aus Flüssigem und Überflüssigem finden.
Kommenden Dienstag wird der rund ein Jahr lang andauernde Katholikentag, der unter dem Motto "Christus - Hoffnung Europas" steht, mit einer Vesper im Stephansdom eingeläutet. Erwartet werden ausser den Gläubigen die übliche Poliprominenzen. Ginge es nach mir, würden diese Leute ganz hinten auf den schlechtesten Plätzen sitzen. Aber ich habe auch ein gestörtes Verhältnis zur Staatsautorität. Das Programm wird ein ziemliches Spektakel: Filmessays, Dichterlesungen, Mozarts Requiem, Haydns Schöpfung, die unvermeidlichen Ansprachen ... Immerhin bleibt noch Platz für das Pfingstevangelium, gelesen von meinem Bischof, dem Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, Kardinal Schönborn predigt danach zum Thema "Christsein in Europa". Dann wieder Filmsequenzen, eine feierliche Prozession des Gnadenbilds von Maria Pocs, eine filmische Meditation zum "Vater Unser" undsoweiter undsofort. Das erzene Schlußwort hat die Pummerin (mp3).
Na gut, ich geb's ja zu: ich wäre auch ganz gerne dabei. - [Newsticker kathweb]
Soylent Green. Zu alt zum Leben. Der Staat muss sparen, an allen Ecken und Enden. Und zu den großen Brocken der finanziellen Last zählt das Gesundheitswesen. So ist nicht weiter erstaunlich, dass auch hier der Rotstift angesetzt werden soll: wo viel ausgegeben wird, kann viel eingespart werden. Zum Staunen, nein: zum Erschrecken ist aber der Vorschlag, den der Theologe Joachim Wiesmeyer in die Diskussion einbrachte. Wiesmayer lehrt an der Universität Bochum katholische Theologie und Christliche Soziallehre. Nach seiner in der Fernsehsendung "Report aus Mainz" geäusserten Ansicht seien vor allem medizinische Leistungen für Jüngere bereitzustellen. Ab einem gewissen Alter sollten diese nicht mehr von der Öffentlichkeit finanziert werden. Bloße Schmerzbehandlung, so Wiesmayer, sei ausreichend. Als Altersgrenze werden 75 Lebensjahre genannt. Wer über dieses Alter hinaus Krankheiten behandeln lassen möchte, müsse die Kosten selber tragen.Soylent Green lässt grüßen.
Dieser Vorschlag ist selbstverständlich in keinster Weise christlich. Umso erschreckender, dass er von jemanden gemacht wurde, der sich sozusagen von Berufs wegen damit befasst. - [WDR]
Christenverfolgung 2002 Das katholische Hilfswerk Kirche in Not will mit einem jährlich erscheinenden Bericht auf die Verfolgung und Diskriminierung von Christen in vielen Ländern dieser Erde hinweisen. Der erste Band, Gewalt gegen Christen im Jahr 2002, ist jetzt erschienen und steht allen Interessierten unentgeltlich zur Verfügung. Laut dem Geschäftsführer von Kirche in Not Deutschland, Klaus Wundlechner, hat die Gewalt gegen Christen im letzten Jahrhundert einen historischen Höchststand erreicht: "Keine große Religionsgemeinschaft wird so stark verfolgt wie das Christentum." Wundlechner bedauerte, dass dieses Thema auf dem Ökumenischen Kirchentag praktisch keine Rolle spielte.Ökumene, meint er, sei nirgendwo einleuchtender und dringender als beim gemeinsamen Einsatz für verfolgte Mitchristen. - [Kirche in Not]
Lesung des heutigen Tages Sehr passend, die heutige Lesung:
Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat. Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen. Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen. Seid also wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen. - [Apg 20, 28-31: Abschiedsrede des Paulus in Milet]
Die Prügel von allen Seiten, die ich für Mixa angekündigt habe, schon sind sie da:
" ... Als zu scharf kritisierte Carl-Peter Klusmann von der Initiative "Kirche von unten" die Entscheidung Mixas ... Auch die kirchenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Christa Nickels, kritisierte die Suspendierung des Priesters. Es sei eine "bittere Pille", dass nur drei Tage nach dem Kirchentag diese Konsequenzen gezogen würden ... Bedauern über die Entscheidung äußerte auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Kues ..." - [ZDF heute magazin]
Mixa ist ein breites Kreuz zu wünschen. Und damit ist nun in erster Linie tatsächlich das Rückgrat gemeint. Wenngleich bei seinem Amt das eine vom anderen nicht zu trennen ist. Wer sein Jünger sein will ...
Suspendierung II Nun gut: ich habe mich getäuscht. Eben sehe ich, dass Bischof Mixa von der Diözese Eichstätt den katholischen Priester Bernhard Kroll vom Amt suspendierte. Als Grund wird seine öffentliche Teilnahme am evangelischen Abendmahl am Rande des Ökumenischen Kirchentags in Berlin genannt. Kroll darf keine Eucharistie mehr feiern und verliert sein Amt als Diözesanpräses der Katholischen Jungen Gemeinde. - [Die Welt: newsticker]
Ganz schön mutig von Mixa. Dafür wird er noch öffentlich Prügel von allen Seiten beziehen. Nun ja, der Mann ist katholischer Militärbischof, vielleicht hat ihm das den Rücken gestählt? Aber was macht eigentlich ein Priester, der keine Eucharistie mehr feiern darf? Und wie wird man mit jenem Mann umgehen, über den ich in meinem Blog eigentlich nichts mehr schreiben wollte? Man kann wohl kaum die Mitläufer hängen, die Rädelsführer hingegen laufen lassen?
Suspendierung Er glaubt nicht an Gott, also ging er seines Amtes verlustig. - Nein, ich spreche nicht von dem Mann, dem ich in meinem Blog nicht noch mehr Platz einräumen möchte. Die Rede ist von dem dänischen Pastor Thorkild Grosböll. In der dänischen Zeitung Weekendavisen erklärte er letzten Freitag, weder an die Schöpfungs"theorie", noch an die Auferstehung noch an ein ewiges Leben zu glauben. Daraufhin wurde er vom Dienst suspendiert. Mit seinen Aussagen habe Grosböll "Verwirrung und Unsicherheit" gestiftet, erklärte die dänische Bischöfin Lise-Lotte Rebel von der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Zwar gebe es in der dänischen Kirche Raum für unterschiedliche Auslegungen, aber mit seinem völligen Unglauben gehe er zu weit. - [ORF Religion]
Mutig, mutig, Frau Bischöfin. Schade, dass die katholische Kirche Deutschlands nicht gleichen Mumm zeigt.
profanazione di cadaveri Armer Tolkien. Als wäre die Verfilmung a la Hollywood nicht schon Tort genug gewesen, plant nun der britische Musikproduzent Kevin Wallace "The Lord of the Rings" als Musical auf die Bühne zu bringen. - [Der Standard].
Greenpeace bloggt Exxon aus Greenpeace ist auf den Blog gekommen. Im Kampf gegen den "climate criminal # 1", Exxon (siehe dazu Sisters of Charity of St. Elizabeth - Stop E$$O), hat Greenpeace nun ein eigenes Weblog eröffnet, in dem es seine Aktionen gegen den massiven und vorsätzlichen Umweltsünder dokumentiert. Stop E$$O. - [Blogroots]
Großer Erfolg für die Dominikanerinnen Eine Dominikanerin, schlagzeilt Die Welt in ihrem Newsticker, sei die neue "Miss Universum". Eine Dominikanerin? Keine Klarissin? Keine Benediktinerin? - [Die Welt newsticker]
Kaiser Ottos Dom Spektakulärer Fund in Magdeburg: Archäologen entdeckten die Überreste des Doms von Kaiser Otto dem Großen (912-973). Der Dom “St. Katharina und Mauritius” war in Stil und Ausdehnung etwas Neues für Deutschland und gehörte vor tausend Jahren zu den prächtigsten Kirchen Europas. Das Langhaus bestand aus 3 Schiffen. Die Länge des Baus betrug etwa 100 Meter, sein Inneres war mit Marmor, Gold und Edelsteinen geschmückt. 1207 wurde er Opfer eines verheerenden Feuers, das auch große Teile der Stadt zerstörte.Der Dom brannte bis auf die Grundmauern nieder. - [Der Standard]
Raunen ... Sanktionen ... Schweigen " ... Ein Raunen geht durch die Reihen, als Pfarrer Hasenhüttl beim Gebet den in der Kirche verteilten Text um eine heikle Passage verkürzt. Wo im Redeskript von "unseren evangelischen und katholischen Bischöfinnen und Bischöfen und allen die ein Leitungsamt innehaben, mit dem Bischof von Rom, Johannes Paul (...)" die Rede ist, lässt Hasenhüttl seinen obersten Hirten einfach weg. ..." - [ARD Tagesschau]
Irgendwie bekomme ich das Gefühl, Hasenhüttl schon mehr Platz eingeräumt zu haben, als er verdient. Aus diesem Grunde verhänge ich nun meine eigenen Sanktionen wider ihn, auf dass er in sich gehe und bereue: ich verliere kein Wort mehr über ihn! Mein Schweigen, sein Los!
"Irgend etwas kommt sicher" Gotthold Hasenhüttl glaubt nun doch, dass die Kirche gegen ihn Sanktionen verhängen werde. Hasenhüttl, der in "Kirche von unten" und "Wir sind Kirche" aktiv ist, wurde schon vor einem halben Jahr darauf angesprochen den Gottesdienst - auf der Webseiten von "Kirche von unten" als "ökum. Mahlgottesdienst mit offener Kommunion" bezeichnet - zu halten. Er habe, sagt Hasenhüttl, sofort zugesagt.
Wer aber für die Causa Hasenhüttl zuständig ist, diese Frage bleibt weiterhin unklar. Hasenhüttl ist eigentlich Weltpriester der Diözese Graz-Seckau. Bischof Egon Kapellari soll aber bereits angedeutet haben, sich in der Sache nicht betroffen zu fühlen, da Herr Hasenhüttl die Diözese vor zu langer Zeit verlassen habe. Seit 30 Jahren arbeitet Hasenhüttl in der Diözese Trier. Somit wird sich wohl deren Bischof, Reinhard Marx, mit der Sache auseinandersetzen müssen. Marx sei, wie Hasenhüttl meint, "bekanntlich ein Scharfmacher". Wie scharf Marx tatsächlich ist, werden wir bald sehen. Von der Suspendierung von den Sakramenten bis hin zur Exkommunikation sei alles möglich. Und dabei, klagt er, habe er doch nicht gegen das Kirchenrecht verstoßen, sondern sei höchstens ungehorsam gewesen. Der arme Mann. - [ORF Religion]
Wegen der Probleme, die manche Besucher mit dem ursprünglichen Namen meines Blogs haben (http://www.domine_iesu.blogspot.com), habe ich das Blog "umbenannt". Ihr erreicht mich jetzt unter: http://www.domine.blogspot.com.
Segen oder Drohung? Der Ökumenische Kirchentag soll zur Tradition werden. Für 2008 ist, wie es heisst, eine Wiederholung angedacht. Ist das nun ein Segen? Oder eher eine gefährliche Drohung? Man sage mir das!
Christus - Hoffnung Europas Gestern wurde in den katholischen Kirchen jener 8 Ländern, die miteinander den ersten Mitteleuropäischen Katholikentag feiern, der gemeinsame Hirtenbrief der Bischöfe dieser Länder verlesen.
"... Entdecken wir neu den Sonntag und die Eucharistie als die Feier mit Christus, dem Auferstandenen, der uns in den Gestalten von Brot und Wein seinen Leib und sein Blut, sein göttliches Leben schenken will. Entdecken wir in dieser Feier das Sakrament der wahren Einheit, auf die die Menschen warten - eine Einheit mit Gott, die uns zugleich zu Schwestern und Brüdern macht. ..." - [Hirtenbrief (Kurzfassung)]
Der letzte Katholikentag in Österreich war übrigens vor 20 Jahren. Während wir also hierzulande die Eucharistie als Begegnung mit Christus neu entdecken sollen, sieht man das in einem großen Nachbarlande etwas anders, ökumenischer. Ach, das arme Wort. So geschunden und zerschlagen, ausgewaschen bis zur Farb- und Bedeutungslosigkeit. Hat in Österreich tatsächlich eine Art Gegenbewegung eingesetzt? Ziehen wir es vor, das "unsere", Christus in der Eucharistie, zu behalten? "Nein, vielen Dank" zu einem Verständnis von Ökumene zu sagen, das Unterschiede auf Biegen und Brechen zur geschmacksneutralen Beliebigkeit nivelliert?
Internationaler Evangelisationskongress und Stadtmission in Zahlen Am Internationalen Evangelisationskongress in Wien, der am vergangenen Sonntag mit einem festlichen Gottesdienst im Wiener Stephansdom zu Ende ging, beteiligten sich 1.500 ausländische Teilnehmer aus 30 Ländern. Dazu kamen täglich etwa 300 und 800 Tagesgäste aus Österreich. Insgesamt wurden 4.400 Tageskarten verkauft. Die Teilnehmerzahl am Kongress dürfte zusammen bei 5.500 liegen. Parallel zum Kongress verlief die Stadtmission. An ihr beteiligten sich 110 der 170 Pfarrgemeinden Wiens mit über 1.000 Veranstaltungen. Man - Stefan Krobath, Pressereferent des Kongresses und der Stadtmission - schätzt, dass damit zwischen 50.000 und 100.000 Menschen erreicht wurden. Die Konzerte und Darbietungen auf der großen Open-Air-Bühne der Stadtmission auf dem Stephansplatz lockten mindestens 50.000 Besucher an. Alles in allem kamen etwa 150.000 Menschen mit der Stadtmission in Berührung. - [kathweb]
Bemerkenswert erscheint mir, dass die Durchführung des Kongresses und der Stadtmission - Wien war dabei ja nur die erste Station, in den nächsten Jahren folgen Paris, Lissabon und Brüssel nach - von den verantwortlichen Kardinälen (Schönborn, Jean-Marie Lustiger, Jose da Cruz Policarpo und Godfried Danneels) nicht einer der "üblichen" Organisationen oder religiösen Orden, sondern einer der neuen geistlichen Bewegungen, der Gemeinschaft Emmanuel, anvertraut wurden. Da gibt es doch dieses Wort von Karl Rahner: "Der Christ der Zukunft wird Mystiker sein, oder er wird nicht sein." Vielleicht ist aber richtiger, dass der Christ der Zukunft einer dieser Bewegungen angehört, oder er wird nicht sein?
ÖKT in Zahlen 59 Prozent der Dauerteilnehmer waren weiblich, jeder fünfte zwischen 18 und 29 Jahre alt, 4.3 Prozent sogar jünger als 12 Jahre, ein Viertel aller Teilnehmer Schüler, rund jeder zehnte Besucher studiert. Über 60 Jahre alt waren 17 Prozent. Die 5.400 ausländische Gäste kamen aus insgesamt 90 Ländern. Neben den 192.000 Dauerteilnehmern wirken 41.000 Menschen am Programm des Ökumenischen Kirchentages mit. - [kathweb]
Gertrude von LeFort: Das Schweisstuch der Veronika "... Aber plötzlich war es, als würde das dunkle Geström, in das wir verspült waren, von einem Pfeil durchbohrt und stünde still: etwas Strahlenhaftes drang in meine Augen. Eine Monstranz von unbegreiflicher Größe stand wie die Vision eines riesigen Sternes, mitten aus der Nacht emporgestiegen, vor uns. Mit feierlicher Ruhe drang ihr Licht nach allen Seiten in die Finsternis ein, die vor ihm zurückzuweichen schien: ich sah es noch halb im Traum, aber mit meinen eigenen Augen. Dann erkannte ich, dass der ungeheure Umfang der Monstranz durch einen Altar gebildet wurde, der, mit Hunderten von Kerzen ihre Umstrahlung fortsetzend, wie ein Feuerherd in einer großen einsamen Kirche brannte. Ihre Gewölbe schwangen sich ins Unermeßliche empor, schattenerfüllt, aber voll Festigkeit und Gewissheit. Plötzlich erkannte ich den Baldachin Sankt Peters. In diesem Augenblick blitzte ein Gefühl in mir auf, als wäre ich durch die ganze Welt gegangen und stünde nun vor ihrem innersten Herzen. ...."
Kremsmünster und der KKK Auf der Rückfahrt von dem Besuch bei meiner Mutter entschloß ich mich spontan zu einem Abstecher zum Stift Kremsmünster, das ich zuletzt vor 26 Jahren besuchte hatte. 1977, oberösterreichische Landesausstellung, 1200 Jahre Stift Kremsmünster. Nicht ein Bild davon konnte in meiner Erinnerung überwintern. Aber kaum wurde ich der Sternwarte von ferne ansichtig, war sie wieder in mir präsent, als wäre sie immer schon immer noch gegenwärtig gewesen. Die Stiftskirche jedoch war praktisch vollkommen ins Vergessen gesunken. Im wesentlichen Barock aus dem späten 17. Jahrhundert. Stuck, sehr viel Stuck, die Fresken dazwischen ... ja, genau das ist es: die Fresken sind nur mehr dazwischen. Sicherlich prunkvoll, etwas zum Bestaunen, aber sonderlich berühren, nein, sonderlich berühren tut mich dieser Stil nicht. Auf dem Zeitschriftenstand sah ich zu meiner Überraschung ein Exemplar des "Katechismus der Katholischen Kirche" liegen - eine Taschenbuchausgabe aus dem Oldenbourg Verlag. Der einzige katholische Katechismus, den ich jemals mein eigen nennen konnte, war eine Ausgabe der "Glaubensverkündigung für Erwachsene", auch "Holländischer Katechismus" genannt, aus den 70er Jahren, der mir wohl auf einem meiner Umzüge verlorgen ging, ebenso wie Will Durants "Kulturgeschichte der Menschheit", deren 18 Bände es jetzt nur mehr antiquarisch zu kaufen gibt. Letzteren Verlust bedaure ich übrigens noch heute sehr. Auf meiner Festplatte verwahre ich eine PDF-Version des Katechismus, angenehm zum Durchsuchen, aber weniger gut geeignet für gründliches Lesen. 14 € steht auf dem Preisschild des Katechismus in der Stiftskirche von Kremsmünster. Also habe ich ihn gekauft und besitze nun wieder einen Katechismus der katholischen Kirche als Buch.
Licht meiner Kindheit Meine Mutter zog sich im Frühjahr einen Oberschenkelhalsbruch zu. Während der Rehabilitation in Passau kam eine gefährliche Thrombose hinzu, sodass sie schleunigst ins Schärdinger Krankenhaus musste. Ausserdem leidet sie am Carpaltunnel-Syndrom, Schmerzen, die von den Nerven in den Händen bis über die Ellbogen hinaus ausstrahlen. Sie so zu sehen, im Krankenhaus und später in der Rehab-Klinik, im Rollstuhl sitzend, ständig müde, ausgelaugt, von Schmerzmitteln und anderen Medikamenten betäubt, verwirrt und zermürbt, und immer, immer die Schmerzen in den Händen und darüber hinaus .... Meine Mutter ist mir plötzlich zu einer alten Frau geworden. Ihr bleiben, wie ich nun einsehen muss, nicht mehr viele Jahre, vielleicht nicht einmal mehr viele Monate. Kommenden Dienstag muss sie wieder ins Krankenhaus, sie wird am Carpaltunnel einer Hand operiert, vielleicht, das hoffen wir alle, dass dann die Schmerzen in dieser Hand endlich aufhören. In 4 Wochen, wenn alles bei der ersten Hand gut geht, kommt die anderen Hand daran. Heute habe ich sie besucht. Als nachmittags der Regen aufhörte, unternahmen wir einen kleinen Spaziergang. Ich schob sie im Rollstuhl hinunter an die Donau und weiter den Treppelweg flußabwärts bis zur Autobahnbrücke. Entlang des Wegs und vor allem während einer kleinen Rast auf einer Ruhebank sprachen wir über vergangene Zeiten, meine Kindheit, die ich lange Zeit weit hinter mir ließ, an die ich lange Zeit nicht gedacht hatte, auch nicht hatte denken wollen. Ich glaube nicht, dass ich ein sonderlich glückliches Kind war. Das lag allerdings nicht an meiner Mutter, die in gewisser Weise das einzig hellere Licht meiner Kindheit war. Ich bete für meine Mutter. Ich bin froh, dass ich sie hatte ... dass ich sie hatte? Noch ist sie ja da, wenn auch entfernter, und niemals mehr so, wie es einmal war.